Testbericht

Teil 2: Wegweiser mit Zusatzqualifikationen

Verbindungschaos

Damit Sie überhaupt in den Genuss kommen, sich von einem Navigationsgerät den Weg weisen zu lassen, müssen Sie es in Ihr Fahrzeug einbauen. Grundsätzlich ist dies mit allen Systemen schnell erledigt. Doch betrachtet man die aktuellen Lösungen, so müssen Sie neben der Stromversorgung meist auch eine Antenne für den Empfang der Verkehrsinformationen anschließen. Dass man nicht immer wieder alle Leitungen einzeln anschließen muss, zeigen Garmin und Medion. Beide Hersteller haben in der Saugnapfhalterung alle Anschlüsse vorgesehen. Dadurch müssen Sie die erforderlichen Leitungen nur einmal ordentlich verlegen. Bei Bedarf können Sie dann das PND in die Halterung einsetzen und direkt starten.

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Navis sollten über ein aufgeräumtes und intuitives Menü verfügen.

Dass die Übertragung zu den Bordlautsprechern auch ohne Leitungen erfolgen kann, zeigen Garmin, Medion, Navigon und TomTom. Alle vier Hersteller haben in ihren Geräten einen FM-Transmitter eingebaut. Abhängig von den Voraussetzungen in Ihrem Fahrzeug funktioniert diese Lösung oder eben nicht. Sind Sie im Besitz einer Scheibenantenne, die auch noch in die Frontscheibe integriert ist, dann können Sie die Sprachanweisungen fast ungestört empfangen. Mit einer Antenne, die außen an der Karosserie befestigt ist, empfangen Sie meist nur Anweisungen, die mit starken Störungen zu kämpfen haben. Besser würde sich das Audioprofil von Bluetooth zur Übertragung der Sprachanweisungen eignen. Trotz der weit verbreiteten Freisprecheinrichtung bietet nur TomTom diese Möglichkeit.

Das Go 930 Traffic zeigt sich im Verbindungsaufbau zu den im Fahrzeug integrierten Bordlautsprechern bzw. dem Autoradio am flexibelsten. Die Sprachanweisungen lassen sich je nach vorhandener Infrastrukur über einen analogen Audioausgang, per Bluetooth-Verbindung oder als Radiosendung übertragen.

Mediaplayer: Sinn oder Unsinn?

Ob ein FM-Transmitter oder ein in das PND integrierter Mediaplayer wirklich Sinn macht, ist fragwürdig. An sich ist das eine schöne Sache, doch nehmen Sie einmal an, Sie sind mit Ihrem Auto unterwegs und setzen das Navigationsgerät für seine eigentliche Aufgabe, die Wegführung ein. Die Sprachanweisungen verfolgen Sie über Ihr eingebautes Autoradio, da das PND glücklicherweise über einen FM-Transmitter verfügt. Jetzt stehen Sie vor einem kleinen Problem: Wollen Sie Musik über Ihr Audio-system im Auto hören ist dies nicht möglich.

Denn zwei verschiedene Radiosender können Sie nicht gleichzeitig hören und auf die Wiedergabe einer CD können Sie auch nicht wechseln, denn dann empfangen Sie keine Anweisungen mehr vom Navigationsgerät. Jetzt können Sie argumentieren, dass Sie ja den im PND integrierten Mediaplayer verwenden können, um etwa ein Hörbuch oder Ihr Lieblingsalbum wiederzugeben. Das ist mit den meisten Lösungen tatsächlich auch möglich. Doch die Steuerung der Mediaplayer ist bei vielen Herstellern auf die wesentlichen Funktionen reduziert, und der Zugriff auf Titel, die über mehrere Ordner verteilt sind, funktioniert meist nur sehr umständlich. Zu guter Letzt müssen Sie sich mit der schlechten Klangqualität und den auftretenden Funkstörungen abfinden, die sich bei der Funkübertragung per FM-Transmitter ergeben.

Aktualität

Dass neu gekaufte Geräte auch mit aktuellen Kartendaten versehen sind, ist nicht immer gewährleistet. Die beiden Testgeräte von Blaupunkt und Magellan sind zum Beispiel nur mit Karten vom ersten Quartal 2007 bestückt. Bei Medion waren Karten vom zweiten Quartal 2007 installiert. Hier erhalten Sie allerdings einen Gutschein für eine einmalige Kartenaktualisierung. Damit können Sie die Daten auf den Stand Q1-2008 bringen.

Falk und Garmin liefern aktuelle Kartendaten (2008) aus. Navigon und TomTom gehen einen Schritt weiter. Navigon bietet, unter dem Namen FreshMap, eine regelmäßige Aktualisierung der Kartendaten an. Dieser Service ist im Kaufpreis für ganze zwei Jahre enthalten. TomTom bietet die Aktualisierung der Daten für ein Jahr kostenlos an. Hier werden allerdings die Kartendaten nicht nur vom Lieferanten aktualisiert, sondern zusätzlich noch von einer Community, die Missstände und kurzfristige Änderungen schneller erfassen kann.

Topografische Details

DetailsFern ab von Wegen und Straßen erweisen sich viele PNDs als wenig brauchbar. Denn sie sind meist nur mit vektorbasierten Straßenkarten bestückt. Wollen Sie sich dennoch in Wäldern oder in den Bergen lotsen lassen, hilft nur der Einsatz von speziellen Outdoor-Geräten wie beispielsweise das Triton 2000 von Magellan. Hiermit lassen sich Routen aufzeichnen und der Weg zurück zum Ausgangspunkt finden.Einige Hersteller von mobilen Navigationslösungen haben diesen Trend erkannt und ermöglichen auch mit den für Fahrzeuge gedachten Geräten eine Wegführung fernab von Straßen.

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Je neuer das Kartenmaterial, desto präziser die Routenplanung.

Die nüvi-Reihe von Garmin lässt sich beispielsweise zusätzlich zu den vektorbasierten Straßenkarten mit topgrafischem Kartenmaterial bespielen. Im Navigationsbetrieb haben Sie dann die Wahl, welche Karte Sie verwenden. Sie können entweder nur die Straßenkarte oder die topografische Karte verwenden. Auch eine Kombination aus beiden ist möglich. Bei dieser Einstellung überlagert Garmin beide Karten in einer Ansicht. Wie eine solche kombinierte Darstellung aussieht, sehen Sie im Bild links. Für dieses Beispiel haben wir auf dem Garmin nüvi 770TFM nur einen kleinen Kartenausschnitt der topografischen Karte installiert. In der linken Hälfte sehen Sie die reine Straßenkarte. In der rechten Hälfte sind die topografischen Inhalte überlagert.

Bildergalerie

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Fazit

Die Hersteller versuchen, an vielen Fronten die Attraktivität Ihrer Produkte zu erhöhen. Neben den Navigationsfunktionen, die fast alle Hersteller ganz ordentlich beherrschen, versuchen sie, mit FM-Transmittern und Mediaplayern die Gunst der Käufer zu erringen. Leider völlig unabhängig davon ob diese Funktionen nützlich sind oder nicht.

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