Testbericht

Teil 2: Netbooks: Mobile Rechner für die tägliche Arbeit

Betriebssystem

Um die kleinen Rechner richtig zu beschleunigen, setzten die Hersteller auf unterschiedliche Antreiber. Neben Intels Atom-Prozessor kommen auch ein Celeron M und eine CPU von VIA zum Einsatz. Für die zügige Abarbeitung aller Aufgaben unter Windows XP reicht keine der zur Verfügung stehenden Lösungen, wenn man den Vergleich zu einem aktuellen Notebook zieht. Allerdings ist die gebotene Leistung für die meisten Aufgaben vollkommen ausreichend, wenn man leichte, zum Teil kaum wahrnehmbare Verzögerungen hinnehmen kann.

Titelthema Netbooks: Mobile Rechner für die tägliche Arbeit

© Archiv

Der Tastenabstand beim Eee PC 900 und 901 beträgt nur 16 Millimeter. Besser zum Tippen eignet sich die Tastatur vom MSI Wind (unten).

Einen deutlichen Unterschied macht das verwendete Betriebssystem. So lässt sich auf dem Netbook von Acer anständig arbeiten, obwohl nur 512 MByte Arbeitsspeicher verbaut sind. Doch Neueinsteiger seien vorsorglich gewarnt: Die installierte Linpus Distribution ermöglicht zwar die Bewältigung vielfältiger Aufgaben, doch will man weitere Anwendungen hinzufügen, kann es schwierig werden, wenn die gewünschte Software nicht von dem vorinstallierten Anwendungsmanager angeboten wird. Auch der Anschluss von USB-Geräten funktioniert nicht immer so reibungslos wie man das von Windows XP gewohnt ist. Denn nicht jeder Hardware-Hersteller bietet für seine USB-Geräte einen passenden Linux-Treiber oder gar eine Installationsroutine. Wollen Sie also mit Hilfe eines USB-Sticks Fernsehsendungen ansehen, sollten Sie wissen, dass sich diese leichter in Windows XP integrieren lassen als in Linux. Gleiches gilt für UMTS-Module. Doch dazu finden Sie in den folgenden Beiträgen einen ausführlichen Bericht, wie sich solche Geräte unter Linux und Windows XP in Betrieb nehmen lassen.

Mobiler Einsatz

Trotz des geringen Gewichtes von durchschnittlich einem Kilogramm muss man im Bezug auf die Akkulaufzeit keinen faulen Kompromiss eingehen. Vergleicht man die Netbooks mit aktuellen Notebooks, so stellt man schnell fest, dass die Neulinge hier tatsächlich ihre Trümpfe ausspielen können, wenn der Hersteller nicht mit zu kleinen Akkus am Budget gespart hat. Wie lange ein Netdebook durchhalten kann, zeigen den beiden Modelle von Asus und One. Der Eee PC 901 ist mit einem Gewicht von 1,13 Kilogramm das schwerste System in diesem Test, doch dafür erreicht es auch eine unglaubliche Betriebszeit von gut acht Stunden. Und auch das One Mini A120 schlägt sich in dieser Kategorie hervorragend. Es erreicht immerhin eine Akkulaufzeit von über fünf Stunden, wenn man bei geringer Display-Helligkeit Texte tippt. Im Vergleich dazu erreichen die beiden baugleichen Geräte von Medion und MSI nur magere drei Stunden, was etwa dem Durchschnitt preiswerter 15,4-Zoll-Notebooks entspricht.

Aufrüstmöglichkeiten

In einem Punkt sind sich fast alle Hersteller einig: Wenn es um die Aufrüstung geht, ist bei den meisten Anbietern Schluss mit lustig. Der Kunde soll das System so kaufen, wie er es gerne hätte und nicht nachträglich Speicher oder andere Hardware einbauen. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man versucht, die aktuellen Geräte zu erweitern, beispielsweise mit einem größeren Speichermodul. Lediglich Asus zeigt sich dem Kunden gegenüber etwas offener. Mit nur wenigen Schrauben kann man an der Unterseite eine Klappe öffnen, die den Zugriff auf das Speichermodul ermöglicht. Beim Eee PC 901 erreicht man darüber auch das WLAN-Modul und die SSD. Verschlossener zeigen sich die anderen Hersteller. Acer hat zwar auch eine Klappe an der Unterseite, doch darüber gelingt nur der Zugriff auf den freien Mini-PCIe-Steckplatz, der sich allerdings nicht nutzen lässt, weil die Anschlussleiste nicht eingelötet wurde.

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Die Serviceklappe an der Unterseite des Eee PC 901 ermöglicht einen direkten Zugriff auf wichtige Komponenten: SSD mit 8 GByte (links oben); Mini PCIe WLAN-Modul 802.11b/g/n (rechts oben); Das 1-GByte-DDR2-SoDIMM lässt sich durch ein 2-GByte-Modul ersetzen (rechts unten)

Will man den knappen Speicher bei Acer aufrüsten, so gibt es dafür sogar einen freien Steckplatz. An diesen gelangt man jedoch nur, nachdem das Gerät vollständig zerlegt wurde. Das günstigste System in diesem Test sieht überhaupt keine nachträgliche Erweiterung vor. One verkauft ein vollständig integriertes System. Zwar ist im Gehäuse noch Platz, beispielsweise für eine 1,8-Zoll-Festplatte, doch die Anschlüsse dafür sind nicht vorhanden und der Arbeitsspeicher ist fest auf dem Motherboard verlötet, so dass sich dieser nicht erweitern lässt.

Um den Funktionsumfang nachträglich zu vergrößern, bleibt bei allen Modellen nur der Anschluss von USB-Geräten oder die Verwendung des integrierten Kartenlesers.

In diesem Punkt hat sich zumindest Acer ernsthaft Gedanken gemacht. Für das Betriebssystem, die Programme und die eigenen Daten stehen beim Acer Aspire One gerade mal acht GByte zur Verfügung, was schnell zu Engpässen führen kann. Um den zur Verfügung stehenden Platz leicht zu erweitern, hat Acer einen zweiten Steckplatz für SD-Karten vorgesehen. Dieser Expansion Slot bindet eine eingesetzte Karte sauber in das System ein, so dass sich der Speicherplatz von acht GByte um die Kapazität der eingesetzten Speicherkarte erweitert.

Dass man die meisten Systeme mit etwas Geschick erweitern kann und wie das im Detail funktioniert, findet sich schnell im Internet. Zahlreiche Communities diskutieren ausgiebig über mögliche und unmögliche Funktionserweiterungen und die Einsatzmöglichkeiten der kleinen Begleiter. Eine kleine Auswahl interessanter Webauftritte finden Sie im Kasten Hilfreiche Links.

Fazit

Betrachtet man die Entwicklung der kleinen mobilen Rechner, so sieht man deutlich einen Trend. Die eigenständige Produktklasse der Netbooks verschiebt sich langsam aber sicher zu kleinen, leichten und vor allem preiswerten Notebooks. Die Leistung der Geräte ist im Vergleich zu aktuellen Notebooks zwar deutlich reduziert, doch zum Tippen von Dokumenten oder E-Mails und zum Surfen im Internet reicht die zur Verfügung stehende Performance vollkommen aus. So sichern sich diese Geräte nicht nur einen Platz als Zweitgerät, sondern auch als alleiniger Rechner in einem Haushalt mit geringem Budget.

Auf Seite 3: Asus Eee PC 901 im Test...

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