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Testbericht

Teil 3: Onkyo - Receiver und Vorstufe im Test

Inhalt
  1. Onkyo - Receiver und Vorstufe im Test
  2. Teil 2: Onkyo - Receiver und Vorstufe im Test
  3. Teil 3: Onkyo - Receiver und Vorstufe im Test

Für den Hörtest kamen daher ausschließlich die Cinch-Ausgänge der Vorstufe 886 zum Einsatz. Diese Vorstufenausgänge finden sich in exakt gleicher Form an gleicher Stelle freilich auch am Receiver TX-NR 906. Kluge Rechner beschleicht daher spätestens jetzt der Verdacht, dass der 906 auch für viele Vorstufen-Interessenten der bessere Kauf sein könnte: Der Listenpreis-Unterschied von 200 Euro zugunsten der Vorstufe ist nicht groß und dürfte durch die deutlich stärkere Marktpräsenz des Receivers eher noch schrumpfen. Ein Vergleich mit dem nur 1.500 Euro teuren AV-Receiver TX-SR 876, der auf einige Watt Leistung sowie den Netzwerkplayer verzichtet, aber sonst wiederum dem Receiver 906 entspricht, lässt die Vorstufe 886 sogar noch ungünstiger dastehen.

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Vier HDMI-Ein- und zwei - Ausgänge (oberste Reihe) reichen auch für wirklich ambitionierte Heimkino-Anlagen. Daneben die LAN-Buchse für Internetradio und Netzwerk- Streaming.

Receiver als Vorstufe?

Am vermeintlich schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis der Vortsufe 886 lässt sich nichts machen. Trotz der großen technischen Ähnlichkeit greifen die Gesetze des Massenmarkts zwar beim AV-Reveiver 906 - und noch mehr beim Receiver 876 -, nicht aber bei der vergleichsweise exklusiven Vorstufe 886. Die Idee, statt der Vorstufe einen ihrer Receiver-Verwandten zu kaufen und diesen nur per Pre-Out zu nutzen, legt man nach einem Hörtest schnell ad acta. Identisch konfiguriert und an derselben Mehrkanal-Endstufe nacheinander gehört, zeigten die beiden ungleichen Geschwister nur entfernte Ähnlichkeit, während alle Unterschiede für die Vorstufe sprechen.

Die exzellent aufgenommene neue Police-Blu-ray entwickelte mit der Vortsufe PR-SC 886 eine Dynamik und unaufdringliche Durchhörbarkeit, die der Receiver TX-NR 906 weder mit seinen eigenen noch an einer fremden Endstufe auch nur ansatzweise erreichte. Der Unterschied war nicht klein und diskutierbar, sondern offensichtlich und eindeutig - schon an einer vergleichsweise günstigen Endstufe wie der Audiolab 8000 X 7 baute sich mit der Vorstufe 886 ein wie von den Boxen befreiter, lebendig brodelnder Live-Klangraum auf, der mit Receivern nicht zu erzielen ist, unabhängig von der Preisklasse.

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Trafo-Triumvirat: Die Endstufen des Receivers 906 saugen an einem mächtigen Ringkern.

Was nicht heißen soll, dass der TX-NR 906 irgendetwas Geringeres als ein Top-Receiver ist: Im direkten Vergleich war sein energischer, präsenter, sehr druckvoller Klang kaum von dem seines Vorgängers zu unterscheiden. Diese Tatsache bringt dem Receiver-Modell 906 exakt die gleichen, exzellenten Noten ein wie dem Modell 905 - in der Receiver-Bestenliste wohlgemerkt.

AV-Vorstufen bewohnen zu Recht ihr eigenes Universum, genau wie Mehrkanal-Endstufen. In Kombination machen sie eine Heimkino-Anlage umständlicher und erhöhen Platzverbrauch wie Verkabelungsbedarf. Im Gegenzug erlauben sie den hochempfindlichen Kleinsignal- und Prozessorstufen, aus der Zwangs-WG mit den lauten Brüdern aus der Endstufen-Abteilung auszuziehen: Mit ihren elektromagnetischen Störfeldern, unsteten Hitzewallungen und vibrierenden Riesentrafos bleiben die Power-Kameraden im eigenen, meterweit entfernten Gehäuse schön für sich. Und plötzlich zeigen HD-Tonspuren, wie viel Farbe, Leben und Spannung tatsächlich in ihnen steckt.

Vergleichbares ergab sich mit analog zugeführtem Stereo-Material: Der Receiver spielte kraftbetont mit eindrucksvoll federndem, tief reichenden Bass, platzierte Bands auf breiten Bühnen in ganz leicht abgedimmtem Rampenlicht - gerade mit nicht zu komplizierter Musik kann er manchen audiophilen Vollverstärker alt aussehen lassen. Die Vorstufe in Kombination mit der Audiolab-Endstufe hauchte aber den zuvor etwas statisch wirkenden Mitten deutlich mehr Leben ein, ohne das Gesamtgewicht der Darbietung zu reduzieren.

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