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Testbericht

Teil 2: Vergleichstest Flachbildfernseher

Grundig Lenaro 37 LXW 94-9710

Grundig verkaufte die ersten Röhrenfernseher mit 100-Hz-Technologie. Mit dem neuen Lenaro präsentieren die Nürnberger nun ihren ersten 100-Hz-LCD ? entsprechend hoch sind die Erwartungen.

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Mit dem Lenaro 37 LXW 94-9710 bringt Grundig seinen ersten 100-Hz-LCD-Fernseher heraus.

Vor 20 Jahren ging mit Grundigs M 70-390 der erste 100-Hz-Fernseher der Welt in Serie. In diesen 20 Jahren hat sich bei Grundig viel geändert. Allen Schwierigkeiten zum Trotz, haben sich die Franken ihren Qualitätsanspruch erhalten. Dazu gehört es, nicht blindlings den neuesten Trends zu folgen und ausschließlich Technologien zu verbauen, die als ausgereift gelten.

Ausstattung: Vielleicht gerade deshalb kommt der erste 100-Hz-Grundig mit der HDready-Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten aus. Denn rein technisch ist das Qualitätspotenzial der Chips für diese Auflösung höher als für ein FullHD-Panel, das die doppelte Rechenleistung frisst. Doch dazu später mehr. 1700 Euro für einen 37-Zoll-Fernseher ist verhältnismäßig günstig - zumindest für den, der Qualität kaufen möchte. Deshalb verdient der schwere und edle Glasstandfuß seine Anerkennung.

Schnittstellen: Dafür hat Grundig in der Schnittstellenausstattung den Rotstift angesetzt. Nur ein HDMI-Port ist im Jahr 2008 zu wenig. Zwar unterstützt ihn ein DVI-Eingang, dessen Zuständigkeit jedoch primär für PC-Signale gilt. Zwei Scartbuchsen erscheinen im ersten Moment genug. Wer den Lenaro jedoch für den digitalen TV-Empfang nachrüsten will, benötigt pro Empfangsart schon eine. Eine Tunerkomplettaustattung wie bei TechniSat wäre also per se nicht möglich.

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Schwer und edel: Der Standfuß aus Glas.

Bedienung: Gut gelungen ist die Integration der Micro-Receiver: Ein Buskabel genügt, um sie mit Strom zu versorgen und deren Digitalprogramme in die TV-Bedienung zu integrieren. Grundigs ?Easy Dialog?-Oberfläche weiß zu begeistern. Für jede Option ist ein Hilfstext hinterlegt, der sich über die ???-Taste der Fernbedienung aufrufen lässt. Praktisch: Ein Tastendruck zaubert eine Grafik der Schnittstellenanordnung auf das Panel. Und wer Fragen zu den Symbolen auf der Fernbedienung hat, bekommt im Menü unter ?Fernbedienung? Antwort. Eigentlich überflüssig, dass Grundig trotzdem mit englischen Begriffen wie ?Perfect Clear? operiert - aber Gott sei Dank gibt es ja die Hilfe.

Ebenfalls an Bord hat der Lenaro den ?TV Guide?. Er ist ein elektronischer Programmführer für das analoge Fernsehen und die eventuell angeschlossenen Micro-Receiver.

Schade, dass Grundig wie auch die Testkonkurrenz auf Voreinstellungen verzichtet. Punkte wie ?Film?, ?Sport? oder ?Spiele? wären dem Nutzer hilfreich, da die voreingestellten Bildparameter kaum weiter vom Optimums entfernt liegen könnten. Schon wenige Einstellungen verbessern die Bildqualität deutlich.

Bildqualität: Allerdings vermisste der Tester einen Regler, der das strahlende Hintergrundlicht zähmt. Schwarze Bildinhalte wirken so allzu gräulich. Und da sich der Signalpegel ?Helligkeit? nicht korrekt einstellen lässt, ?saufen? nuancierte Details in dunklen Szenen ab. So entpuppt sich die Kontrastdarstellung des Franken auch als dessen größtes Problem. Dafür brilliert der Nürnberger farblich. Der Weißabgleich mittels Farbtemperatur-Regler gelingt genauso wie das Einstellen der richtigen Sättigung. Schwierige Rasenszenen zeigt das Display genauso neutral wie die bewusst knallig colorierten Actionszenen aus Transformers?.

Testergebnisse

Grundig Lenaro 37 LXW 94-9710
Grundig
1.700 Euro

37-Zoll-LCD-TV

Weitere Details

65 Prozent

Fazit:Mission geglückt: Die 100-Hz-Integration kann sich sehen lassen - an den Basisqualitäten muss Grundig noch feilen.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
gut

Das eigentliche Highlight ist - wie Eingangs erwähnt - die 100-Hz-Technik. Sie verhilft egal welchem Eingangssignal zu einer deutlich flüssigeren Bewegungsdarstellung. Leider kennt Grundig nur ?an? oder ?aus?. Zusätzliche Optionen wie ?leicht? und ?mittel? wären sowohl dem Nutzer als auch der Bildqualität dienlich. Ersterem, weil nicht jeder die MAZ-Ästhetik deutscher Vorabendsoaps auch in Filmen haben möchte. Der Bildqualität, weil eine weniger starke Bewegungskompensation auch zu weniger Bildfehlern, also dem Entstehen von Geisterbildern, führen würde. Hier lässt die ansonsten gelungene 100-Hz-Schaltung noch Raum für Verbesserung.

Dem guten Ton bleibt Grundig nichts schuldig: Mit Tiefdruck und feinen Höhen spielen sich der 37- Zöller in die Herzen der Zuschauer. Etwas mehr Volumen hätte vor allem den Mitten nicht geschadet - die asiatische Konkurrenz bleibt hier jedoch um Klassen zurück.

Bildergalerie

Galerie
Grundig Lenaro 37 LXW 94-9710

Über zwei Kabel holt sich der angeschlossene Micro-Receiver Strom und bindet sich über den so genannten G-Bus in die Systembedienung ein.

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