Testbericht

Teil 3: Vergleichstest: Fünf Multifunktionsgeräte von 100 bis 200 Euro

Das Kopieren von A4-Dokumenten funktioniert mit dem Lexmark X4650 zwar einwandfrei sowohl in Farbe wie in Schwarzweiß. Wünscht man aber die Kopie eines Hochglanz-Fotos im 10x15-Format, so funktioniert die automatische Größenerkennung nicht, die sich noch bei einfachen A4-Kopien als so verlässlich erwies. Im Test hat der X4650 irrtümlich angenommen, wir wollten ein Foto auf ein DIN- A4-Blatt drucken. Erst nach Auswahl diverser Punkte im Menü ließ sich der Multi dazu bewegen, die gewünschte 1:1-Kopie auf randloses Fotopapier anzufertigen. Allerdings hat er sich damit nicht nur lange Zeit gelassen, sondern auch gewaltig an der Helligkeitsschraube nach oben gedreht. Eine echte "Foto"-Kopie stellen wir uns anders vor.

Test Multifunktionsdrucker

© Archiv

Lexmark X4650: Das preisgünstige Gerät aus Lexington, Kentucky, verzichtet auf viele Extras, aber nicht auf den WLAN-Anschluss.

Brother machte es sich mit dieser Aufgabe besonders einfach. Die japanischen Brüder halten offensichtlich überhaupt nichts vom Kopieren von randlosen Hochglanzfotos und verwehren dem Anwender diese Möglichkeit schlichtweg. Austricksen kann man das Gerät durch Einscannen des Bildes und anschließendes Ausdrucken - aber das geht nur mit einem Computer.

Der Canon MP630 bietet für das Kopieren von Fotos einen eigenen Menüpunkt an. Der Vorteil ist allerdings nur ein scheinbarer, da man sich kaum Einstellungen erspart, verglichen mit dem, was im normalen Kopiermenü abgefragt wird.

Über Treiber

Jeder Hersteller gestaltet seinen Treiber nach Gutdünken, wogegen es ja auch nichts einzuwenden gibt. Erlaubt sei aber die Frage, wieso Brother Vorgaben wie "Photo1", "Photo2L (Randlos drucken)" oder "Com-10" macht, anstatt einfach in die Auswahlliste zu schreiben, um was für eine Papiergröße es sich handelt? Brother zieht es offenbar vor, den Anwender hier erst im Dunkeln tappen zu lassen und ihm erst nach der Auswahl zu verraten, was er da eigentlich für eine Papiergröße gewählt hat. Dieses Ratespiel mag aus didaktisch-pädagogischer Sicht einen Lerneffekt haben. Schön, wenn es darum ginge, sämtliche Papierformate, die diese Welt zu bieten hat, zu verinnerlichen. Aber wie viele Anwender haben schon mehr als zwei oder drei verschiedene Fotopapiere? Unsere Meinung zu Treiber- Ratespielchen: höchst überflüssig und unnötig.

Im Druckertreiber des Canon MP630 fällt auf, dass die Zuordnung von Canon-Fotopapier nicht unbedingt eindeutig ist. Wer ellenlange Namen für sein Fotopapier vergibt (Photo Paper Plus Glossy II) und diese im Treiber nicht wiederholen will, der sollte vielleicht einfach die Papiernummer (PP-201) dazuschreiben. Dann wäre auch sichergestellt, dass das mulmige Gefühl, vielleicht das falsche Papier ausgewählt zu haben, gar nicht erst beim Benutzer aufkommt.

Lattenrisse

Während des Testparcours hat der Canon MP630 mit Fehlermeldung "C000" den Betrieb eingestellt. Wenn Ihnen das passiert und es nicht an schief eingelegten Patronen liegt, dann hilft wohl nur noch eine Restgarantie. Die gute Nachricht ist aber die: Wir haben mit Experten bei Canon Deutschland über den Fehler gesprochen und sind zu einem Ergebnis gekommen: Der Austausch des defekten Gerätes gegen ein neues ist notwendig. Das wird Ihnen Ihr Händer wohl auch anbieten.

Im Test weigerte sich der Epson PX700W, 10x15-Bilder komplett randlos zu drucken - stets ließ er einen weißen Streifen am unteren Rand. Dies war mit Sicherheit ein Defekt am Testgerät. Es könnte allerdings sein, dass die erzielte Geschwindigkeit bei unseren Fototest dadurch erhöht wurde, deshalb können wir dies nicht unerwähnt lassen.

Druckproben in der Vergrößerung

Die Druckqualität bewerten wir zum Teil anhand von Vergrößerungen, die mit unserem Kamera system "WAT-202B" von Watec erstellt werden. Die Druckproben können damit um den Faktor 10 vergrößert werden. Bei Buchstaben gilt es, auf scharfe Ränder, wenige Satelliten-Tröpfchen und eine homogene Verteilung der Tinte zu achten. Bei Farbkanten sollte die Tinte nicht ineinander laufen. Rechte Reihe: Der Epson-Scanner V500 erlaubt Vergrößerung bis auf Tropfengröße; so treten Unterschiede im Fotodruck zu Tage, die das Auge aber kaum wahrnimmt.

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Tinten-Triathlon

Epson Stylus PX700W

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