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Testbericht

Teil 2: Smart-Surround im Test

Bose ging schon immer eigene Wege und macht auch beim neuen Top-Modell der überaus erfolgreichen 3•2•1-Reihe keine Ausnahme: Auf der größeren Festplatte - sie reicht jetzt für 340 statt 200 Stunden Musik - sind 321(!) Songs vorinstalliert, darunter bekannte Hits von Dionne Warwick, Howard Jones und ZZ Top. Akustisch blieb alles beim Alten: Das 3•2•1 musiziert in sich stimmig sehr körperhaft, mit einem weichen, aber gut an die winzigen Gemstone-Speaker angekoppelten Bass aus dem Acoustimass- Subwoofer. Musik und Surround kommen gleichermaßen überzeugend, die Klangqualität der vorinstallierten Musikbibliothek auf der Festplatte braucht sich nicht hinter CDs zu verstecken. In Setup und Bedienung ist Bose eine Bank (wie man sie aus dem letzten Jahrhundert kennt).

Test Surround: Smart-Surround

© Archiv

Der DM 70 von Canton kann dank SRSSRSSRS TrueSurround mit seinen beiden äußeren Koaxial- Chassis Center und Rear den Klang virtuell erzeugen.

Arcam macht nichts weiter als einen Downmix der fünfkanaligen Tonspuren üblicher DVDs auf zwei Hauptkanäle plus Subwoofer. Ein großer Vorteil der kräftigen Endstufen mit soliden Anschlussklemmen ist die fast grenzenlose Wahlfreiheit in Sachen Lautsprecher, was allerdings nicht für deren Aufstellung gilt. Wer nicht im passenden Abstand im Zentrum zwischen den Lautsprechern sitzt, verspürt praktisch kein 3D-Raumerlebnis - das gute alte Stereo-Dreieck lässt grüßen. Es ist sicher mehr für Fans von Autorenfilmen geeignet, die ja oft auch bei Musik besonders hohe Ansprüche stellen.

Die befriedigt der Solist mit bemerkenswerter Homogenität, sattem, trockenem Bass und konturierten Klangkörpern, die mit ihrer Plastizität fast vergessen lassen, dass der Arcam ohne besondere Tricks arbeitet. Die HDMI-Aufrüstoptionen zählen ganz besonders, weil der DVD-Receiver an Bildschirmen über 40 Zoll und Beamern trotz exzellentem DVD-Bild früher oder später den Wunsch nach einem Blu-ray- Player aufkommen lassen könnte. Immerhin spielt der Arcam SACD und DVD-A ab, was seine Ausrichtung auf Audiophile mit begrenzter Kino-Affinität unterstreicht.

Typberatung: Keiner für alle

Typ 1: Sie hören am liebsten audiophile Musikaufnahmen in zwei und Mehrkanal und achten bei Filmen vor allem auf Natürlichkeit? Dann können wir Ihnen den hervorragenden Arcam Solo Movie 2.1 oder eine Lösung mit Virtual-Surround-Receiver und sehr guten Stereo-Lautsprechern empfehlen. Typ 2: Sie denken im Grunde wie Typ 1 und möchten nicht so tief in die Tasche greifen. Zudem stellen Sie Bedienkomfort mit Musik von der Festplatte über das letzte Quäntchen Klang. Dann passt das Bose 3•2•1 GSXL am besten zu Ihnen. Typ 3: Sie können sich mit dem blechernen Klang Ihres Flachfernsehers nicht anfreunden und haben schon einen DVD-oder Blu-ray-Player? Dann greifen Sie zum Yamaha, wenn Sie Ihren Bildschirm frei an der Wand aufhängen. Typ 4: Sie möchten Ihren Flat-TV auf dem Sidebord oder Regal aufstellen: Dann wählen Sie den Canton DM 70.

Test Surround: Smart-Surround

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Keiner für alle - Typberatung

Tipp: Clevere Alternative

KEF ermöglicht mit konventionellen AV-Receivern Klangtricksereien aus nur zwei Lautsprecherboxen: Die Briten packten ein diskretes 5-Kanal-Lautsprecherset in zwei Gehäuse. Der Center wird als Phantomschallquelle mit eigenen Treibern in beiden Lautsprechern gebildet, für die Surround-Kanäle sind seitliche NXT-Flat-Panels zuständig. Die anfängliche Mühe wird auf jeden Fall mit einem lebendigen, fein auflösenden Raumklang aus nur zwei Säulen belohnt. Ein Subwoofer wie der abgebildete HTB 2 (um 800 Euro) empfiehlt sich als Ergänzung.

Test Surround: Smart-Surround

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KEF Fivetwo 11

Fazit

Der Arcam erwies sich als faszinierende Gourmet-Lösung mit Ausbau-Optionen in alle Richtungen und Musik-Schwerpunkt. Bose bietet ein in jeder Hinsicht ausgewogenes Komplett-Paket mit großem Einsatzbereich. Und zwischen den 5.1-Einteilern von Canton und Yamaha verbietet sich der Vergleich, weil sie für unterschiedliche Aufstellungsszenarien konstruiert wurden, in denen sie ihre individuellen Vorteile voll ausspielen können. Klarer Fall: Hier gibt es keinen Testsieger, sondern vier pfiffige Problemlöser für unterschiedliche Benutzeransprüche (siehe "Typberatung").

Den Test von Arcams Solo Movie 2.1 finden Sie auf Seite 3...

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