Testbericht

Teil 2: Razer, Saitek und Roccat im Maus-Test

Ergonomie

Mit durch das Design beeinflusst wird das Kapitel Ergonomie. Wie fasst sich die Maus an? Sitzt alles am richtigen Platz? Lässt es sich auch auf Dauer damit entspannt und bequem arbeiten oder spielen? Nur ein Kandidat kann hier restlos überzeugen. Und der hört auf den Namen Roccat Kone. Der Verzicht auf Design-Experimente lohnt sich, die Kone liegt sehr gut in der Hand. Durch die starke Wölbung gehört sie zu den Mäusen, die man vor allem mit dem Handballen bewegt. Allerdings haben die Finger einen so festen Halt, dass auch damit eine feinfühlige Steuerung möglich ist. Die Oberfläche erweist sich auch über Stunden hinweg als angenehm, alle wichtigen Tasten sitzen da, wo man sie braucht.

Bei der Lachesis riskiert Razer eine recht eigenwillige Ergonomie. Während etwa die stark gewölbte Deathadder nah an der Konkurrenz lag, besinnt sich Razer zurück auf seinen umstrittenen Erstling Boomslang. Die Maus ist insgesamt sehr flach, nur ganz hinten weist sie eine kleine Wölbung auf. Die Fingerspitzen ruhen auf riesigen Maustasten mit ausgeprägten Mulden. Der Rest der Finger und ein Teil des Handballens schweben permanent in der Luft, was ein grundsätzlich eher ungewohntes Gefühl ergibt. Vom Start weg richtig wohl fühlen sich hier nur wenige Hände, da hilft auch die uneingeschränkte Linkshändertauglichkeit nicht viel.

© Archiv

In der Seitenansicht sieht man schön den stark nach hinten verlagerten "Buckel" der Razer Lachesis. Mit dieser Eigenart kommt längst nicht jede Hand zurecht.

Bleibt noch die Cyborg Mouse. Der Grund für ihre zweiteilige Schale: Auf Knopfdruck kann sie ihr Hinterteil ähnlich weit herausfahren wie Jennifer Lopez. Trotz des lärmenden Elektromotors ein gelungener Kniff, denn dadurch passt die Cyborg Patschehändchen wie Riesenpranken gleichermaßen gut. Dafür patzt Saitek in der Daumengegend: Der Vierwegeschalter lässt sich nicht besonders bequem bedienen - manche Tastendrücke geraten zur Glückssache. Noch viel schlimmer: Große, dicke Daumen verklemmen sich ganz gerne zwischen der Ablage und der oberen Ausbuchtung.

Ausstattung

Klar, die Zeiten von Zweitastenkugelmäusen liegen inzwischen gefühlte fünfhundert Jahre zurück. Bei ihren teuren Gaming-Mäusen wollen die Hersteller aber noch mehr bieten als moderne Lasertechnik und edle Optik. Guten Durchschnitt bietet die Cyborg-Mouse. Sie ist vor allem in der Daumengegend mit drei Tasten und einem Achtwegeschalter samt Knopf-Funktion üppig bestückt. Als Spezialität findet man auf der Unterseite einen Hebel, der die Leichtgängigkeit des Scrollrades dreistufig variiert. Durchaus nützlich und mehr als ein Gimmick, auch wenn sich die Positionen "straff" und "sehr straff" kaum unterscheiden.

Razers Lachesis übernimmt hier die Rolle des Puristen. Sechs Tasten und ein Mausrad - das war es auch schon. Erst beim Umdrehen fällt der "Profile Button" auf, mit dem sich fünf gespeicherte Einstellungen aufrufen lassen. Ansonsten befinden sich die meisten Ausstattungs-Features - typisch Razer - unter der Haube. Etwa die mit 4.000 dpi nominell höchste Auflösung, 32 KB Onboard-Speicher und eine ultraschnelle Reaktionszeit. Klingt gut, doch erst der Praxistest wird die Nützlichkeit dieser Technikfeinheiten zeigen.

© Archiv

Das Scrollrad der Cyborg Mouse lässt sich mit einem Hebel an der Unterseite dreifach im Widerstand verstellen. Von den vielen Ideen der Cyborg Mouse die am besten funktionierende.

Der Punkt Ausstattung geht wiederum an Roccat: dpi-Umschalter, Makro-Button, Vierwege-Mausrad und auswechselbare Gewichte, so lauten die Eckdaten. Dazu kommen wie bei der Lachesis jede Menge Technik-Features. Etwa 128 KB interner Speicher und eine "Tracking Control Unit", welche die Laserstärke an den Untergrund anpasst. Die vier mitgelieferten Gewichte in Puckform reichen von 5 bis 20 Gramm und decken damit ein ausreichendes Spektrum ab. Allerdings gehört die Kone schon im "Leerzustand" nicht gerade zu den Leichtgewichten.

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Unser Testtrio gehört mit Preisen zwischen 40 und 65 Euro zur High Society der Spielemäuse.

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