Testbericht

Teil 2: Test: Canon EOS 450D vs. 400D

Inhalt
  1. Test: Canon EOS 450D vs. 400D
  2. Teil 2: Test: Canon EOS 450D vs. 400D

Weitere Neuerungen

Der Autofokus der 400D kennt die Einstellungen Selektiv, Mehrfeld und Mittenbetont - bei der 450D gesellt sich nun die lang vermisste Spotmessung hinzu, die bei schwierigen, zum Beispiel kontrastreichen Lichtsituationen hilfreich ist. Der Selbstauslöser konnte bisher nur nach 10 Sekunden einfach auslösen, beziehungsweise bei einer Belichtungsreihe drei Aufnahmen machen. Hinzugekommen ist ein Selbstauslöser mit 2 Sekunden - besser geeignet für wartezeitfreie und unverwackelte Bilder mit einem Stativ. Der 10-Sekunden-Auslöser wurde erweitert: Sie können nun einstellen, wie viele Bilder -- zwischen 2 und 10 Aufnahmen -- die Kamera nach 10 Sekunden knipsen soll. Damit kommt auch bei angestrengten Gruppen-Selbstportraits garantiert ein gutes Bild heraus...

© Canon

Der Autofokus-Sensor der Canon EOS 450D miss an 9-AF-Punkten die Schärfe.

Etwas versteckt im extrem unübersichtlichen Menü Individualfunktionen finden sich weitere Neuerungen. Etwa die automatische Belichtungsoptimierung, die folgendes versucht: Sie gewichtet helle Bildteile höher als dunkle und senkt die Belichtung leicht ab. Das hat zur Folge, dass dunkle Bereiche noch dunkler erscheinen und möglicherweise rauschen. Dfür erhalten Sie mehr Details in den hellen Bereichen, die sonst überstrahlen würden, was wiederum keine Bildbearbeitung retten kann. Per Vorgabe aktiv ist leider die automatische Belichtungsoptimierung, die nach der Aufnahme eine einfache Bildverschlimmbesserung durchführt. Die ist vielleicht gut für Schnappschiesser, aber nicht immer geeignet für Fotografen, die bei der Aufnahme wussten, was sie taten.

Bildergalerie

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Foto:Kameras

Erst der Blick in die Innereien einer Kamera zeigt, wie komplex das Innenleben ist.

Der Akku der 450D fasst mehr Energie als der aus der 400D, wer es mit Display, Blitz und Live-Modus nicht übertreibt, kommt locker auf über 700 Bilder pro Ladung. Allerdings hat Canon die Anschlüsse geändert, Akku und Ladegerät des Vorgängers sind ebenso inkompatibel wie der Batteriegriff.

Drei Äußerlichkeiten: Das gesamte Design der Kamera ist etwas runder geworden; sie sieht damit der 40D ähnlicher, wirkt zugleich aber auch etwas charakterloser. Der Griff der 450D ist nun leicht gummiert - beim Herumreichen in der Redaktion liebten das einige, andere mochten es nicht. Und der Blitzschuh der 400D ist schwarz lackiert, der ihres Nachfolgers leuchtet metallen heraus. Doch das alles ist sicher nichts, was einen umhaut.

© Canon

Kleine Umgewöhnung: Der Auslöser ist nun etwas angewinkelter angebracht als beim Vorgänger, wo er eher von oben gedrückt wurde.

Fazit: Viele Bediendetails sind schon recht nützlich, etwa die, die sich unübersichtlich im Bereich Individualfunktionen verstecken. Die meisten davon hat Canon sinnvoll aus der D40 übernommen.

Bildqualität: nach wie vor top

Bei 2,1 Megapixel mehr auf gleicher Sensorfläche erwartet niemand ernsthaft "bessere Bilder". Ganz im Gegenteil: 12 Megapixel - war da nicht was mit erhöhtem Bildrauschen? Doch die neue Formel "Mehr Pixel = mehr Rauschen" gilt keineswegs automatisch, zumal der neuere Prozessors vorhandenen Rauschen besser in den Griff kriegen soll.

Im Ergebnis zeigt sich bei den Testfotos, dass die Bilder einwandfrei sind: Kein Rauschen bei hohen ISO-Werten, dass man nicht auch von der 400D kennen würde, und auch farblich trifft die 450D meist ins Schwarze. Selbst mit ISO 800 lassen sich passable Bilder machen, und auch ISO 1600 verschandelt kein Motiv völlig. Als Beispiel haben wir für Sie 20 Testbilder aus der 450D als Download zusammengestellt. Sie zeigen unterschiedliche Situationen (Sonne, schlechtes Wetter, Nach, Weitwinkel, Makro, ...) und wurden nicht bearbeitet.

Fazit: Die wichtigste Befürchtung lässt sich ausräumen: die 450D ist nicht schlechter als ihre Vorgängerin, sondern sogar noch einen Tick besser -- und damit nach wie vor eine der besten DSLRs der Einsteigerklasse. Wer die RAW-Funktion nutzt, kann mit einer Canon EOS 450D nachträglich viel Kontrolle über Farben, Sättigung, Weißabgleich und Schärfe ausüben.

Kritikpunkte

Man kann auch an der 450D rumnörgeln, doch viel denkbare Kritik ist reine Geschmacksache. Zum Beispiel: Wenn Canon schon seine Megapixel aufstockt, warum dann nicht gleich 14 MP, wie es Samsung und Sony derzeit vormachen? Selbst die Größe ist Geschmacksache: Wie fast alle Einsteiger-DSLRs (außer die Pentax-Modelle K100D/K200D) ist auch die 450D sehr leicht und kompakt. Das hat natürlich einen Preis, und der heißt Robustheit und Stabilität. Doch viele schrauben einfach einen Batteriegriff an die Kamera, dann wirkt sie fast wie eine ungleich klobigere und schwerere 40D und liegt je nach Geschmack auch besser in der Hand. Schade auch, dass Canon beim Kit-Objektiv wieder einmal an einer Gegenlichtblende spart.

© Canon

Im Lieferumfang der EOS 450D: Akku und Ladegerät, Trageschlaufe, Software zur RAW-Bildbearbeitung und zur Bildverwaltung, Handbuch, USB- und AV-Kabel, Kamera-Body und - beim Kit - ein Objektiv. Eine Gegenlichtblinde hat Canon mal wieder vergessen.

Seltsam: Die Serienbildfunktion der 450D fällt im RAW-Modus gegenüber der 400D sogar schwächer aus. Das könnte man noch mit der gewachsenen Zahl von Pixeln erklären, die der Prozessor verarbeiten muss. Doch die 40D schafft mit dem gleichen Prozessor fast doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie die 450D. Auch wenn letzteres zwei Megapixel mehr verarbeiten muss, wirkt das ein wenig wie künstlich gedrosselt, um den Markt für die 40D nicht abzuwürgen. So sind denn Serienknipser aus der Sportfotografie deutlich besser bei der 40D aufgehoben, zumal diese eine minimale Belichtungszeit von einer 1/8000 Sekunde bietet und bei Bedarf auch mit ISO 3200 knipst.

Nicht besonders gelungen ist erneut der Bereich "Individualfunktionen", denn der ist unnötig unübersichtlich. Im Vergleich zur 40D fehlt beim Weißabgleich außerdem die Möglichkeit, eine Farbtemperatur vorzugeben - allerdings braucht das sicher nicht jeder. Den Wechsel des Speichermediums hin zu SD/SDHC-Cards wird nicht jeder mögen, doch derzeit gibt es SDHC-Karten von Markenherstellern mit 8 GByte Kapazität samt Lesegerät (!) für 60 Euro. Das Lesegerät sollte man sich gönnen, da die meisten Multi-Card-Reader bei Benutzern derzeit sicher noch keine SDHCs lesen können...

© Archiv

Speichermedium: Canons EOS 450D gibt CompactFlash zugunsten von SD/SDHC auf.

Fazit: Ablösung für die 400D

Mit der EOS 450D führt Canon die Tradition fort, alle 1,5 Jahre zum Kampfpreis eine neue, preiswerte, eher kompakte und leichte digitale Spiegelreflexkamera für Einsteiger auf den Markt zu bringen. Die 450D kann man nur als gelungen bezeichnen und sie auch jedem Einsteiger empfehlen.

Daten: Canon EOS 450D

Canon EOS 450D
Canon
ca. 720 € (Kit)

www.canon.de

Weitere Details

Fazit:Die Canon EOS 450D ist eine ideale Kamera für Einsteiger in die DSLR-Fotografie, die einfache Bedienung mit hoher Bildqualität vereint.

5/5
sehr gut
Preis-Leistung
sehr gut
Empfohlen für
DSLR-Einsteiger

Im Vergleich zur Canon EOS 400D ist die 450D ein willkommener Fortschritt mit intelligenten Verbesserungen. Trotzdem: Wer schon eine Canon EOS 400D hat und "immer das neuste haben muss", der sollte tief in sich gehen. Ja sicher, Sucher und Display sind besser, aber reicht das schon? Das Geld wäre möglicherweise besser in einem neuen oder besseren Objektiv angelegt. Das gäbe mehr Möglichkeiten und Freiheiten bei der Bildgestaltung, als die Verbesserungen der 450D im Vergleich zur 400D.

Modell Canon EOS 450D Canon EOS 400D Canon EOS 40D
Preis Body (Strasse) ca. 640 Euro ca. 500 Euro ca. 900 Euro
Preis (mit Kit-Objektiv) ca. 720 Euro (mit 18-55 IS) ca. 510 Euro (mit 18-55) ca. 1200 Euro (mit 17-85 IS)
Technische Daten
Auflösung (effektiv) 12,2 MP (4.272 x 2.848 Pixel) 10,1 MP (3.888 x 2.592 Pixel) 10,1 MP (3.888 x 2.592 Pixel)
Sensorauflösung 12,4 MP 10,5 MP 10,5 MP
Bildprozessor Digic III Digic II Digic III
Formatfaktor (Crop) circa 1,6 circa 1,6 circa 1,6
Verschlusszeiten 1/4000s bis 30 Sekunden, Bulb 1/4000s bis 30 Sekunden, Bulb 1/8000s bis 30 Sekunden, Bulb
ISO-Wertebereich 100-800 (Auto), 1600 (Manuell) 100-400 (Auto), 800-1600 (manuell) 100-1600 (Auto), 3200 (Manuell)
Display Größe (Auflösung) 3,0 Zoll TFT (230.000 Pixel) 2,5 Zoll TFT (230.000 Pixel) 3,0 Zoll TFT (230.000 Pixel)
Sucher Spiegelsucher 0,87fache Vergößerung Spiegelsucher 0,8fache Vergößerung Prismensucher 0,95fache Vergößerung
Akku LP-E5 NB-2LH BP-511A
Abmessungen Body ca. (BxHxT) 128,8 x 97,5 x 61,9 mm 126,5 x 94,2 x 65 mm 145,5 x 107,8 x 73,5 mm
Gewicht Body ca. 475 g 510 g 740
Features                                                                                                                                    
Autofokus 9-Punkt-Autofokus 9-Punkt-Autofokus 9-Punkt-Autofokus
AF-Modi Intelligent, Einzelbild, Servo, Live-Modus-AF Intelligent, Einzelbild, Servo Intelligent, Einzelbild, Servo
Belichtungsmessung Mehrfeld, Selektiv, Mittenbetont, Spot Mehrfeld, Selektiv, Mittenbetont Mehrfeld, Selektiv, Mittenbetont, Spot
Bildformate JPG und RAW 14 Bit, simultan JPG und RAW 12 Bit, simultan JPG und RAW 14 Bit, simultan
Serienbilder max. 3,5 B/s (am Stück: 53 JPEG, 6 RAW) 3 B/s (am Stück 27 JPEG, 10 RAW) max. 6,5 B/s (am Stück: 75 JPEG, 17 RAW)
Weißabgleich Auto, Tageslicht, Schatten, Bewölkt, Kunstlicht, Fluoreszenz, Blitz, Custom Auto, Tageslicht, Schatten, Bewölkt, Kunstlicht, Weißes floureszierendes Licht, Blitz, Custom Auto, Tageslicht, Schatten, Bewölkt, Kunstlicht, Fluoreszenz, Blitz, Custom, Farbtemperatur
Selbstauslöser 2 oder 10 Sekunden 10 Sekunden 2 oder 10 Sekunden
Belichtungsreihen 3 Bilder mit +/- 2 Blenden 3 Bilder mit +/- 2 Blenden 3 Bilder mit +/- 2 Blenden
Betrachter-Bildindex 1 / 4 / 9 pro Seite 1 / 9 pro Seite 1 / 4 / 9 pro Seite
Betrachter-Zoom 1,5fach - 10fach 1,5fach - 10fach 1,5fach - 10fach
Live-Modus ja, mit 5x/10x-Lupe nein ja
Speichermedium SD/SDHC-Karten CF-Karten (Typ I/II) CF-Karten (Typ I/II)
Blitz integriert LZ13, Blitzschuh integriert LZ13, Blitzschuh integriert LZ13, Blitzschuh, Blitzkontakt
Blitz--Sync auf 2. Verschlussvorhang ja nein ja
Fernsteuerbar (Fernauslösegerät) per Kabel, IR, Software (Gerät optional) per Kabel, IR, Software (Gerät optional) per Kabel, IR, Software (Gerät optional)

Im Vergleich zur Canon EOS 40D bietet die 450D eine höhere Auflösung und ein niedrigeres Gewicht. Schönere Bilder liefert sie außerdem noch, erst recht, wenn man mit RAW arbeitet und Fotografie nicht als Abdrücken im P-Modus versteht. Nur der fast doppelt so schnelle Serienbildmodus und der hellere Sucher sprechen klar für die 40D, die dann aber mehr Zeit bei der Bildnachbearbeitung fordert. Dennoch ist die 40D wegen ihres aktuellen Preises derzeit die beste Alternative zur 450D.

Alternativen: Die Sony Alpha 350 ist die derzeit interessanteste Alternative zur 450D: Kostet etwas mehr, hat aber auch etwas mehr drauf. Einsteiger mit besonders knappem Geldbeutel können sich durchaus den weiterhin erhältlichen Vorgänger Canon EOS 400D kaufen - so preiswert wie diese ist derzeit keine sehr gute Einsteiger-Spiegelreflex zu habe. Nur die Olympus E-510 ist billiger -- und auf Augenhöhe mit der 400D. Die hervorragende 10-Megapixel-DSLR Pentax K10D ist zum ähnlichen Preis deutlich robuster als die Canon 450D und verlagert die Bildstabilisierung auf den Sensor, so dass alle Objektive davon profitieren. Wem stattdessen das Geld in der Tasche brennt, der sollte sich die Nikon D3 gönnen: die ist nah dran am Ideal einer DSLR.

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