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Testbericht

Teil 2: TEST: LCDs mit 130 Zentimeter Bild im Vergleich - 50-Zöller ab 2000 Euro

Primäre Tugenden

Metz hat den Primus 55 als besten Fernseher angekündigt, der jemals die Bänder der Zirndorfer Produktion verlassen hat. Jetzt muss er zeigen, was er zu bieten hat.

Mit dem Anspruch, Klassenbester zu werden, hat sich der Primus 55 einiges vorgenommen. Und wer das Gerät einmal im Einsatz gesehen oder versucht hat, es anzuheben, hat gemerkt, dass Metz hier nicht gekleckert, sondern mächtig geklotzt hat. Das gute Stück bringt satte 71 kg auf die Waage, wofür die Verwendung von viel Metall und Echtglas verantwortlich zeichnet.Das Design ist gegenüber dem verschmolzenen Plastiklook einiger Mitbewerber absolut geradlinig und wirkt extrem edel. Das hoch glänzende Tiefschwarz sieht nach echtem hochwertigen Klavierlack aus, und die dezenten Chrom-/Edelstahl-Applikationen von Boxenpart und Standfuß passen sich perfekt an diesen modernen Retrolook an.Der mächtige Metz ist, kurz gesagt, ein atemberaubendes Bild von einem Fernseher. Die edlen Sensortasten am Gerät sowie das OLED-Klartextdisplay passen hervorragend zum noblen Erscheinungsbild.

© Archiv

Metz Primus 55

Variabel ist Programm

Metz als Fachhandelsmarke setzt auf gute Verkäufer, deren kompetente Beratung und individuelle Lösungen. So gibt es den Primus 55, der ja eigentlich fast alles hat, was man sich wünschen kann, in individuellen Aufstellungs- und Empfangslösungen.

Die von uns getestete Variante mit Standfuß ist die teuerste. Mit Tischfuß kostet der Primus 6.500, zum An-die-Wand-Hängen 6.000 und ohne Soundmodul noch 5.600 Euro.

Auch beim TV-Empfang zeigt sich Metz gewohnt umgänglich. Der Fachhändler kann den doppelt vorhandenen Dreifach-Tuner gegen zwei HDTV-Satellitenmodule tauschen und das Gerät somit an jede Empfangsherausforderung anpassen.

Highlight der Metz-Ausstattung ist die Aufzeichnungsoption auf der integrierten 500-GByte-Festplatte. Dank Doppeltuner kann man parallel schauen und aufnehmen, das Programmieren von Sendungen funktioniert dank übersichtlichem Programmführer genauso einwandfrei wie das Aufrufen aufgezeichneter Programme.

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Die beiden CI-Slots sind laut Aussage von Metz CI+-geeignet. Auch Module von HD+ sollten einwandfrei laufen.

Auf Wunsch schneidet der Primus sogar die letzten geschauten Stunden mit, so dass man im laufenden TV-Programm einfach zurückspulen kann. Wie das Ganze mit der von Metz propagierten CI+-Lösung zusammenspielen wird, bei der eine extreme Kontrolle der Aufnahmemöglichkeiten durch die Sender stattfinden darf, konnten wir nicht testen, da passende Module noch nicht angeboten werden.

Eingangsseitig gibt sich der Primus keine Blöße und ist mit dreimal HDMI nebst DVI (digital und analog) auf dem Stand der Anforderungen. USB befindet sich oben am Gerät und beschränkt sich auf die Wiedergabe von JPGFotos - sicherlich die wichtigste Applikation für den klassischen Metz-Kunden.

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Die hinter einer großen Sichtschutzklappe verborgenen Anschlüsse gewähren mehr Geräten als üblich Zugang. Der doppelte Dreifach-Tuner kann gegen zwei HD-fähige Sat-Module getauscht werden.

Videowiedergabe, DLNA-Netzwerk-Einbindung oder die Integration von Web-Diensten wie YouTube sieht das System nicht vor. Stattdessen werden Schnittstellen für die Steuersysteme mecaHome+ und T+A-Link angeboten, die hochwertige Hi-Fi-Anlagen und die Hauselektronik "Moeller Xcomfort" im Griff haben.

Bestes Bild, bester Ton

Bildtechnisch bietet Metz die größte Entwicklungs-Innovation. Aus 100 Hz Bewegungsglättung werden durch Scannen der hinterleuchtenden LEDs 200 Bildzyklen pro Sekunde. Satte 960 LEDs bestrahlen in 80 Gruppen direkt das riesige LCD-Panel und schaffen exakt die für jeden Bildbereich nötige maximale Helligkeit.

Nebenbei schalten sie sich in vier Zonen für jeden Bildaufbau kurz ab, um Bewegungen flüssiger erscheinen zu lassen. Das doppelseitig entspiegelte Frontglas vertieft die Schwarzeindrücke nochmals, senkt die von uns gemessene Maximalhelligkeit aber auf unter die Hälfte der von Metz angegebenen 500 cd/m² ab. Der Metz ist daher vor allem für den abendlichen TVGenuss optimiert, obwohl ein Lichtsensor das Bild auch sehr gut an das taghelle Umgebungslicht anpasst.

Überraschend vorbildlich zeigte sich die Gesamtabstimmung unseres Testmusters. Nach simplem Abgleich von Kontrast und Helligkeit und Einstellen von "D65" als Farbtemperatur erzielten Farbraum, Farblinearität und Gamma-Funktion absolutes Studioniveau. Kinobilder wirken natürlich bis auf die nicht anschaltbare Entrucklung durch die 200-Hz-Schaltung.

Testprofil

MetzPrimus 55
www.metz.de
6.500 Euro

55-Zoll LCD-TV

Weitere Details

84 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
gut

Das Bild besitzt eine erstaunliche Tiefe, und selbst bei zu geringem Sichtabstand stören Artefakte oder Unzulänglichkeiten der Bildquelle nie. Alles ist hervorragend voreingestellt und abgeglichen, notfalls erledigen Rauschfilter und Schärferegulierung den Feinschliff. Für einen LCD liefert der Metz ein wunderbar lebendiges Bild und wird hier insgesamt nur vom Panasonic-Plasma überholt. Klanglich bietet Metz mit das Beste, was man je von einem TV-Gerät hören durfte.

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