Testbericht

Teil 2: Powerline-Adapter im Test

Inhalt
  1. Powerline-Adapter im Test
  2. Teil 2: Powerline-Adapter im Test
  3. Teil 3: Powerline-Adapter im Test

Die Installation von Powerline-Adaptern ist denkbar einfach und erfordert keine Fachkenntnisse: Adapter einfach in die Steckdose stecken, Ethernet-oder USB-Kabel an die Netzwerkkarte beziehungsweise an den Rechner anschließen, Treiber und Software installieren und schon kann es losgehen. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollten Sie noch das Standard-Passwort ändern. Obwohl die Installation an sich völlig unkompliziert ist, gibt es einiges zu beachten, damit das Powerline-Netzwerk auch einwandfrei funktioniert. Besonders einfach lassen sich Powerline-Systeme installieren, wenn alle Rechner an einer einzigen Phase (stromführende Leitung) der Hausverkabelung hängen.

© Archiv

MSI Mega ePower 200AV

Dies ist aber in den seltensten Fällen so, da normalerweise jedes Zimmer abwechselnd mit einer anderen Phase abgesichert wird. Üblicherweise werden Wohnungen mit drei Phasen (L1, L2, L3) versorgt. So kann es passieren, dass ein Powerline-Signal, das in Phase L1 (erste stromführende Leitung) eingespeist wird, in Phase L2 oder L3 zwar empfangen wird, aber nur stark gedämpft und mit niedriger Geschwindigkeit. Da keine Phase miteinander verbunden ist (Kurzschluss), wird die Verkoppelung zwischen unterschiedlichen Phasen nur durch das hochfrequente Übersprechen parallel liegender Leitungen und zwischen den Leitungen angeschlossener Drehstromverbraucher (wie z.B. den Küchenherd) realisiert. Dämpfungen von über 20 dB sind hier keine Seltenheit. Die heutigen Powerline-Systeme kommen mit diesen Zusatzdämpfungen relativ gut zurecht, doch verringert sich die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich. Um dieses Problem zu vermeiden, bietet sich der Einsatz von Phasenkopplern an. Durch Phasenkoppler werden die drei Phasen des Drehstromnetzes für den Powerline Frequenzbereich mittels kapazitiver Kopplung miteinander verbunden. Die Zusatzdämpfung durch den Phasenübergang entfällt in diesem Fall und die Leistungsfähigkeit des Powerline-Netzwerkes wird nicht mehr beeinträchtigt.

Hardware: Powerline-Adapter im Test

Testprofil

\n MSIMega ePower 200 AV
www.msi-technology.de
109 Euro

Powerline-Adapter

Weitere Details

85 Prozent

Fazit:Das schlichte Paar von MSI lässt sich einfach installieren. Jedoch eine Komfort-Installation wie beim Siemens-Pärchen gibt es nicht.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Eine noch stärkere Dämpfung verursachen Netzfilter wie Entstörfilter, USVs und Überspannungs- Steckdosenleisten. Sie lassen vom hochfrequenten Datenstrom keine verwertbaren Signale durch und sind dadurch pures Gift für HomePlug. Powerline-Adapter sollten daher nicht direkt an einer Steckdosenleiste einsteckt werden, an der weitere Geräte angeschlossen sind, wie beispielsweise PC, Drucker, Monitore, Motoren, Video und getaktete Geräte aller Art. Hier können enorme Leistungseinbrüche zustande kommen. In eingehenden Tests konnten wir zudem feststellen, dass mehrere hintereinander geschaltete Steckdosenleisten die Geschwindigkeit und Reichweite enorm reduzieren.

© Archiv

Linksys PLE200

Powerline ist ein Shared-Medium. Das heißt, dass jeder zusätzliche Homeplug-AV oder Powerline-HD- Adapter im Haus die Gesamtleistung verringert. Eine weitere Leistungseinbuße entsteht durch den Rechenaufwand für die Erkennung und Vermeidung von Zugriffskollisionen, der umso größer wird, je mehr Teilnehmer zum Powerline-Netzwerk gehören. Auch andere Geräte wie zum Beispiel Fernseher, Waschmaschinen oder Mikrowellen beeinträchtigen die Reichweite und Leistung. In der Praxis ergibt sich meist eine Reichweite von 80 bis 150 Metern.

Hardware: Powerline-Adapter im Test

Testprofil

\n LinksysPLE 200
www.linksys.de
120 Euro

Powerline-Adapter

Weitere Details

84 Prozent

Fazit:Linksys bietet mit dem PLK200 einen sehr robusten und durchdachten Adapter. Auch die Leistung kann sich sehen lassen. Jedoch ist das Pärchen relativ teuer.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Netzwerkkabel

Rechner mit Netzwerkkabeln zu vernetzen ist die günstigste, sicherste, von der Datenrate her schnellste und zuverlässigste Methode. Der Datendurchsatz liegt bei bis zu 1 GBit/s. Will man Videos oder große Datenmengen zuverlässig übertragen, kommt man um eine Verkabelung meist nicht herum. Zwar ist die Installation mit einem höheren Aufwand verbunden, aber um eine solide Basis der Netzinfrastruktur zu schaffen, lohnt sich die Investition auf jeden Fall.

© Archiv

Draytek VigorPlug 200AV

Voraussetzung für die Kabelvernetzung sind freie Kabelschächte und die Motivation, die Kabel vom Erdgeschoss bis unters Dach zu ziehen. Je nach gewünschter Geschwindigkeit ist ein Kabel der entsprechenden Qualität nötig. Diese Einstufung wird numerisch und mit CAT (Category) bezeichnet. Für 100 Mbit ist dies zum Beispiel CAT5, bei 1 Gbit wäre CAT5e, CAT6 oder CAT7 zu verwenden. Die meisten Leitungen sind CAT5 und CAT5e. Das Cat-5e-Kabel ist eine genauer spezifizierte Version von Cat-5, die hauptsächlich für Langstrecken-100Base-T-Netzverbindungen und 1 GBit zum Tragen kommt. Da man das Kabel nicht samt Stecker durch das Leerrohr ziehen kann, ist man gezwungen die Stecker selbst auf das Kabel zu krimpen. Dafür braucht man eine Krimpzange (ca. 20 Euro) und RJ-45-Stecker, die es in jedem Baumarkt gibt.

Hardware: Powerline-Adapter im Test

Testprofil

\n DraytekVigorPlug 200 AV
www.draytek.de
169 Euro

Powerline-Adapter

Weitere Details

81 Prozent

Fazit:Das Draytek Kit bietet jede Menge Einstellmöglichkeiten allerdings ist die Leistung gegenüber den anderen Testkandidaten niedrig. Zudem ist der Preis recht hoch.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
ausreichend

Das Krimpen der Stecker ist eine fieselige Arbeit und muss sehr genau nach der Spezifikation bewerkstelligt werden, damit man möglichst wenig Dämpfung bekommt. Hierbei gibt es bei CAT5 zwei Belegungen: EIA/TIA T568A und EIA/TIA T568B. Beide Belegungen erzeugen das gleiche Ergebnis, allerdings ist die Farbcodierung anders. Wichtig ist, dass man sich beim Verkabeln nur an einen der beiden Standards hält, damit man nicht durcheinander gerät. Der T568B-Standard wird häufiger benutzt, als der A-Standard. Normales 100BaseT- und 10BaseT-Kabel kommt mit den Adern an den Pins 1, 2, 3 und 6 aus. Die Pins 4, 5, 7 und 8 werden für Gigabit-Ethernet benötigt.

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Allnet ALL168205

Die Belegung ist grundsätzlich eins zu eins an beiden Steckern. Auf Dosen ist die Belegung aufgedruckt beziehungsweise sind die LSA-Klemmen (Achtung: LSA-Stanzwerkzeug wird benötigt) einfach in der entsprechenden Farbe markiert. Wer zu wenig oder gar kein Platz im Leerrohr hat, kann zur Plastikfaser greifen. Der Hauptunterschied zum Lichtwellenleiter aus Glas ist, dass die Plastikvariante sehr preiswert und einfach zu installieren ist. Zudem gibt es keine Probleme mit EMV im Gegensatz zum Kupferkabel. Das wohl größte Manko von Plastikfaser ist die sehr hohe Dämpfung. Daher eignen sich Plastikfasern nur für kurze Entfernungen. Der Kern der Plastik-Lichtwellenleiter ist mit 250 µm bis 1000 µm erheblich dicker als der von Glasfasern.

Hardware: Powerline-Adapter im Test

Testprofil

\n AllnetALL168205
www.allnet.de
75 Euro

Powerline-Adapter

Weitere Details

81 Prozent

Fazit:Die schlichte Bauform der Allnet-Adapter spiegelt sich im Preis wider. Trotzdem ist die Leistung gut und die Adapter erfüllen alle Homeplug-Standards.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
ausreichend

Bei den Plastikfasern unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Typen: dem PCF-Kabel (Plastic Cladding Silica Fiber) und dem APF-Kabel (All Plastic Fiber). Beim Erstgenannten ist der Kern aus Quarzglas und der Mantel aus Kunststoff, bei den APF-Kabeln, zu denen die Polymerfaser gehört, sind sowohl Kern als auch Mantel aus Kunststoff und bis zu einen Millimeter dick.

© Archiv

D-Link DHP-301

Kleine Wandlerboxen übersetzen das elektrische Signal aus der Kupferleitung in ein optisches Signal. Daran lassen sich die dünnen Kabel aus Kunststoff, die das optische Signal quer durch die Wohnung zum Empfänger transportieren, anschließen.

Hardware: Powerline-Adapter im Test

Testprofil

\n D-LinkDHP-301
www.dlink.de
142 Euro

Powerline-Adapter

Weitere Details

81 Prozent

Fazit:Der D-Link Adapter verwendet den DS2-Chip und ist somit nicht kompatibel zu den anderen im Test. Jedoch ist der Datentransfer sehr hoch.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
ausreichend

Fazit

Die schnellste und zuverlässigste Übertragung liefert noch immer das Kabel. Sollte das Kabelziehen nicht möglich sein, empfiehlt sich die Verwendung von Polymerfaser. Ist auch das nicht möglich, dann sollten Powerline-Adapter als Alternative eingesetzt werden. Diese bringen die Daten zuverlässiger als WLAN in die anderen Stockwerke. Und wenn dort kabellos gearbeitet werden soll, kann man den zweiten Powerline-Adapter mit WLAN-Modul kaufen.

Wie Sie ihren Access-Point/WLAN-Router einstellen und einen Überblick über den 802-Standard gibt es auf Seite 3...

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