Testbericht

Teil 2: Mainboards: Billig gegen teuer

Inhalt
  1. Mainboards: Billig gegen teuer
  2. Teil 2: Mainboards: Billig gegen teuer

Stabilität garantiert

Was die Stabilität bzw. Kompatibilität angeht, hatten wir an den Kandidaten im regulären, also nicht übertakteten, Betrieb, nicht viel auszusetzen. Lediglich das GA-P31 zickte mit unseren Standardmodulen von Corsair, obwohl diese als kompatibel gelistet werden. Ursache war ein zu hoher Takt. Obgleich das BIOS einen 1066er-Takt anzeigte, liefen die Module mit einem Verhältnis von 5:3 zum FSB und daher mit 555 MHz, bzw. 1110er Takt. Die Timings wurden gegenüber der Standardtaktrate automatisch von 5-5-5-15 auf 5-7-7-15 hochgesetzt, was reichen sollte. Offenbar war die Spannung aber zu niedrig. Erst als wir sie manuell um 0,2V erhöhten, lief das System stabil. Das P5Q Pro dagegen wollte nur eine bessere Kühlung haben. Kaum hatten wir einen zusätzlichen Ventilator angebracht, lief es klaglos.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n GigabyteGA-MA790FX-DQ6
www.gigabyte.de
144 Euro

Motherboard

Weitere Details

78 Prozent

Fazit

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Installation und Updates

Größere Unterschiede zeigten die Platinen in den Bereichen Installation und Konfiguration. Auch das Aktualisieren der Treiber und des BIOS gestaltet sich unterschiedlich komfortabel. Was die Installation der Treiber angeht, hat Gigabyte die Nase vorn. Egal ob man sich für eine billige oder teure Platine entscheidet - die Treiber werden per XPress Install automatisch und vollständig installiert. Zumindest beim preiswerten M3A78 Pro von Asus muss man als Käufer selbst Hand anlegen und die einzelnen Treiber zur Installation auswählen.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n GigabyteGA-MA74GM-S2H
www.gigabyte.de
52 Euro

Motherboard

Weitere Details

67 Prozent

Fazit

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
sehr gut

Das Aktualisieren des BIOS über das Internet bieten sämtliche Mainboards aus diesem Testfeld bzw. deren mitgelieferte Tools an. Im Labor klappte das einwandfrei. Der Vollständigkeit halber kontrollierten wir alles noch einmal manuell nach, aber es zeigte sich, dass die Datenbanken von Asus und Giabyte offenbar gut gepflegt sind. Weniger erfreulich sieht es mit der automatischen Suche nach neuen Treibern für die Chipsatz-Hardware aus. Hier strengen sich weder Asus noch Gigabyte an. Da tröstet es wenig, dass auch teure Platinen nicht mehr bieten als die billigen.

Ausstattung

Was Dreingaben und Ausstattung angeht, ist der Trend klar: Je teurer, desto mehr. Gratis-Software beschränkt sich bei Mainboards immer noch auf Utilities wie Virenscanner und Backup-Programme. Spiele, wie sie oft mit Grafikkarten kommen, gibt es zumindest bei den Platinen aus unserem Testfeld nicht geschenkt. Da ist manche Hardware-Ausstattung von einem ganz anderen Kaliber: Etwa die Creative-X-Fi-Soundkarte, die Asus dem Rampage beilegt. Hier sollte man sich aber nicht täuchen lassen. Für die meisten Anwendungen und auch Spiele reicht normaler On-Board-Sound aus. Heatpipes und Wasserkühlungsanschlüsse sind sinnvolle Dreingaben - wenn man das Kühlkonzept auch für den Rest des Rechners konsequent fortführt.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n AsusM3A78 Pro
www.asus.de
84 Euro

Motherboard

Weitere Details

67 Prozent

Fazit

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
befriedigend

Fazit

Wer die mitunter zahlreichen Dreingaben wirklich gebrauchen kann, der kann getrost zu einer teuren Platine greifen. Wer dagegen auf Rechenleistung schielt, legt sein Geld besser in einer schnelleren Grafikkarte an, denn die Platinen bieten kaum Geschwindigkeitsvorteile. In allen anderen Fällen kann man schlicht und ergreifend Geld sparen, wenn man zu einem Billigboard greift.

Strom sparen

Es ist zurzeit in aller Munde und darf daher auch beim Marketing für Platinen aus Fernost nicht fehlen: das Strom sparen. Gerade Asus und Gigabyte übertrumpfen sich mit Behauptungen, wie viel ihre Platinen einsparen. Vor allem durch die Verwendung mehrerer Phasen soll der Wirkungsgrad bei geringerer Auslastung verbessert werden. Dass die zusätzlichen Spannungswandler bzw. Schaltnetzteile auch erst einmal mit Energieaufwand hergestellt werden müssen, scheint nicht zu stören. Was aber ist dran am Energie sparen? Wir haben es nachgemessen und den sehr CPU-lastigen Benchmark Cinebench R10 mit verschiedenen Einstellungen laufen lassen. Als Beispiel diente das P5Q Pro von Asus, das mehrere Stromsparmodi kennt. Unter anderem "Max Power Save", "Turbo" und "Auto". Was wozu gut sein soll, erschließt sich aus den Namen. Und tatsächlich: Mit der Einstellung "Max Power Save" benötigte unser System primärseitig nur 169W während der Rechenaufgabe. Bei Turbo-Geschwindigkeit waren es dagegen 209W. Umweltfreundlich? Nicht unbedingt. Möchte man nämlich, dass der Rechner die gestellte Aufgabe komplett durchführt, benötigt er logischerweise unterschiedlich lange. Mit gedrosselter CPU nämlich 1:53 min, bei Vollgas dagegen nur 1:17 min. Das ergibt knapp 20 000 Wattsekunden im Sparmodus, aber nur 17 000 Wsec, wenn das System auf "mein PC rechnet auch ohne Bäume" steht. Der Auto-Modus änderte nicht viel. Unter Volllast lagen Verbrauch und Rechenzeit mit der Turbo-Einstellung gleichauf, lediglich im Leerlauf war die Leistungsaufnahme mit 152W zu 158W etwas geringer. Wer wirklich Strom sparen will, sollte den Rechner lieber komplett vom Netz trennen, wenn er ihn nicht braucht. Denn auch vermeintlich ausgeschaltete Rechner verbrauchen noch etwas Strom.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

© Archiv

Mit Oszillograph und Strommesszange kann der Stromverbrauch einzelner Komponenten und des Komplettsystems gemessen werden.

Bildergalerie

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards
Galerie
Edelplatinen und Preisbrecher

Mehr zum Thema

toshiba kira 107, test, review, ultrabook
Ultrabook

82,0%
Das Toshiba Kira 107 punktet im Test. Das fängt beim Metallgehäuse an und hört beim knackscharfen Display noch lange…
HTC Vive Teaser
Virtual-Reality-System

Die VR-Brille HTC Vive verspricht ungeahnte Virtual-Reality-Abenteuer. Doch lohnt sich der hohe Preis? Hier unser Praxis- und Testbericht.
PNY CS900 im Test
Solid-State-Drive

81,0%
Mit der CS900-Serie will PNY Kunden ansprechen, die eine mechanische Festplatte als Systemlaufwerk einsetzen und gerne…
iPason F im Test
Ryzen 3 2200GE und Radeon Vega 8

Der Ipason F ist ein Mini-PC mit Ryzen 3 2200GE und integrierter Radeon Vega 8 Grafik. Im Test zeigt der Rechner, ob er seinen Preis von rund 350 Euro…
Medion Erazer Gehäuse außen
Gaming-PC

86,0%
Hohe Leistung, kleiner Preis: Der Medion Erazer X67116 bietet Gaming-Fans eine günstige Alternative zu teuren…