Testbericht

Teil 2: TEST: Diverse Blu-ray-Laufwerke für Heim- und Multimedia-PCs

Ähnlich wie es in der Anfangsphase von DVD-Rohlingen der Fall war, kann man davon ausgehen, dass extrem billige Medien nicht die gleiche Qualität haben, wie teure Markenware. Das kann mehrere Ursachen haben. So ist es durchaus möglich, dass Qualitätsanbieter Rohlinge, die zwar prinzipiell in Ordnung sind, aber nicht den eigenen Ansprüchen genügen, unter einer Zweitmarke verkaufen. Man spricht in Fachkreisen meist von B-Ware.

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Das Sony-Laufwerk beherrscht 8faches Schreiben. Da es aber erst 6X-Medien gibt, kommt man (noch) nicht auf die volle Leistung.

Mancher Hersteller möchte sich aber gar nicht erst dem Ruf aussetzen, auch Ramsch zu verkaufen und bietet seine B-Ware daher lieber anderen Firmen an, die ihrerseits die Rohlinge zu Billigpreisen auf den Markt bringen. Hinzu kommt, dass einige große Hersteller nicht nur für sich selbst produzieren und unter eigenem Namen verkaufen, sondern auch Auftragsfertigung für andere, durchaus bekannte Marken übernehmen.

Für den Endkunden ist es praktisch unmöglich zu bestimmen, welche Qualität die von ihm gekauften Rohlinge letztlich aufweisen. Auf einschlägigen Webseiten werden mitunter Tools empfohlen, die nach dem Brennen die Qualität bestimmen sollten. Solche Tools sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die meisten messen irgendwas, nur nicht die Brennqualität. Einige sind allerdings von Profis programmiert. In diese Kategorie fällt unter anderem das frei erhältliche DiscSpeed von Nero. Dessen Nachfolger ist das ebenfalls von Erik Deppe entwickelte Opti Drive Control, das allerdings nur für einen Testzeitraum von 30 Tagen kostenlos ist und als Vollversion 20 Euro kostet.

Unsere Tests haben allerdings ergeben, dass selbst diese Tools nur einen ungefähren Überblick geben können. Mehrere Qualitätsprüfungen mit dem gleichen Rohling und identischem Laufwerk haben zu unterschiedliche Werte ergeben. Darüber hinaus funktionieren die Qualitäts-Checks nur mit bestimmten Laufwerken, wie den in diesem Test vorgestellten Modellen von LiteOn. Für den Anwender zu Hause ist es auf jeden Fall besser als nichts, zumal Audiodev, der Marktführer auf dem Gebiet der Blu-ray- Testgeräte, jüngst Konkurs anmelden musste.

Geschwindigkeit ist relativ

Ein anderes Problem haben die Rohlinghersteller noch nicht in den Griff bekommen - derzeit liegen sie, was die erlaubte Brenngeschwindigkeit angeht, hinter den Laufwerkshersteller-Angaben zurück. So sind sowohl das Sony-als auch das Pioneer-Laufwerk laut Herstellerangaben in der Lage, normale Blu-rays mit achtfacher Geschwindigkeit zu beschrieben. Entsprechende Medien sind angeblich von Panasonic zu haben, allerdings nicht in Deutschland. Hier muss man schon froh sein, wenn man 6X- Rohlinge bekommt. Das wirkt sich auch auf den Test aus. Wir mussten beide Laufwerke wohl oder übel mit nur sechsfacher Geschwindigkeit vermessen.

Wer sich für eines der Laufwerke entscheidet, darf also damit rechnen, zukünftig noch etwas schneller zu Werke gehen zu können. Ähnlich verhält es sich mit LTH-Medien (siehe Absatz unten). Sie sollen schon im Juli oder August auf den Markt kommen, allerdings waren bis zum Redaktionsschluss keine Muster erhältlich, so dass wir in diesem Fall nicht nur Geschwindigkeitsangaben schuldig bleiben müssen, sondern auch nicht testen konnten, wie weit es mit der Kompatibilität her ist. Wer auf LTH setzen möchte, sollte vor dem Kauf nach entsprechenden Firmware-Aktualisierungen Ausschau halten.

Was hinter "LTH" steckt, lesen Sie unter anderem auf Seite 3...

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