Testbericht

Teil 2: SSD: Die Zukunft der Festplatten im Überblick - ultraschnell und leise

Während Festplatten für die Positionierung des Kopfes auf die richtige Spur und das Warten darauf, dass der angeforderte Sektor unter dem Lesekopf hindurch rotiert im Schnitt etwa 10 bis 15 Millisekunden benötigen, greifen SSDs auf Daten in rund 0,1 Millisekunden zu. Je nachdem wie verstreut die Daten auf der Festplatte oder SSD liegen, können sich diese Zeitunterschiede so aufsummieren, dass man auch ohne Stoppuhr oder Messprogramme den Unterschied bemerkt.

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Mit zunehmender Benutzung nimmt die Schreibrate von SSDs ab. Eine Garbage Collection soll den Effekt reduzieren.

Wir haben im Labor eine Windows-Vista-Installation auf die Intel-SSD aus diesem Test kopiert und gemessen, wie lange das Hochfahren des Rechners und einiger Anwendungen dauert. Das Resultat: Mit 17 Sekunden zu 33 Sekunden ist das ansonsten identische System mit der SSD deutlich schneller unterwegs. Überbewerten sollte man diesen Effekt allerdings nicht. Zunächst einmal gilt es zu bedenken, wie viele Anwendungen man bei einer durchschnittlichen Sitzung am Computer überhaupt startet und wie viele davon automatisch beim Systemstart geöffnet werden.

Letzteres kostet zwar auch Zeit, allerdings sollte man, wenn es einem auf einen schnellen Systemstart ankommt, den Rechner ohnehin nicht komplett herunterfahren. Sinnvoller ist es, den Suspend to Disk (Ruhezustand) oder den Suspend to RAM (Energiesparzustand) zu verwenden. Aus letzterem benötigen Systeme mit Windows Vista typischerweise zwischen fünf und zehn Sekunden zum Aufwachen.

Am elegantesten ist der hybride Standby-Modus, der den Hauptspeicher unter Spannung hält, dessen Inhalt beim Einschlafen aber trotzdem auf der Festplatte speichert. So meckert der PC nicht, wenn ihm während des Energie sparenden Zustandes der Saft ausgegangen ist, sondern lädt den Speicherinhalt einfach von der Festplatte.

Sparsamer

Interessant ist der Suspend-to-Disk-Modus im Zusammenspiel mit SSDs beim Einsatz auf Notebooks. Suspend to RAM ist zwar auch auf den mobilen Rechnern verfügbar, allerdings verbraucht selbst der sparsame Hauptspeicher wertvolle Akku-Ladung, wenn er stundenlang mit Energie versorgt werden muss.

SSDs versprechen hier auch beim Suspend-to-Disk-Betrieb eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs ohne den Akku zu belasten.

Überhaupt haben SSDs in Notebooks ein Heimspiel, was wohl einer der Gründe dafür war, warum die Flash-Speicher als erstes in mobilen Computer auf dem Massenmarkt angeboten wurden. Je nachdem ob alle Stromsparmechanismen und sonstigen Einstellungen (wie etwa Defragmentierung) korrekt gewählt sind, verbrauchen neuere SSDs im Betrieb weniger Strom als ihre Kollegen mit den Drehscheiben.

Diese müssen praktisch immer in Rotation gehalten werden, was auch bei den mit rund 2 bis 4 Watt Leerlaufverbrauch relativ sparsamen 2,5-Zoll-Laufwerken langsam aber sicher am Notebook-Akku zehrt. SSDs dagegen verbrauchen für gewöhnlich nur dann Strom, wenn tatsächlich Daten von ihnen abgerufen werden. Eine Ausnahme bilden eventuell vorhandene und aktivierte Garbage-Collection-Mechanismen (dazu später mehr) und Hintergrundprogramme. Ein weiterer Vorteil gerade im mobilen Bereich ist die größere Robustheit der SSDs, da sie keine beweglichen Teile besitzen. Zwar verfügen gute 2,5-Zoll-Festplatten über Lage-bzw. Beschleunigungssensoren, die erkennen, wenn die Platte (mitsamt Notebook) fällt und die Köpfe rasch auf einer Rampe in Sicherheit bringen.

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Corsair CMFSSD-128GBG2D (P128)

Meist ist außerdem das Notebook, das ja ebenfalls als Knautschzone fungiert, eher kaputt als die eingeschlossene HDD. Aber im Zweifel hält eine SSD härtere Stürze aus als eine Festplatte - und oft sind die Daten wichtiger als das Notebook. Dass SSDs lautlos arbeiten und weniger warm werden als Festplatten, fällt angesichts der beschriebenen Vorteile kaum noch ins Gewicht.

Hersteller/Modell OCZ Vertex 120GB OCZ Agility G.Skill Falcon Samsung 256 GByte SSD SATAII PM 800 Patriot Torqx Transcend Ultra
Internet www.ocztechnology.com www.ocztechnology.com www.gskill.de www.samsungssd.com www.patriotmemory.com www.transcend.de
Preis 360 Euro 440 Euro 346 Euro 650 Euro 330 Euro 195 Euro
Ranking im Testfeld 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 2. Platz 4. Platz 5. Platz 6. Platz
Gesamtwertung
Technische Merkmale
Kapazität (angegeben) 120 GByte 128 GByte 128 GByte 256 GByte 128 GByte 64 GByte
Kapazität laut Datenträgerverwaltung 111,75 GByte 119,2 GByte 119,2 GByte 238,47 GByte 119,2 GByte 59,63 GByte
Interface SATA 3Gb/s SATA 3Gb/s SATA 3Gb/s SATA 3Gb/s SATA 3Gb/s SATA 3Gb/s
Cachegröße
Gemessene Werte
Min. Transferrate Lesen [MByte/s] 184,7 179,4 169,5 173,8 181,3 176,3
Mitt. Transferrate Lesen [MByte/s] 189,2 188 183,9 175 185,3 179,4
Max. Transferrate Lesen [MByte/s] 205,6 206,8 204,1 179,2 188,5 201
Min. Transferrate Schreiben [MByte/s] 165,7 138,3 143,7 133,2 120,8 144
Mitt. Transferrate Schreiben [MByte/s] 155,1 157,8 162 138,9 145,2 122,8
Max. Transferrate Schreiben [MByte/s] 159,2 166,3 165,9 165,8 152,9 136,2
Mittlere Zugriffszeit 0,1 ms 0,1 ms 0,1 ms 0,2 ms 0,2 ms 0,1 ms

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