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Testbericht

Teil 3: High-End-Receiver von T+A und Yamaha im Test

Davon profitierte Tanita Tikaram ganz besonders, als "Play me again" (Sentimental/Universal) im Accuphase DP-500 rotierte und den 2000er symmetrisch ansteuerte. Selten habe ich die in Münster aufgewachsene Sängerin so melancholisch erlebt. Ein Piano, ein Schlagzeug und Bläser begleiten sie, doch wirkt das Stück reduziert. Gibt ein Amp dies akkurat wieder, entwickelt sich ein Spannungsbogen, der sich in einem zarten Saxophonspiel löst. Ein Genuss via Yamaha: sagenhafter Ausdruck, gepaart mit Farbenpracht und Basspräzision.

High-End T+A / Yamaha

© Archiv

Walten: Das Layout der Rückseite des T+A ist selbsterklärend. Über die RS-232-Schnittstelle können Updates geladen werden.

Doch hatte auch die deutsche Alternative ihre Reize. Die eben noch anmutig mit Mehltau benetzte Stimme Tikarams war nun rauer, verlor einen Hauch ihres erotischen Reizes. Anblasgeräusche, klitzekleinste Ausschwinger der Becken aber arbeitete der T+A sauberer heraus. Da war nach oben schlicht mehr Luft und trotz der eher preußischen Tugenden niemals weniger Leidenschaft.

Mit Rocktiraden a la Manowar kannte der T+A kein Halten mehr. Der Power Plant prügelte die Avantis regelrecht in Hochform. Ein Donnern und Beben, dass es eine Pracht war, Höhen kristallklar und leuchtend. Der Yamaha im Bass den bekannten Tick trockener und robuster, oben hinaus nicht so duftig.

Testredakteure sind von Amts wegen Nörgler, und ich gestehe, es ist mir im vorliegenden Fall eine Freude, diese Eigenheiten zu bekritteln, weil beide Geräte keine echten "Fehler" kennen und sich durch Qualität wie Charakter vom Gros der Mitbewerber wohltuend absetzen.

High-End T+A / Yamaha

© Archiv

Alles dran: Der A-S 2000 lässt keine Wünsche offen. Klangpuristen bevorzugen die symmetrischen Anschlüsse.

Testequipment:

Verstärker Accuphase E-450 Magnat RV 1, T.A.C 3 Dream Lautsprecher Audio PhysicAvantl, Audio Physic Scorpio, Canton Reference 9, Dynaudio Focus 110 Quellen Accuphase DP-500, Linn Klimax DS, Linn LP 12 Kabel Fast Audio Black Science, Sun Audio Sun Leiste

Wissen: Schalt-Verstärker Amps mit Pulsweitenmodulation (PWM) erzielen einen Wirkungsgrad bis über 90 %, wogegen konventionelle Class-AB-Verstärker in der Praxis gerade um 50 % erreichen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Geräte selbst mit hohen Leistungswerten kompakt ausfallen können. Verlustwärme fällt kaum an, und die Leistungsaufnahme steigt proportional zur abgegebenen Leistung. Schaltverstärker feuern im Hochfrequenztakt unterschiedlich dichte Salven spitzer Impulse zu den Leistungstransistoren. Diese arbeiten damit extrem kurz im Bereich, in dem Spannung und Strom hoch sind. Das sorgt für den hohen Wirkungsgrad und die damit verbundene geringe Abwärme. Ein Spulenfilter fungiert als Tiefpass, befreit das Signal von hochfrequenten Störungen und glättet es zu analogen Schwingungen, bevor es zu den Lautsprecherklemmen geführt wird.

Fazit:

Schaue ich auf den A-S 2000, fällt es wie Schuppen von den Augen. So sah HiFi aus, als der Bazillus mich ergriff. Gesicht, Kontur, Charakter. Für T+A gilt das im Grunde noch stärker, denn man blieb sich über die Jahrzehnte treu - HiFi-Komponenten müssen nicht gesichtslos sein. Auch in der Technik beziehen beide Stellung, überzeugen mit unterschiedlichen, aber ausgereiften Konzepten. Im Klang herrscht Augenhöhe, wenngleich die Schwerpunkte tendenziell unterschiedlich ausfallen. Der T+A nimmt es mit nahezu jedem Lautsprecher auf, klingt famos offen. Mit ihm ist es eine Freude, so richtig Gas zu geben, wobei feine Töne nie zu kurz kommen. Ein Charmeur der Yamaha, erdig, würzig, kontrolliert, mit betörend schönen Klangfarben. An Ausstattung übertrifft er den deutschen Konkurrenten und greift sich so den Siegerlorbeer. Ein Highlight hat der T+A Power Plant jedoch mehr als redlich verdient.

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High-End T+A / Yamaha
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