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Testbericht

Teil 3: Fernseher mit 200 Hertz

Inhalt
  1. Fernseher mit 200 Hertz
  2. Teil 2: Fernseher mit 200 Hertz
  3. Teil 3: Fernseher mit 200 Hertz

Technik-Info: Motionflow 200

Warum 200 Hertz? Wie funktioniert 200 Hertz? Fragen, die Video-HomeVision und der leitende Ingenieur Oliver Erdler im Folgenden klären.

Das menschliche Auge folgt bewegten Objekten. LCD-Fernseher zeigen ein Bild dauerhaft und schalten unvermittelt zum nächsten. Der vom Gehirn errechnete Bewegungsfluss korreliert also nicht mit dem gesehenen. Deshalb verwischen Objekte oder gar das ganze Bild. Der Kniff besteht also darin die Vorhaltezeit zu verringern und die erhöhte Bildfolge der vom Gehirn erwarteten anzupassen. So funktioniert die 100-Hz-Technik - die 200-Hz-Technik verfeinert dieses System konsequent. Der Haken: Die Errechnung der Zwischenbilder und die Schätzung der Bewegungsabläufe ist sehr komplex und damit fehleranfällig. Sie kann sich dem originalen Bildfluss zwar theoretisch nähern, aber diesen nie perfekt wiedergeben. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Technik-Essay ab Seite 76.

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Was kaum jemand weiß: Die Software für Motionflow 200 schrieben Ingenieure im Sony Technology Center in Stuttgart.

Video-HomeVision: 100 Hertz, 200 Hertz - ist die neue Technik doppelt so gut?

Oliver Erdler: Der Schritt von 50 Hz zu 100 Hz war sicherlich größer. Der Vorteil von 200 Hz im direkten Vergleich zu 100 Hz ist aber ebenfalls deutlich sichtbar. 200 Hz ist ein wichtiger Schritt um HD-Auflösung auch bei Bewegung voll sichtbar zu machen. Es ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen HD ready zu FullHD.

V-HV: Sie entwickelten schon zu Röhrenzeiten Software für 100-Hertz-Fernseher. Worin unterscheiden sich die 200-Hertz-Algorithmen für LCD-TVs zu den damaligen?

O. Erdler: Die Algorithmen sind um ein Vielfaches komplexer und damit besser geworden. Wir konnten z.B. den sogenannten Halo-Effekt an bewegten Objekten und am Bildrand nahezu beseitigen, was algorithmisch gesehen äußerst kompliziert ist. Neu ist zudem die IB Reduction-Funktion.

V-HV: Wie viel mehr Rechenpower steht heute zur Verfügung, und wie viele Frames an Rechenzeit benötigen die aktuellen 200-Hz-Fernseher?

O. Erdler: Unsere Algorithmen werden in Hardware (ASICs) umgesetzt, d.h. dass die Rechenpower von der Chipgröße abhängt, die man einsetzen möchte. Generell kann durch die kontinuierlich verbesserte Prozesstechnologie und durch preiswerter werdende Speicher eine deutlich aufwendigere Signalverarbeitung umgesetzt werden. Demgegenüber stehen auch die deutlich höheren Anforderungen bezüglich des Datendurchsatzes durch die HD-Auflösung - und das bei zehn Bit Pixeltiefe. Hier geht Sony an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren.

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Technik-Info Motionflow 200

V-HV: 200-Hertz-Fernseher benötigen doppelt so viele künstlich erzeugte Bilder wie 100-Hertz- Geräte. Verdoppelt sich dabei auch die Anfälligkeit für Bildfehler wie Halos?

O. Erdler: Bildfehler entstehen, wenn die Bewegungsschätzung der tatsächlichen Bewegung nicht folgen kann oder z.B. im Bereich von Auf- und Verdeckung an den Objektgrenzen (Halo). Im 100-Hz-wie im 200-Hz-Fall findet die Bildanalyse und Interpolation auf dem 50-Hz-Eingangssignal statt. Die Systeme verhalten sich in dieser Hinsicht also gleich.

V-HV: Bis zu welcher Hertz-Zahl ist der Zugewinn an Bildschärfe für das menschliche Auge überhaupt wahrnehmbar?

O. Erdler: Untersuchungen in Sonys Forschungsabteilungen haben ergeben, dass wir im Bereich von 200 Hz bis 250 Hz an einem optimalen Punkt sind. Darüber hinaus sind kaum mehr Vorteile zu erzielen, weshalb Fernseher mit Bildraten von 300 oder 400 Hertz in den nächsten Jahren nicht zu erwarten sind.

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