Testbericht

Teil 2: TEST: Vier Mini-ITX-Mainboards für kleine Rechner, davon drei mit Atom-CPU

Installation

Was Gehäuse angeht, muss man leider immer noch ein bisschen suchen, wenngleich sich die Lage in den letzten Monaten deutlich gebessert hat. Als Beispiel haben wir uns das neue Antec-Gehäuse kommen lassen, das für Mini-ITX-Platinen ohne eigenes Netzteil gedacht ist (siehe Absatz "Ein Heim für Mini-ITX-Platinen"). In einer späteren Ausgabe werden wir eventuell einen Vergleichstest von solchen Gehäusen nachlegen. Mailen Sie uns, wenn Sie dieses Thema ausführlicher behandelt haben möchten - wir richten uns bei unserer Themenauswahl gerne nach Ihren Wünschen.

© Archiv

Zotac IONITX-A-E

Doch nicht nur in der Bestückung unterscheiden sich die eingesandten Platinen. Auch das BIOS Setup und die mitgelieferte Software ist je nach Hersteller unterschiedlich. Gut hat sich in diesen Punkten Gigabyte geschlagen. Auch wenn BIOS-Updates bei Platinen mit fest aufgebrachter CPU nicht den gleichen Stellenwert haben wie bei normalen Mainboards, wo Aktualisierungen oft nötig sind, um den Mikrocode neu hinzugekommener Prozessoren einzuspielen, ist das Dual-BIOS eine nützliche Angelegenheit.

Mit einfachen Mitteln lässt sich das BIOS so zurückspielen, wenn es durch Virenbefall, fehlerhaftes Flashen oder eine sonstige Panne nicht mehr will. Das Aktualisieren funktioniert auch aus der Windows-Oberfläche heraus. Eine entsprechende Gigabyte-Anwendung sucht selbstständig nach neuen Versionen und spielt diese auf Mausklick ein. Warum allerdings die Software auch beim Fund einer gleichen Version meldet, sie habe sie eingespielt (was nicht der Fall ist) und den Rechner mit großem Brimborium neu hochfährt, wissen wohl nur die Programmierer.

Angenehm und zuverlässig ist die so genannte Xpress-Install-Option, die alle nötigen Treiber automatisch installiert. Asus bietet mit InstAll und Asus Update einen vergleichbaren Komfort. Zotac dagegen zeigt nur eine Reihe von Treibern an, die man nacheinander zum Einspielen anwählen muss. Das ist zwar nicht weiter tragisch, aber wenn scheinbar zwei Soundtreiber (HDA und Nvidia HDMI Sound) zur Auswahl stehen, könnte das weniger sattelfeste Bastler unnötig verwirren.

Leistung

Die Leistung der Platinen hängt wie bei anderen Mainboards auch davon ab, welche Grafikeinheit und vor allem welcher Prozessor darauf Dienst schiebt. Mit Ausnahme des Zotac-LGA775-Boards können die Mini-ITX-Platinen mit normalen Desktop-Rechnern nicht mithalten. Das betrifft sowohl die Grafikleistung als auch die der CPU. Die Grafik-Engine eignet sich für normale Aufgaben wie Office, Internet und Co. in allen Fällen.

Auch für das Abspielen von Blu-ray bzw. HD- Material eignen sich alle Platinen. Hier liegen die Unterschiede eher darin, wie stark die CPU dabei belastet wird. Bei Boards mit Intels 945GC-Chipsatz macht dessen Grafikeinheit deutlich mehr Gebrauch vom Hauptprozessor als die Nvidia- Grafik der Ion-Plattform. Das kann, muss sich aber nicht negativ auswirken. Kann das Material ungestört decodiert und abgespielt werden, kommen alle Systeme mit der Aufgabe klar.

Für Spiele eignen sich wie auch bei großen ATX-Mainboards die Chipsatzgrafiken kaum. Nur ältere Spiele oder solche mit geringen Anforderungen laufen flüssig ab und auch in diesem Fall müssen bei vielen Spielen Abstriche bezüglich der Auflösung, Detailtiefe oder sogar beidem gemacht werden. Hier bietet nur das Zotac-Board mit Prozessorsockel und PCI-E-Schnittstelle genügenden Konfigurationsspielraum.

Was die Prozessorleistung angeht, ranken sich um den Atom viele Gerüchte, die von noch mehr Messwerten genährt werden. Da nur die wenigsten etwas mit 1500 Punkten im Cinebench R10 anfangen können, haben wir den Vergleich gewagt und aus Jux den Uralt-Rechner eines Redakteurs mit dem Cinebench vermessen. Das Ergebnis war interessant: Mit etwa 950 Punkten landete der Athlon XP 1600+ mit 512 MByte PC3200 DDR-RAM unter Windows XP ziemlich genau in der Mitte zwischen der Cinebench-Messung des Atom 330 mit einem Kern und allen vieren (2 Kerne jeweils mit Hyperthreading).

Das sollte allen die Illusion rauben, die der Ansicht sind, der Atom sei ein leistungsfähiger Prozessor. Er ist in erster Linie eins: sparsam.

Mehr zum Thema Gehäuse sowie ein Fazit finden Sie auf der dritten Seite...

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