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Testbericht

Teil 3: Vergleichstest: Fünf stromsparende 40/42"-Fernseher - alles grün?

JVC macht Sparen attraktiv

Auf den ersten Blick sieht man diesem Design-TV nicht an, dass er mit Energie haushaltet. Applaus verdient er sich dennoch ganz besonders.

Wer genau hinsieht, erkennt in der mattschwarzen Kunststoffoberfläche der Fernseherfront Strukturen, die an Leder erinnern. Das soll jedoch nicht die Naturverbundenheit von JVC demonstrieren, sondern ist Styling pur. Als Kontrast zum besonders schmalen Rahmen ist die schlanke Rückwand glänzend weiß und der unaufdringliche Fuß chromfarben. Alle Materialelemente finden sich auf der Fernbedienung wieder.

Test TV & Beamer: Fernseher

© Archiv

JVC LT 42 DV 1 BU

Es ist vor allem die hochwertige Eleganz seiner Erscheinung, die Käufer anlockt, jedoch gibt es auch einiges an Öko-Extras. In der Werbung wird auf den Null-Watt-Netzschalter hingewiesen, der sich aber schlecht zugänglich an der Rückseite neben der Stromzufuhr befindet und tatsächlich nicht nötig gewesen wäre. Bei unseren Messungen erwies sich der "normale" Stand-by-Verbrauch mit unter 0,1 Watt als so vorbildlich, dass sich eine Netztrennung erübrigt.

Der "ECO"-Modus aktiviert einen Lichtsensor, der die Hintergrundbeleuchtung variiert und dabei bis zu 30% Strom spart. Des Weiteren analysiert "Smart Picture" die Bildinhalte und steuert auf Wunsch die dynamische Hintergrundregelung der klassischen Kaltkathodenröhren. Mit einem Spitzenweiß von über 400 cd/ m2 ist der JVC extrem brillant und tageslichttauglich, bei genormter Messleuchtdichte von 150 cd mit 107 Watt schön sparsam. Der optionalen Begrenzung der Leuchtkraft ist es zu verdanken, dass der LT 42 DV 1 BU bei TV-Inhalten, nämlich der IEC/ISOFilmsequenz zur Verbrauchsmessung, leider etwas mehr Strom benötigt als mit weißem Vollbild. Diese 130 Watt sind bei der 42"-Bilddiagonale ein sehr guter Wert, sie wirken jedoch im Vergleich zu den Öko-LCD-TVs mit neuartigen Lichtquellen eher hoch.

Lobenswert ist, dass durch die Stromsparschaltungen viel Energie gegenüber dem hohen Maximalverbrauch eingespart werden kann. Wer sein Bild dunkel mag, kann das Backlight bis auf 56 cd Flächenweiß herunterfahren, wobei der JVC dann nur 59 Watt verbraucht.

Alles nötige ist drin

Der JVC besitzt alle entscheidenden klassischen wie modernen Eingänge. Dabei sind sich die Digitaleingänge in der Gerätemitte nach unten hin angeordnet und erlauben eine dezente Verlegung von dreimal HDMI und Antenneneingang. Die Analogeingänge (zweimal Scart, Komponente, VGA) sitzen weiter oben seitlich an der TVPlatine und werden bei Nichtgebrauch von einer Klappe verdeckt, die sich dezent in die weiße Rückwand integriert. USB- und Kopfhörerbuchse sitzen links außen an der Rückwand. Als Tuner verwendet der JVC klassisches Analogkabel und DVB-T, für letzteres Signal steht der übliche Wochen-Programmführer mit Sendungsinformationen bereit.

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Der schlanke JVC lenkt die Kabel in geregelte Bahnen.

Ansonsten gibt es über die klassische Ausstattung kaum Verwegenes zu berichten. Extras wie Timer, Videotext und Kindersicherung sind üblich, doch für die Bild- und Tonaufbereitung findet JVC einen guten Kompromiss aus Qualitätssteigerung und Bedienbarkeit. So suchen wir detaillierte Farbtemperaturkorrekturen und Farb-raumabgleich vergeblich, doch hiermit kann ohnehin kein Endkunde wirklich etwas anfangen. Stattdessen findet man Automatismen zur Brillanz und Farbnachbesserung, Schärfung in Abwägung zu Rauschunterdrückung (DynaPix) und 100 Hz Clear Motion Drive II.

Diese Bewegungsglättung manipuliert das Bild weniger als die Mitbewerber Philips, Samsung und Sony, hinterlässt dafür aber auch keine Spuren. Multimedial ist JVC mit einer USB-Buchse, über die MP3- Musik und JPG-Fotos genossen werden können, auf dem Stand der Technik aber nicht überaus fortschrittlich.

Applaus für Stille

Ein interessantes Alleinstellungsmerkmal darf keinesfalls unterschlagen werden. Das Gerät kann über einen Klatschsensor aus- und eingeschaltet und sein Ton stumm geschaltet werden. Klatscht man zweimal respektive dreimal in die Hände kann man so ganz ohne Fernbedienung den TV-Abend beenden.

Das Bild des JVC wird in 36 Bit Farbgenauigkeit aufbereitet und wirkt überaus harmonisch und farbstark, bei Aktivierung der Stromsparoptionen jedoch etwas düster. Dafür ist der Blickwinkel sehr gut und das nicht reflektive Display satt schwarz. Die Basiswerte sind ab Werk sehr gut voreingestellt und selbst die Farblinearität ohne Justage sehr gut.

Testprofil

JVCLT 42 DV 1 BU
www.jvc.de
1.900 Euro

42" LCD-TV

Weitere Details

72 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
gut

Der Klang besitzt wie bei Flachdisplays üblich, kaum Grundton oder gar ein Bassfundament. Dafür wirken Stimmen und Hochtonanteile spritzig dynamisch und frisch, ohne übermäßig zu nerven.

Insgesamt ist der JVC LT 42 DV 1 BU zwar kein echter ÖKO-TV, jedoch ein Fernseher, der sehr gut aussieht und mit dem man Blu-rays und DVDs im unverfälschten Filmlook erleben kann.

Ob der Samsung mit dem UE 40 B 6000 VW eine gute Figur macht, lesen Sie auf Seite 4...

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JVC LT 42 DV 1 BU

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