Testbericht

Teil 3: Drei Lenkräder aller Preisklassen im Test

Fanatec Porsche 911 Turbo Wheel

Fanatec ist ein kleiner Hersteller aus dem bayerischen Landshut, der vor einigen Jahren mit seinen Speedster-Lenkrädern für die PS2 sehr erfolgreich war. Danach war es lange Zeit ruhig um Fanatec, forderte doch die langwierige und schwierige Entwicklung des Porsche-Lenkrads vollste Aufmerksamkeit. Die Stoßrichtung ist klar: Alle Preis- und Leistungsdaten weisen das Porsche 911 Turbo Wheel als Konkurrenten des Logitech G25 aus - seinerseits die klare Nummer 1 unter den Luxus-Lenkern.

Was dann, nach mehreren Verspätungen, im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt kam, ist aller Ehren wert. Dem 911 Turbo Wheel sieht man seine edle Abstammung und den hohen Preis von rund 300 Euro sofort an.

Die Lenkeinheit erstrahlt im originalen, sehr gut nachempfundenen Porsche-Design, der Kranz ist mit hochwertigem Leder bezogen. Auf dem Lenkradtopf wurde ein komplettes Dutzend satt klickender Knöpfe unauffällig integriert. Quer durch die Basis schiebt man zwei Metallstangen, an die der Schaltknüppel andockt. Damit ist das 911er-Wheel nicht nur Linkshänder-tauglich. Fanatec liefert zudem zwei verschiedene Einheiten mit: sequentiell für echte Rennfahrzeuge und eine klassische H-Schaltung fürs Straßenwagen-Gefühl.

© Archiv

Fanatec liefert gleich zwei Schaltungen mit: eine sequentielle und eine klassische 6-Gang-H-Schaltung für Straßenautos.

Dazu gehört natürlich eine Kupplung, die sich wie die beiden anderen Pedale ebenfalls ans Porsche-Design anlehnt. Im Inneren geht es mit der Lenkrad-Haute-Cuisine weiter: Fürs Force Feedback sorgt ein extra starker Mabuchi-Elektromotor, unterstützt von zwei kleineren, die das rütteln und vibrieren der virtuellen Rennwagen-Maschine spürbar machen. Lenkbewegungen werden durch einen besonders reibungsarmen, leisen und exakten Zahnriemen übertragen.

Funky! Ein Clou des 911 Turbo Wheels ist die Funkfähigkeit. Pedale und Lenkrad kommen auf Wunsch ohne Kabel aus, die Befehle überträgt ein USB-Dongle im Zundschlüssel-Design drahtlos. Konsequent ohne Kabel geht es leider nicht, da in jedem Falle ein Netzteil nötig ist. Im Praxistest kommt das Fanatec-Wheel an die fast schon humorlose Perfektion eines echten 911ers aber nicht ganz hin. Es erinnert eher an einen Ferrari aus den 70er Jahren: Ab und an etwas bockig, doch wenn es perfekt läuft, vermittelt es ein faszinierendes Fahrerlebnis. Allerdings erfordert es etwas Aufmerksamkeit und Pflege. Pflege in dem Sinne, dass nicht jedes Spiel sofort mit dem Lenkrad problemlos zusammenarbeiten will. Mal benimmt sich das Force Feedback komisch, mal hapert es ein wenig an der korrekten Erkennung des 911 Turbo Wheel.

© Archiv

Netter Gimmick:Der USB-Funk-Dongle sowie der 1 GB fassende USB-Stick mit den Treibern kommen im original Zündschlüssel-Design von Porsche daher.

Mit dem Porsche 911 Turbo Wheel holt man sich alles in allem ein schönes, exzellentes Stück Hightech ins Haus. Trotz der erwähnten kleinen Macken erreicht das Porsche-Wheel ein knappes Unentschieden im Vergleich zum Platzhirschen G25. Dagegen spricht vor allem der Realpreis. Zwar haben beide mit 300 Euro die gleiche herstellerseitige UvP. Allerdings gibt es das 911 nur im Fanatec-eigenen Shop und bei Porschehändlern zu kaufen - und kostet dann tatsächlich 300 Euro. Beim G25 liegt der Straßenpreis durch den starken Konkurrenzkampf der Händler bei gut 200 Euro. Macht als Unterschied praktisch ein komplettes Driving Force GT.

Fanatec Porsche 911 Turbo Wheel

Fanatec Porsche 911 Turbo Wheel
Fanatec
ca. 300 €

www.fanatec.de

Weitere Details

Fazit:Faszinierendes Highend-Lenkrad, das dem Preis angemessene Leistungen bringt. Läuft allerdings nicht bei allen Spielen ohne Fehl und Tadel.

5/5
sehr gut
3/5
befriedigend

Fazit: Steuerprüfung bestanden

Das Lenkrad-Trio hat uns insgesamt gut gefallen. Alle drei punkten mit ihren Qualitäten und sind absolut praxistauglich. Ob man damit auf Dauer schneller wird, ist nicht nur eine Gewöhnungsfrage, sondern hängt auch vom Spiel ab. Schon das billigste Modell von Saitek ist ein "ausgewachsenes" Lenkradsystem, das umso mehr Nutzen bringt, je simulationslastiger ein Titel ausfällt. Mehr Spaß als ein herkömmlicher Controller oder Joystick machen alle drei.

Getrübt wird der ordentliche Preis-Leistungs-Faktor unserer Probanden ein wenig durch die zwei absolute Referenzen auf diesem Gebiet: Logitechs Driving Force Pro bietet für 90 Euro im großen und ganzen das Gleiche wie der GT-Bruder, und im Highend-Sektor stellt das Logitech G25 selbst höchste Ansprüche mehr als zufrieden.

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links -

Neuerscheinungen in der Übersicht -

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights -

Mehr zum Thema

SSD mit bis zu 1 TB Speicher

Samsung hat in Korea die neue SSD Serie 850 Pro vorgestellt. Wir haben die 850 Pro mit 1 Terabyte bereits im Test.
Mechanische Gaming Tastatur

Die VPro V700 von Rapoo ist eine für Gamer spezialisierte mechanische Tastatur, die ohne Cherry-MX-Schalter auskommt. Wir haben das Keyboard im Test.
Headset-Test

Neben der Digital-Variante bringt Roccat nun auch das günstigere Analog-Headset Kave XTD 5.1 auf den Markt. Ob ein geringerer Preis auch weniger…
Holografie-Brille

Microsofts holografische Brille HoloLens baut virtuelle Objekte hautnah in die reale Welt ein. Auf der Entwicklerkonferenz Build haben wir die Brille…
Mechanische Gaming-Tastatur

Die Rapoo Vpro V800 ist eine mechanische Gaming-Tastatur, die dank sehr guter Verarbeitung eine hohe Lebensdauer verspricht. Einige kleinere Schwächen…