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Testbericht

Teil 3: TEST: Drei AV-Receiver von Sony, Pioneer und Denon

Können sie Kino?

In Surround schlug Sony die gleiche Richtung wie in Stereo ein. Als gelte es, bloß nicht anzuecken, hielt er sich mit allem zurück. Aber Ekstase löste die zarte Gangart mit rundem, flächigen Klangbild und verhaltener Attacke nicht aus. Was er am besten beherrschte, das war eine sehr gleichmäßige räumliche Abbildung im gesamten Raum.

Test Surroung: AV-Receiver

© Archiv

Sony STR-DA 3500 ES

Schallereignisse, die von vorne nach hinten oder in umgekehrte Richtung wanderten, wirkten sehr flüssig. So im Stockcar-Epos "Tage des Donners" mit Tom Cruise. Dem Sony lagen mehr die zarten Zwischentöne, immerhin widmete er sich Stimmen mit äußerster Sorgfalt, was der Dialogverständlichkeit gerade in der englischen Originalfassung mit unterschiedlichen Akzenten zugutekam.

Mit dem Pioneer wirkten Stimmen zwar einen Hauch farbloser, aber die gesamte Darbietung gewann an Transparenz und Plastizität. Mit Konzertaufnahmen wie Peter Cincotti "Live in New York" ließen sich die druckvoll und dabei konturscharf modellierten Bass-Saiten physisch spüren. Am anderen Ende der Frequenzskala legte sich der Receiver genauso vehement ins Zeug und glänzte mit Offenheit und feinstem Differenzierungsvermögen.

Test Surroung: AV-Receiver

© Archiv

Sekt oder Selters: Sony spart sich die S-Video-Eingänge und setzt ganz auf HD oder Standard-Video.

Die fast schon brutale Attacke und Spielfreude machte nicht nur Konzertmitschnitte zum atemberaubenden Erlebnis, sondern verlieh auch Actionfilmen wie "Terminator 3" mehr Impact. Die Raumabbildung wuchs wie schon in Stereo gegenüber dem Sony in allen Dimensionen.

Gegen das Spektakel, welches der VSX-LX 52 im Hörraum veranstaltete, wirkte der Denon eine Spur kontrollierter. Er sicherte sich mit zunehmender Hördauer einen Vorsprung durch größte Sorgfalt im Umgang mit subtilen Details bei einer Dynamik, die über jeden Zweifel erhaben war. Das Ausschwingen von Tönen verfolgte er mit mehr Akribie als der Rivale von Pioneer, der sich stets mit Elan auf die nächste Note stürzte.

Testprofil

SonySTR-DA 3500 ES
www.sony.de
1.200 Euro

AV-Receiver

Weitere Details

74 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Das verlieh den Becken auf "Live in New York" mehr Authentizität. Die Pole-Position im Surround-Durchgang sicherte sich der Denon schließlich durch seinen gefühlvolleren Umgang mit dem Mitteltonbereich. Der AVR-3310 wirkte noch farbenprächtiger und körperhafter als der Pioneer.

Stärken & Schwächen

Klangqualität Denon und Pioneer können sich mit ihrer hohen Dynamik und sehr gutem Fokus gegen den sehr ausgewogenen Sony durchsetzen.

Ausstattung Der teure Denon hat auch die beste Ausstattung, die beiden anderen schenken sich nicht viel.

Bedienung Hier haben alle drei Hersteller zugelegt, doch die OSDs sichern Sony einen kleinen Vorsprung.

Verarbeitung Hier ließen sich in dieser Klasse keine signifi kanten Unterschiede ausmachen.

Fazit

In den Mitten konnte Denon schon einige Hörduelle für sich entscheiden, doch spielte der Bassbereich nicht immer mit. Mit dem straffen Fundament und knackigem Basskick plus etwas Tuning in Sachen Dynamik legten die Entwickler bei Denon den Grundstein für den Testsieg, der gegen einen derart zackigen Gegner wie den VSX-LX 52 mit der alten Abstimmungsphilosophie kaum möglich gewesen wäre.

Beide Receiver sind in dieser Klasse erste Wahl, wenn es um besonderen Spaß in Surround und Stereo geht. Für den Sony spricht sein ausgewogenes Gesamtkonzept. Wem einfache Bedienbarkeit über das letzte Quäntchen Fokus, Attacke und Auflösung geht, der erhält mit dem STR-DA 3500 einen höchst praxisgerechten Allrounder mit sehr rundem Klangbild.

Hersteller/Modell Denon AVR-3310 Pioneer VSX-LX 52 Sony STR-DA 3500 ES
Preis in Euro 1.300 1.200 1.200
Ranking im Testfeld 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 2. Platz
Messwerte
Abmessungen (B x H x T) 43,5 x 17 x 41,5 cm 42 x 17 x 43 cm 43 x 16 x 39 cm
Gewicht 12,9 kg 13,5 kg 12,5 kg
Sinusleistung Stereo 8/4 Ohm 2 x 151 / 212 Watt 2 x 139 / 213 Watt 2 x 115 / 120 Watt
Sinusleistung Surround 8/4 Ohm 5 x 100 / 115 Watt 5 x 46 / 86 Watt 5 x 64 / 77 Watt
Stromverbrauch Stand-by/Betrieb 0,1 / 86 Watt 0,4 / 55 Watt 0,8 / 52 Watt
Garantie 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausstattung
Hochpegel- / Phono-Eingänge 8 / • 7 / - 8 / •
Hochpegel-Ausgänge 2 + Zone 2/3 2 + Zone 2/3 2 + Zone 2/3
6-Kanal-Eingang - -
6-Kanal-Vorverstärker-Ausgang - - -
8-Kanal-Eingang -
8-Kanal-Vorverstärker-Ausgang
Ls. Front / Center / Rear / Surr. Back 2 + 2 / 1 / 2 / 2 2 / 1 / 2 / 2 2 + 2 / 1 / 2 / 2
Tuner UKW / MW / DAB / Internetradio • / • / - / • • / • / - / - • / • / - / -
Koaxial-Digital-Eingänge / -Ausgänge 3 / - 2 / - 3 / -
Optische Digital-Eingänge / -Ausgänge 3 / eins 3 / eins 4 / eins
USB-Anschlüsse -
Dolby Digital / EX / D. Pro Logic 2 / 2 x • / • / • / • • / • / • / • • / • / • / •
DTS / DTS ES / Discrete / 96-24 • / • / • / • • / • / • / • • / • / • / •
Dolby TrueHD / DTS-HD • / • • / • • / •
Einmessautomatik
Lip Sync Delay
Fernbed. lernfähig / programmierbar - / • - / • - / •
Trennfrequenzen fi x / var. / Stufen - / • / 10 - / • / 4 - / • / 17
HDMI-Eingänge / -Ausgänge fünf / 1 5 / zwei vier / eins
Video-Eingänge / -Ausgänge 7 / vier 4 / zwei 5 / drei
S-Video-Eingänge / -Ausgänge 7 / drei 4 / zwei - / -
Video-Komp.-Eingänge / -Ausgänge 3 / eins 2 / eins 3 / eins
Video-Konverter bis 1080p 1080p bis 1080p
Besonderheiten Netzwerk, optionales iPod-Dock iPod-Adapter DM-Port

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