Testbericht

Teil 2: Tintenstrahldrucker und Verbrauchsmaterial im Test

Think big!

Im Supermarkt gilt die Devise: Wer große Packungen einkauft, zahlt pro Einheit weniger. Das gilt auch für Tintenpacks. Nur heißen diese nicht "Familienpackung", so wie im Großmarkt, sondern "Multi", "Value" oder "Kombi"-Packs. Wer zu diesen Packungen greift, kann teilweise erheblich sparen.

Test Tintenstrahldrucker

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Lexmark setzt ausschließlich auf Patronen mit integriertem Druckkopf für den einmaligen Gebrauch.

Hewlett-Packard verlangt für eine einzelne Standard-Farbpatrone (363), passend für den getesteten Photosmart D7460, 9,99 Euro. Auf einen Preis für die Standard-Schwarzweißpatrone will man sich auf der HP-Webseite nicht festlegen. Für die Schwarzpatrone mit hoher Kapazität möchte das Unternehmen 29,49 Euro. Bestellte man alle sechs Patronen, so zahlte man rund 79,50 Euro. Dass keine Versandkosten anfallen, tröstet nur wenig, wenn man nach einer solchen Bestellung erfahren muss, dass man sechs Patronen mit hoher Befüllung und sogar noch 150 Blatt Fotopapier zum Preis von 35,99 Euro auch hätte haben können.

Derjenige Verbraucher, der sich über die Produktbeschreibung zu den Verbrauchsmaterialien klickt, wird das "HP 363 Value Fotoset", bei dem man weit über 40 Euro spart, schlicht nicht finden. Es lohnt sich aber wirklich, danach zu suchen, denn der Preis für ein 10x15-Bild sinkt damit auf 24 Cent pro Bild. Preislich ist dieses Kombipack so aggressiv aufgestellt, dass selbst Anwender, die keine Fotos ausdrucken, günstiger drucken, als mit allen anderen Kombinationen von reinen Tintenpacks, die HP anbietet.

Bei Lexmark gibt es Packungen mit zwei Tintenpatronen zum Vorzugspreis, allerdings nur die "voll betankten". Das Patronen-Kombipack besteht aus der Nummer 44 und 43 und kostet 44,49 Euro bei freiem Versand. Online finden wir das Päckchen allerdings schon für 33 Euro plus 4 Euro für den Versand. Immerhin ergibt sich daraus eine Ersparnis von 12,50 Euro gegenüber dem Einzelkauf über die Lexmark-Webseite. Der Preis für ein 10x15-Foto verringert sich damit von 61 auf zirka 51 Cent. Lohnen tut sich das Kombipack allerdings nur, wenn man auch häufig monochrome Dokumente ausdruckt. Ansonsten würde man ja auf der schwarzen Tinte sitzen bleiben.

Canon bietet das "ChromaLife-Komplettpack CLI-8" für den Pixma iP4500 für 59,99 Euro an. Darin findetman drei Farb- und eine Schwarzpatrone für den Fotodruck und 50 Blatt 10x15-Papier (PP-101), das es in dieser Größe nicht auf der Canon-Seite zu bestellen gibt. Demnach soll der Inhalt wohl einem Wert von rund 88,50 Euro entsprechen.

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Test Epson Stylus Photo R285
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Computer:Drucker

Druck- und Verbrauchskosten

Ein Blick zum Preisvergleicher verrät uns: Das Päckchen gibt es schon für 39 Euro inklusive Versand. Damit reduziert sich der Preis für ein Standardfoto von 80 Cent auf zirka 29 Cent, wenn man so schlau ist gleich ein paar Päckchen des PP-101 mitzubestellen, die es im 20er-Pack schon unter vier Euro gibt. Nach unseren Messungen reicht die Tinte in den Patronen nämlich für deutlich mehr als 50 Bilder.

Bei Epson muss man nicht lange suchen, bis man das Multipack T0807 für 53,99 Euro gefunden hat. Diese Packung beinhaltet alle sechs Tintenpatronen, die man für den Epson Stylus Photo R285 benötigt. Allerdings fällt die Preisersparnis mit zehn Prozent nicht gerade üppig aus. Kennt man aber die Bezeichnung des Multipacks, ist es ein Leichtes, einen Online-Preisvergleicher für die Suche nach dem günstigsten Anbieter zu bemühen.

Wir finden einen Händler, der uns die Packung für 37,50 Euro verkaufen will. Zuzüglich der Versandkosten von sieben Euro, bleibt immerhin noch eine Ersparnis von 9,50 Euro übrig. Bestellt man über den Epson-Store.de eine Packung "Premium Glossy Photo Paper" mit 50 Blatt für 9,99 Euro dazu, dann reduziert sich der Preis für ein 10x15-Foto auf 34 Cent. Und das klingt doch schon viel entspannter als 60 Cent pro Bild.

Allerdings gilt diese Rechnung nur bei idealen Bedingungen. Denn die Technik und auch das Verbraucherverhalten selbstmachen gerade dem Epson-Drucker das sorgenfreie Leben schwer.

Tadel der Tinte

Auch bei diesem Test zeigte sich bei den Tintenstrahldruckern von Epson eine deutliche Neigung zum Eintrocknen. Obwohl der R285 sofort nach Eintreffen im Testlabor auf den Test-Parcours geschickt wurde, zeigten sich bei einigen Ausdrucken bereits Streifen - ein Anzeichen für verstopfte Druckdüsen. Um wieder ein perfektes Druckbild zu erhalten, muss eine Reinigung durchgeführt werden, bei der teure Tinte in den so genannten "Diaper" (Wattetupfer, engl. Windel) fließt. War der Reinigungsvorgang nicht erfolgreich, so wird die durchgespülte Tintenmenge erhöht.

Wiederholt man dieses Spielchen mehrmals, so kann man innerhalb kurzer Zeit eine komplette Patrone leeren. Das Eintrocknen von Düsen kann man bei Tintenstrahlern leider nicht ausschließen. Schließlich ist Tinte kein Zauberprodukt, das sein Verhalten beliebig ändert; auch wenn man heute von moderner Tinte erwartet, dass sie im Drucksystem immer flüssig bleibt und auf dem Papier sofort trocken und wasserfest sein soll.

Viele Tintenstrahldrucker verhindern das Eintrocknen der Düsen durch gelegentliches "Ausspritzen". Deshalb sollte man ein solches Gerät nie ganz vom Storm trennen, auch wenn das dem Klimaschutz nicht zuträglich scheint. Wer alle drei Monate einen neuen Tintenkopf oder Drucker kauft, handelt schließlich auch nicht im Sinne des Klimas.

Drucksysteme und Verbrauchskosten

Grundsätzlich kann man Drucker und natürlich auch deren multifunktionale Brüder in zwei Klassen teilen. Es gibt jene mit festem Druckkopf, die meist mit Einzelpatronen kombiniert sind, und solche, deren Druckkopf in der Patrone integriert ist. Systeme mit Einzelpatronen haben den Vorteil, dass man grundsätzlich die gesamte Tinte einer Patrone verbraucht, bevor diese ausgewechselt wird. In unserer Berechnung wird dieser Umstand berücksichtigt. Man kann also davon ausgehen, dass die angegebenen Verbrauchskosten zuhause in etwa reproduzierbar sind. Notwendige Reinigungsvorgänge sind allerdings nicht enthalten.

Test Tintenstrahldrucker und Material

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Tintenstrahldrucker und ihre Verbrauchskosten

Bei Farbpatronen mit drei Kammern kommt es stark darauf an, was der Konsument ausdruckt. Es wäre Zufall, wenn man beim Fotodruck genau die gleichen Anteile von Cyan, Magenta und Gelb benötigte. Meist ist eine der drei Farben zuerst leer. Dann sind Ausdrucke oft gar nicht mehr möglich oder aber farblich völlig verfälscht. Letztlich wirft man immer etwas Tinte in den Müll - mal mehr, mal weniger. Das hängt ganz davon ab, was für Fotos Sie ausdrucken.

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