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Testbericht

Teil 2: Test: Standlautsprecher

Inhalt
  1. Test: Standlautsprecher
  2. Teil 2: Test: Standlautsprecher

Im Hochtonbereich setzt Elac eine Seidenkalotte mit 25 Millimetern Durchmesser und Ferrofluidkühlung für die Aluminium-Schwingspulenträger ein. Deshalb entwickelte die FS 68 ihr volles Potenzial wie die Mission erst nach einer gewissen Einspielzeit. Letztere vertraut zur Steigerung der Belastbarkeit ebenfalls auf Ferrofluid-Hochtöner und fährt einige außergewöhnliche Materialien und Details auf. Nur sieht man es ihr - typisch britisches Understatement - nicht so deutlich an wie ihren beiden deutschen Rivalen, denen sie immerhin einen Preisvorteil von 100 Euro voraushat.

Test: Standlautsprecher

© Archiv

Der Frequenzgang der Magnat zeigt einen Peak im Oberbass, der die ansonsten makellose Linearität etwas trübt. Diese Eigenschaft lässt sich durch die Raumanpassung mildern.

Die M 35 i verspricht mit ihren "Paramid"-Membranen (eine Mischung aus Aramidfaser umhüllt von zwei härteren Decklagen) im Tief-Mittelton-Bereich niedrige Verfärbungen durch Minimierung von Resonanzen. Im Hochtöner soll eine besonders leichte Kalotte aus fein gewobenem Viotex blitzschnell auf Impulse reagieren und dem Signal folgen wie die Warteschlange an der Londoner U-Bahn dem unerschütterlichen Ehrenkodex des Empires - nur dass es deutlich schneller vorangeht.

Als Zeichen britischen Eigensinns drehten die Entwickler gleich noch die Reihenfolge von Hoch- und Tief-Mitteltöner um. Die IDG (Invertierte Treibergeomtrie) soll der Mission zu einem Laufzeitausgleich der unterschiedlichen Frequenzbereiche ohne elektronische Verzögerung an der Frequenzweiche verhelfen. Schließlich war Mission schon unter dem früheren Chefentwickler Henry Azima, dem Bruder des Firmengründers Farad Azima, für seine puristischen Frequenzweichen bekannt.

Wenig Unterschiede gibt es in Sachen Anschlüsse, Aufstellung und Raumanpassung: Solide Bi-Wiring-Schraubklemmen, Spikes und Schaumstoffpropfen zur Bedämpfung der rückseitigen Bassreflex-Öffnungen sind in diesem Vergleich Standard. Elac packt zusätzlich noch Pucks zur Schonung von Parkett bei.

Test: Standlautsprecher

© Archiv

Die M 35 i fährt hochwertige, vergoldete Kabelbrücken auf. Praktisch: im Bi-Wiring-Betrieb bleiben die Brücken an der Box und gehen so nicht verloren

Im Hörtest präsentierte sich in Zeiten der gleichzeitig ablaufenden Fußball-EM ein einiges Europa. Die Zeiten, da anglophile und kontinentale Lautsprecherabstimmungen die Gemüter spalteten, sind Vergangenheit. Lediglich Tendenzen ließen sich nach längerem Hören noch ausmachen.

So klang die Mission tatsächlich etwas körperbetonter, erdiger und dunkler, als die beiden frisch und buchstäblich frei aufspielenden Deutschen. Doch äußerte sich ihre besondere Affinität zu den mittleren Tonlagen nicht direkt in einem Höhenmangel, sondern in einer im Vergleich zur Elac und Magnat eher diffusen und flächigen Abbildung. Die Magnat markierte mit ihrer besonders weiträumigen, von einem exzellenten Fokus charakterisierten Wiedergabe das andere Extrem.

Die Elac stand in dieser Hinsicht mit etwas mehr Körper und trotzdem sehr offenem, transparentem Klangbild dazwischen, allerdings näher an der Magnat als an der Mission. Die besonderen Stärken der FS 68 lagen in der Natürlichkeit und Basspräzision, während die unterm Strich ebenbürtige Quantum die Bestmarken in puncto Spielfreude und Tiefbassfundament setzte. Die M 35 i blieb eher unauffällig, was angesichts ihres Preises im Kreise zweier Ausnahmetalente wahrlich keine Schande ist.

Test: Standlautsprecher

Ein Quantum Trost?

\n MissionM 35I
www.lag.de
700 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

58 Prozent

Fazit:Wer britische Zurückhaltung schätzt, wird diese Bos in jeder Hinsicht lieben.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Starken & Schwächen

Klangqualität: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Elac und Magnat spielfreudiger aber ist die Quantum 607.

Ausstattung: Auch hier schenken sich die beiden Deutschen nichts, die Britin kann nicht ganz mithalten.

Verarbeitung: Achtungserfolg für England, gerade in der Anmutung liegt die billigste Box vorn.

Fazit:

Die gute Nachricht: Die Technik enteilt im Lautsprecherbereich eindeutig der Inflation: So gute Boxen gab es in D-Mark-Zeiten wohl kaum für unter 1.600 Mark. Das bedeutet mehr als ein Quantum Trost. Die schlechte: Sie haben die Qual der Wahl zwischen der betont spritzigen, offenen Magnat, der ebenso ehrlichen wie enthüllenden Elac oder der dezenten, so preis-wie liebenswerten Mission. Doch das sind eben Luxussorgen.

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