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Testbericht

Teil 2: TEST: Drei AV-Receiver von Sony, Pioneer und Denon

Für alle, deren Geduld damit schon aufgebraucht ist, offerieren die Japaner eine Quick-Start-Einmessung, die nur eine Hörposition berücksichtigt. So schnell kommt keiner der anderen zur Sache und das Resultat reicht für einen ersten Soundcheck allemal.

Test Surroung: AV-Receiver

© Archiv

Pioneer VSX-LX 52

Zwar besitzt Sony in einschlägigen AV-Kreisen nicht so ein klares Image wie die Rivalen von Denon oder Pioneer, doch in puncto Bedienung lässt sich Sony so schnell nichts vormachen. Moderne Zeiten spiegeln sich auch auf der Geräterückseite, wo die S-Video-Buchsen komplett gestrichen wurden. Die vier HDMI-Eingänge wissen heute mehr zu überzeugen, außer man hat noch ältere Videorecorder.

Pioneer machte mit seiner bestens eingeführten LX-Serie einen deutlichen Schritt nach vorne und entschied sogar das prestigeträchtige Gipfeltreffen in der Klasse jenseits von 5.000 Euro in [int:article,79652/] für sich. Diesen Ruck konnte man auch bei den kleineren Modellen der Baureihe verspüren, die gerade eine Modellpflege erhielten.

Am meisten sticht die neue grafische Benutzeroberfläche des On-Screen-Displays heraus, auch wenn hier nicht ganz so viel Handlungs bedarf bestand wie bei Denon. Das vielleicht wichtigste Alleinstellungsmerkmal in dieser Runde ist der serienmäßige iPod-Direktanschluss.

Starker Start von Sony

Für sich genommen bot der Sony eine tadellose Darstellung in Stereo. Er entlockte den Lautsprechern einen stattlichen Pegel, ohne Anzeichen von Schwäche zu zeigen. Homogenität ist offensichtlich die oberste Pflicht in der Abstimmungsarbeit. Nie ließ sich der Japaner etwa mit Paul Weller "Catch Flame" (V2 Music) zu Misstönen oder harscher Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten verleiten.

Test Surroung: AV-Receiver

© Archiv

Mit HDMI- und USB-Anschluss unter der Frontklappe gibt es ohne Verrenkungen Anschluss von HD-Quellen oder Memory-Sticks.

Der Bass blieb unauffällig. Er passte stets zum Rest und zeigte weder zu viel noch zu wenig Druck. Ähnlich in den Höhen: Der Sony setzte weder Glanzlichter, noch konnte man ihm zu wenig Auflösung vorwerfen. Was fehlte, war ein wenig mehr Leidenschaft und Verve. Er erledigte seine Aufgabe mit jeder Art von Musik.

Doch diese Dinge lassen sich eher fühlen, wenn sie hundertprozentig auf dem Punkt sind und einen der Rhythmus mitreißt. Wenn es wirklich etwas Greifbares zu kritisieren gab, dann lediglich einen leichten Mangel an Kontur- und Ortungsschärfe.

Der Pioneer punktete genau da, wo der Sony noch den einen oder anderen Wunsch offen ließ. Er fokussierte etwa Leonard Cohen "Live in London" äußerst plastisch in der Mitte zwischen den Stereo-Lautsprechern und wirkte in der Attacke, als ob er von einer Tarantel gestochen war. Die gesamte Darbietung gewann deutlich an Drive und an Kontur. Zudem wuchs die Bühne in alle Richtungen. Der mächtige Bass in "First we take Manhattan" besaß mit einem Mal viel mehr Kontur und Tiefgang.

Noch mehr als den Verstand, wo sich diese packende und präzise Performance zu einem gewissen Punktevorsprung summierte, sprach dieses Plus an Authentizität das Unterbewusstsein an. Die Musik ging mit dem VSX-LX-52 unter die Haut. Der tobende, differenzierte Applaus von der Live-Einspielung hätte auch glatt dem Pioneer gelten können und nicht dem Singer/Songwriter Cohen.

Testprofil

PioneerVSX-LX 52
www.pioneer.de
1.200 Euro

AV-Receiver

Weitere Details

74 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Dann die Überraschung: Dem Denon gelang es, mit messerscharfer Ortung und noch mehr Kick und Kontur im Bass, den prächtigen Pioneer noch knapp zu übertreffen. Ganz unten im Bass zeigte er sogar noch einen Tick mehr Kontrolle als der japanische Beau mit der Hochglanzfrontplatte. Für Denon, deren Receiver sich bisher vor allem in diesem Punkt manchem Mitbewerber beugen mussten, markiert der bereits am AVR-2310 (Test in [int:article,111079/]) konstatierte Kickbass einen großen Zugewinn an Taktgefühl und Drive. Darüber hinaus klangen mit dem AVR-3310 Stimmen noch eine Spur voller und runder als mit dem in dieser Hinsicht leicht nüchternen VSX-LX 52.

Wie die Leistung im Surround-Bereich ist, Messwerte und ein Fazit lesen Sie auf der letzten Seite...

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