Home und Mobile Entertainment erleben
Testbericht

Teil 2: Zwei DVD-Recorder mit Festplatte im Test

Inhalt
  1. Zwei DVD-Recorder mit Festplatte im Test
  2. Teil 2: Zwei DVD-Recorder mit Festplatte im Test
  3. Teil 3: Zwei DVD-Recorder mit Festplatte im Test

Die Ausstattung des Philips DVDR 5570 H hört sich multimedial offener und innovativer an als die des Panasonic. Das zentrale Kaufargument nennt sich "Flextime" und ist Philips' perfektionierte Variante des zeitversetzten Fernsehens. Sobald der Recorder eingeschaltet wird, fängt er an aufzuzeichnen - in einen sechs Stunden fassenden Filmpuffer, der sich immer wieder erneuert. Die TV-Aufnahme läuft sogar, wenn man eine DVD abspielt und während vieler Einstellungsmenüs. So ist es möglich, das laufende Programm nicht nur zu pausieren, sondern es sogar spontan zurückzuspulen. Gefällt eine Sendung, kann man zu ihrem Anfang zurückgehen, von dort eine Archivierung starten und dann wieder vorspulen. Kommende Werbepausen kann man nutzen, um sich wieder zur Echtzeit vorzuarbeiten. Erst beim Umschalten des Senders wird der Puffer gelöscht und das Spiel geht von Neuem los. Als große Kehrseite der Flextime-Technologie hat sich der Fakt herausgestellt, dass alle Aufnahmen, also auch Timer und aktuelle TV-Wiedergabe, im selben voreingestellten Aufnahmemodus durchgeführt werden. Es ist also nicht so einfach möglich, die Aufnahmequalitätsstufe individuell der Länge oder Priorität einer zu programmierenden Sendung anzupassen. Und da es nur ein Quick-Backup gibt, das immerhin ausgewählte Werbung nicht mitkopiert, können Archivierung und Platzmanagement zum Problem werden. Eine intelligente Szenenerkennung hilft beim Schneiden. Das automatische Löschen hilft - erst von bereits gesehenen, dann von nicht geschützten Altaufnahmen - bei überfüllter Platte.

© Archiv

Philips DVDR 5570 H

Auch Philips nutzt den Programmführer GUIDEplus+ und in Ergänzung zum Panasonic lassen sich Settop- Boxen (Sat, Digital-Kabel) einbinden und über einen Infarotsender zur Aufnahme steuern. Dabei hat Philips ein interessantes Alleinstellungsmerkmal in petto. Sowohl über den DVB-T-Tuner als auch einen elektrischen Digitaleingang lassen sich DolbyDigital-5.1-Audioströme entgegennehmen und aufzeichnen. Wenngleich erstere Quelle in Deutschland noch nicht existiert, ist die 5.1-Aufnahme von Settop-Box-Material überaus interessant. Leider gibt es dabei lizenzrechtliche Einschränkungen und die Aufnahmen - nebst ihrer Archivierungen auf DVD - werden mehrkanalig nur vom Recorder wieder abgespielt. Philips hat auch die Nutzung der USB-Buchse perfektioniert. Der schnelle USB-2.0-Anschluss verwaltet neben Sticks viele Festplatten und kopiert freimütig Daten (Musik, Fotos und DivX-Filme) in jede Richtung, also auch wieder aus dem Recorder heraus. Dafür können Audio-CDs nur abgespielt und nicht wie bei Panasonic (oder Pioneer/ Sony) auf die Festplatte dupliziert werden.

© Archiv

Philips hat HDMI optimiert und brilliert mit einen ausgezeichneten Aufnahmefrequenzgang. LP-Aufnahmen (rot) sind unscharf.

Philips hat erheblich Boden gut gemacht bei der Bedienbarkeit seiner Recorder. Das ergonomische Trauerspiel der vorletzten Generation ist vergessen, denn vorbildliche Menüs im blaugrauen "Easy-Logic"-Design, das allen Philips-Geräten - von Flat- TV über MP3-Player bis Fotorahmen - gemein ist, liefern jetzt Inhaltsansichten, Setup-Menüs und Bildeinblendungen ordentlich sortiert und mit Erklärungstexten. Die dazugehörige Fernbedienung ist handlich gestaltet und beeindruckt durch das kombinierte Richtungstasten-Shuttlerad, mit dem sich Menüs genauso sicher navigieren lassen wie der Flextime-Puffer. Ein kurzer Dreh am äußerst präzise rastenden Rädchen und das aktuelle TV-Programm beginnt rückwärts zu laufen. Dieses Handling ist hervorragend.

Aber was wären all diese tollen Funktionen wert, wenn die Bildqualität nicht stimmt? Hier kann der Käufer beruhigt beiden Geräten dieses Duells entgegenblicken. Panasonic hat nur leicht die Nase vorn, da sich die Entwickler auf einen perfekt abgestimmten Scart-RGB-Ausgang konzentriert hatten. Dort sind Frequenzgang, Impulstreue, Farben und Rauschverhalten vorbildlich. Über HDMI sieht man klar die dazu benötigten Schärfe-Überhöhungen und Schattenbildungen. Das Bild wirkt schön scharf, mit Kanten härter als das Original. Das ist überaus begrüßenswert für Aufnahmen vom Analogtuner, hochwertige AV-Zuspielungen sind jedoch überladen. Neu ist für Panasonic die voll digitale Verarbeitung des DVB-T-Signals, die nicht durch die eben genannte Überzeichnung beeinflusst wird. DVB-T wirkt rauscharm und die starken Senderartefakte, also die mäßige Quellqualität wird sauber mit aufgezeichnet - obwohl wie üblich nicht einfach der Datenstrom kopiert, sondern neu deund encodiert wird - in beliebiger Datenrate (Aufnahmequalitätsstufe). Auch bei Philips wird dieser digital direkte Weg für DVB-T beschritten und in SP (Zweistundenmodus) sind die Ergebnisse kaum von denen beim Panasonic zu unterscheiden. Letzterer scheint effizienter zu komprimieren, Philips bietet einen lineareren Wiedergabefrequenzgang, da ist die Siegerfrage fast Geschmackssache. Im Langspielmodus behält Panasonic die DVD-Auflösung bei und kommt nur bei massiv bewegtem Quellmaterial ins Schwitzen, Philips halbiert die Schärfe, kommt dafür in Extremsituationen mit weniger Klötzchen (Artefakten) aus. Der gute Klang scheint bei der geballten Multimedialität oft nebensächlich zu sein, doch hochwertige Audiochips kosten nicht mehr die Welt und beide Hersteller sparen glücklicherweise nicht an diesem Ende, zumal die mannigfaltigen Audiofunktionen den Nutzer viel öfter genau hinhören lassen als bei den reinen TV-Recordern der letzten Jahre. Wirklich gewaltige Unterschiede heraushören zu wollen - jedenfalls in Kombination mit gängigen Lautsprechern - ist schwierig.

Test DVD-Recorder mit Festplatte

Philips

\n Philips DVDR 5570 H
Philips
600 Euro

DVD-Festplatten-Recorder

Weitere Details

83 Prozent

Fazit:Philips optimiert die Bedienung des idealen Timeshift-Recorders durch 5.1-Aufnahme und Settop-Box-Steuerung

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Eine Zusammenfassung der Stärken und Schwächen und ein Fazit finden Sie auf Seite 3...

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links -

Neuerscheinungen in der Übersicht -

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights -

Mehr zum Thema

UHD-Fernseher

Der Panasonic TX-55CXW704 ist ein Ultra-HDTV der oberen Mittelklasse. Im Test glänzt er mit brillantem Bild und Streaming-Qualitäten.
55 Zoll UHD-TV

Der Samsung UE55JU6550 bietet ein gebogenes 55-Zoll-UHD-Display und zahlreiche Smart-TV-Features. Im Test muss sich der Curved-TV im Labor beweisen.
Testbericht

Philips beginnt ein neues Kapitel in der Erfolgsstory von Ambilight und gibt dem Topgerät einen neuen Namen. Wir haben den Philips Ambilux 65PUS8901…
55-Zoll-Fernseher

88,0%
Der Philips 55POS9002 zeigt im Test, dass OLED-Technologie und Ambilight super zusammen funktionieren und vor allem…
Besserer TV-Klang

79,0%
Die Samsung HW-Q70R ist ein eigenständiges Soundbar-System, das mit Acoustic-Beam-Technologie beeindruckende…