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Testbericht

Teil 2: TEST: Luxus-Boxen von Klipsch für 5.000 Euro - 5.0-Surround-Set

Inhalt
  1. TEST: Luxus-Boxen von Klipsch für 5.000 Euro - 5.0-Surround-Set
  2. Teil 2: TEST: Luxus-Boxen von Klipsch für 5.000 Euro - 5.0-Surround-Set

Auch in Surround eine nicht zu unterschätzende Tugend und bereits mit dem vergleichsweise kleinen Denon AVR-1910 (Test in [int:article,107177/]) gingen die Klipsch eine göttliche, nein bleiben wir bei der Wahrheit, teuflisch heiße Liason ein.

© Archiv

Unter 80 Hertz steil abfallend, nervöser Frequenzverlauf im Mittel aber noch recht ausgewogen. Die Boxen sollten nur leicht angewinkelt werden und können wandnah stehen

Kostprobe gefällig? Aber festhalten! Pothead live - der erste Ton des Synthie-Intro zu "Stadium" kommt vom Band. Wer das Stück nicht kennt, zuckt schlagartig zusammen und geht in Fluchtposition. Adrenalin schießt ins Blut. Dabei spielen sich die Heresey wie Pothead gerade erst warm. Brad und Jeff Dope, wie die Gitarristen passend heißen, nehmen noch schnell einen kräftigen Schluck Bier, dann fönen die Riffs der Bassgitarre brutal und so knochentrocken los, dass ein Ardbeg Whiskey in Fassstärke wie lauer Biogemüsesaft rüberkommt. Wenn so die Hölle ausschaut, buche ich ein Zimmer. "You're gonna get your Fingers burned" - wie recht Alan Parson hatte.

Ob Pothead oder Ian Anderson mit dem Klassiker "Locomotive Breath", ob Beethovensche Fünfte Sinfonie in der Tacet-SACD- Einspielung, Mehrkanal-Aufnahmen wurden zum Erlebnis - ob Pop, Rock, Klassik oder Movie, da atmete ein Orkan. Bei aller Macht passten stets die Größenverhältnisse, nicht zuletzt wegen einer Heresey im Centerkanal. Interpreten konnten sich so auf einer imaginären Bühne frei bewegen, ohne dass tonale und räumliche Brüche störten. Das gelingt nur mit identischen Boxen für alle Kanäle. Gewiss gibt es Lautsprecher, die tonal sicherer und präziser balancieren, doch kamen die Heresey in Sachen Neutralität nie weit vom Pfad der Tugend ab.

Das bestätigt der Frequenzschrieb, der zwar zerklüftet ausschaut, Peaks und Senken jedoch sind schmalbandig und wirken klanglich viel schwächer als breitbandige Senken oder Überhöhungen. Auch zeigt die Messung einen deutlichen Bassabfall unter 100 Hertz, schon viele preiswertere Sets schürfen da tiefer und ziehen schwärzere Register; vermisst habe ich nichts.

Testprofil

KlipschHeresey 3
www.osiris-audio.de
5.000 Euro

5.0 Surround-Set

Weitere Details

74 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
gut

Im Gegenteil, ein ungeschickt gewählter oder nicht optimal justierter Subwoofer bremst eine so schlackenfreie, rasante Wiedergabe nur aus. Und die Heresey fahren ein Tempo fernab jeder Geschwindigkeitsbegrenzung. Einzig Woofer mit einer akkuraten und trockenen Basswiedergabe harmonieren mit diesen Speakern. Wer tiefer in den Frequenzkeller vordringen möchte, sollte über die Anschaffung eines, besser noch von zwei Klipsch-Subs nachdenken.

Aufstellung:

Die Heresey sind ohne Sockel und als Standversion mit Fuß erhältlich. Für Hörabstände über drei Meter empfiehlt sich, die Box ohne Sockel zu wählen und auf etwa 30 Zentimeter hohen Ständern zu platzieren. Mit geringer Basisbreite klingen die Heresey parallel aufgestellt homogen, sonst nur leicht auf den Hörplatz anwinkeln.

Fazit

Die Wahrnehmung von Musik oder Movies ändert sich, wenn Boxen nur einige Zehntel Watt benötigen um Zimmerlautstärke zu erreichen. Tonale Aspekte treten in den Hintergrund, dynamische Strukturen gewinnen an Bedeutung, weil sie schon leise erfahrbar werden. Das belegen die Heresey in aller Deutlichkeit. Schönfärberei ist ihnen dabei so fremd wie massenkonformes Styling. Die Klipsch sind eben anders, sie machen so viel Spaß, dass selbst hartnäckig, audiophile Naturen ihre Begeisterung nicht verhehlen können. Das mag ketzerisch sein, doch gewisse Dinge braucht Mann eben.

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