Testbericht

Teil 2: TEST: Core-i7 und Core-i5-Prozessoren für den Sockel 1156

Inhalt
  1. TEST: Core-i7 und Core-i5-Prozessoren für den Sockel 1156
  2. Teil 2: TEST: Core-i7 und Core-i5-Prozessoren für den Sockel 1156

Turbolader für wenige Threads

Doch nicht alles ist anders. Eine Errungenschaft, die die neuen Core-Prozessoren von ihrem großen Bruder geerbt haben ist der Turbo-Boost, der den CPUs bei wenigen Threads auf die Sprünge helfen soll. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. Für jeden Prozessor geben die Hersteller eine Thermal Design Power an, die besagt, wie viel Watt die CPU maximal verheizt. Auf diesen Wert muss die Kühlung ausgelegt sein.

© Archiv

Der P55 für den Sockel 1156 besteht nur noch aus einem Chip. Nach dem Speicherinterface ist auch der IOH, der beim X58 (Sockel 1366) noch auf der Platine sitzt, in den Prozessor gewandert.

Da die Frequenz und in ihrem Gefolge die Spannung (eine höhere Frequenz benötigt für den sicheren Betrieb tendenziell auch eine höhere Spannung) den Stromverbrauch bzw. die Leistungsaufnahme bestimmen, sind die schnellsten Quad- Core-CPUs langsamer getaktet als die schnellsten Dual-Core-Prozessoren sofern sie im gleichen Prozess hergestellt und im gleichen Gehäuse untergebracht sind. Wären sie gleich getaktet, würden vier Kerne doppelt so viel Wärme produzieren.

Werden nicht alle Kerne ausgelastet, sind Vierkernprozessoren daher im Nachteil gegenüber den schnelleren Zweikernern. In zahllosen Foren diskutieren Spielefans seitdem darüber, welcher Prozessortyp die bessere Wahl ist.

Turbo-Boost setzt genau an dieser Stelle an. Sind nicht alle vier Kerne ausgelastet, können die neuen Core-Prozessoren einzelne Kerne abschalten. Die Energie (und Hitzeentwicklung), die dadurch eingespart wird, nutzen die Prozessoren bei Bedarf, indem sie die übrigen Kerne höher takten. Eine Art Emissionshandel im Kleinen sozusagen.

Testprofil

IntelCore i7 870 / Core i5 750
www.intel.de
470/165 Euro

Prozessor

Weitere Details

100 Prozent

Testurteil
sehr gut

So kann sich der Core i7 870, der normalerweise mit 2,93 GHz läuft, im Single- Core-Betrieb selbstständig auf bis zu 3,6 GHz übertakten. Die einzigen Voraussetzungen sind eine ausreichende Kühlung und die Aktivierung der Turbo- Boost-Funktion im Mainboard-BIOS. Hardcore-Gamer, deren Spiele nicht für vier Kerne optimiert sind, kommen also ebenso auf ihre Kosten wie etwa Grafiker, die mit Cinema 4D Szenen rendern wollen.

Benchmarks

Gerade der Cinema-4D-Benchmark Cinebench R10 zeigte im Test eindrucksvoll, wie gut das klappt. Ging der Core i7 870 mit acht logischen Kernen zu Werke (vier Kerne mit Hyperthreading), lag der Leistungsgewinn gegenüber der Berechnung mit nur einem Kern bei Faktor 3,97 und das obwohl der Cinebench hervorragend skaliert. Ursache ist nicht etwa mangelnde Effektivität des Prozessors, sondern die höhere Geschwindigkeit im Einkernbetrieb.

© Archiv

In den Messungen liegen Core i5 und i7 nah beieinander. Im Cinebench macht sich das Hyperthreading des Core i7 bemerkbar.

Ein wenig überraschend war allerdings, dass sich der Core i7 870 mit seiner höheren Frequenz und Hyperthreading in den Messungen kaum vom Core i5 750 absetzen konnte. Während der Unterschied im Cinebench noch recht deutlich ausfiel, lagen sie in den übrigen Tests dicht beieinander. Die Ursache dürfte wohl in der Grafikkarte liegen.

Obwohl wir mit der 4870X2 ein leistungsstarkes Modell verwendeten, scheint sie schon nahe am Anschlag zu sein, denn im 3DMark Vantage lag der CPU-Score weit auseinander, der GPU-Score dagegen kaum. Dazu passt, dass auch beim Spitzenmodell Core i7 965 EE im 3DMark Vantage bei etwas über 15 000 Punkten Schluss war.

Fazit

Mit den neuen Prozessoren für den Sockel 1156 legt Intel mächtig nach. Vor allem die eigenen Prozessoren der Core-2-Duo- und Core-2-Quad-Reihen könnten letztlich die Leidtragenden sein, denn anders als bei den Vorgängern muss man sich nicht zwischen wenigen Kernen mit hoher Frequenz und vielen Kernen mit einer niedrigeren Frequenz entscheiden. Vom wahrlich teuren Core i7 870 einmal abgesehen, liegt der Preisunterschied zu ähnlich leistungsfähigen Core-2-Prozessoren in einem Rahmen, der die neuen Cores zu einer echten Empfehlung macht.

Bildergalerie

Galerie
Turbo für alle

Mainboard mit i7-Prozessor.

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links -

Neuerscheinungen in der Übersicht -

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights -

Mehr zum Thema

SSD von Corsair

Die Corsair Force GS 360 GB ist ob des günstigen Preises pro Gigabyte eine Bugdet-Empfehlung. Der Test legt aber den Einsatz als Zweitplatte nahe.
6-TByte-Festplatte

Wir haben die Seagate Enterprise Capacity ST6000NM mit satten 6 TByte Speicher im Test. Kann sie überzeugen?
SSD-Testbericht

Wir haben die Samsung 850 Pro im Test. Die SSD ist sehr schnell, lange haltbar, und sie bietet eine hohe Kapazität. Der Preis pro GByte ist günstig.
PC-Magazin Lesertest

Der Sandisk Extreme II wurde nun ein knappes Jahr von unseren Testern auf den Zahn gefühlt. Der Dauertest der SSD ging in diesem Monat zu Ende, mit…
Neue SSDs mit 2 Terabyte

Samsung durchbricht mit neuen SSD-Modellen seiner Serien 850 PRO und 850 EVO die 2-Terabyte-Grenze. Wir konnten die Samsung SSD 850 EVO 2TB vorab…