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Testbericht

Teil 2: TEST: Drei günstige Stereo-Boxen von Magnat, KEF und Jamo

Jamo mit Top-Bestückung

Die Jamo S 606 vertraut Bässen, Mitten und Höhen lieber eigene Töner an und ist als echtes Drei- Wege-System gestaltet. Wie an den KEF C 7 unterstützt die Hochtöner der S 606 ebenfalls ein kleiner Hornvorsatz. Im Vergleich zur Ausstattung ihrer Konkurrentinnen geben sich die schlanken Säulen fast verschwenderisch.Gleich zwei Chassis übertragen die Mitten. Statt einer konventionellen Staubschutzkalotte prangt in deren Mitte je ein fest stehender Phaseplug, der die Wiedergabe optimieren soll und gleichzeitig Kompressionseffekte hinter der Membran, die zu einem nervösen Klang führen können, mindert. Hoch- und Mitteltöner residieren in einem eigenen, mechanisch vom übrigen Gehäuse getrennten Abteil.

© Archiv

KEF C 7

Gegenseitige Wechselwirkungen mit dem Tieftöner über eingeschlossene Luftvolumen sind damit ausgeschlossen. Zusätzlich profitiert der Boxenkorpus von der Maßnahme durch eine höhere Stabilität. Im Labor bestätigte das sogenannte Wasserfalldiagramm den Boxen von Jamo dann auch ein zügiges Ausschwingen.

Um die schmale Silhouette zu ermöglichen, verbannten die Entwickler den Tieftöner in die Flanke der Lautsprecher. Diese Anordnung ist nicht unkritisch, gelang den Jamo-Entwicklern jedoch wie die Messungen im Video-HomeVision-Labor belegen. Bemerkenswert dagegen ist der Pegelanstieg um durchschnittlich fünf Dezibel ab zwei Kilohertz.So gingen die dänischen Schönheiten im Hörtest auch mit tüchtig Feuer zur Sache. Schmauchte Paolo Conte "Via con me" ("Best Of"/Zounds) via Jamo in den Hörraum, so faszinierte die Sauberkeit und Klarheit der Wiedergabe - die rauchig kehlige Stimme Contes präsentierten die S 606 auf dem sprichwörtlichen Silbertablett. Dieses schien aber obendrein frisch poliert zu sein. So präzise einzelne Facetten der Stimme des Barden auch leuchteten, an Körper mangelte es. Zu körperlos und unterkühlt erschien Conte. Das Spiel gewann etwas an Farbe und Kraft, wenn die Boxen parallel standen, also nicht auf den Hörplatz angewinkelt wurden.

Testprofil

KEFC 7
www.kef.com
500 Euro

Stereo Lautsprecher

Weitere Details

58 Prozent

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
sehr gut

Interpretierte dann Oystein Baadsvik mit seiner Tuba den "Winter" von Vivaldi - eine so komplexe wie virtuose Meisterleistung - blitzte das Bassinstrument strahlend. Gesellten sich Streicher und Cembalo zum Spiel des Tubisten, ging nicht das kleinste Anblasgeräusch im Zusammenspiel verloren. Die Jamo sind Präzisionsmaschinen, leider erkaufen sie sich diese Fähigkeiten auf Kosten der natürlichen Klangfarben. In einer recht bedämpften Umgebung jedoch, die hohe Frequenzen breitbandig reduziert, dürften sich diese Speaker pudelwohl fühlen und ausgewogener spielen.Via KEF tönte Paolo Conte deutlich kräftiger, das Piano erklang in satten Klangfarben. Fast schon zu nachdrücklich betonten die C 7 Contes Knödelstimme. Gleiches galt für "What a wonderful world" in einer A-capella-Interpretation von Marx, Rothschild und Tillerman ("Nightingales & Butterflies"/ZYX). Bestimmte Tonlagen mogelten sich moderat, aber hörbar in den Vordergrund.

© Archiv

Magnat Monitor Supreme 800

Ein Blick auf das Ausschwingverhalten der Lautsprecher (Wasserfalldiagramm o. Abb.) offenbarte eine spürbare Resonanz um 1,5 Kilohertz. Eine verzeihliche Schwäche: Stand nämlich Bombastrock vom Feinsten a la Journey oder Toto auf dem Programm, punkteten die KEF mit schwarzen, trockenen Bässen, farbenfrohen Mitten und geschmeidigen Höhen. Selbst hohe Lautstärken fichten sie dabei nicht an. Eine besondere Stärke der C 7 war dabei die nassforsche, mitreißende Art, die wahre Hörfreuden bescherte. Echten Genuss boten auch die Magnat. Ob Conte, Journey oder auch Top-Sopranistin Anna Netrebko: Vom ersten Ton an machten die Monitor Supreme 800 klar, dass sie tonal stets auf dem Pfad der Tugend wandelten. Der in Grundton und Mitten tadellose Frequenzschrieb belegt den Hörtest. Mit deutlich mehr Körper als die Jamo, mit mehr Schattierungen als die KEF zieselierten die Magnat Stimmen aus dem musikalischen Kontext. Ihre Bässe gerieten nicht ganz so akzentuiert wie die der Jamo, nicht so knorrig wie die der KEF, betörten aber dennoch mit Verve, ihr Spiel mit Swing und einem charmanten Glanz bis in die oberen Frequenzregionen.

Testprofil

MagnatMonitor Supreme 800
www.magnat.de
600 Euro

Stereo Lautsprecher

Weitere Details

59 Prozent

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
überragend

Stärken/Schwächen sowie eni Fazit stehen auf der letzten Seite...

Hersteller/Modell Jamo S 606 KEF C 7 Magnat Monitor Supreme 800
Vertrieb Osiris Audio GP Acoustics Audiovox
Preis in Euro / Paar 800 500 600
Ranking im Testfeld 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 3. Platz (Kauftipp)
Klangqualität max. 700 Punkte befriedigend 57% (400) Befriedigend 59% (410) befriedigend 59% (415)
Natürlichkeit (100) 50 60 65
Auflösungsvermögen (100) 65 55 60
räumliche Abbildung (100) 60 60 60
Spielfreude (100) 60 60 60
Basspräzision (100) 55 55 55
Bassvolumen (100) 50 60 55
Pegelfestigkeit (100) 60 60 60
Ausstattung max. 70 Punkte gut 69% (48) befriedigend 51% (36) befriedigend 53% (37)
Verarbeitung max. 240 Punkte gut 65% (155) befriedigend 54% (135) befriedigend 58% (140)
Anmutung (120) 85 75 75
Material (120) 70 60 65
Testurteil max. 1010 Punkte gut 60% 603 befriedigend 58% 581 befriedigend 59% 592
Preis/Leistung sehr gut sehr gut überragend

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