Testbericht

Teil 2: Lexika: Silberscheibenweise Wissen

Der Brockhaus erscheint in vielen Gestalten: Der von uns getestete Brockhaus multimedial premium basiert auf dem 15-bändigen Brockhaus, umfasst sechs CDs (oder eine DVD) und kostet 99,95 Euro. Von diesem gibt es mehrere verkürzte Ableger: den Brockhaus multimedial auf vier CDs für 49,95 und den Brockhaus in Text und Bild auf einer CD für 79,95 Euro. Sie alle enthalten die gleichen 120000 Texte, sind aber nicht so umfangreich mit Medien ausgestattet.

Auf dem gleichen Material beruhen das Meyers-Multimedia-Lexikon für 24,95 und das DeTeMedien-Lexikon des Wissens für 49,95 Euro. Beide umfassen 89000 Artikel auf zwei CDs. Die große 24-bändige Brockhaus-Enzyklopädie auf zwei CDs für 999,90 Euro kommt erst Mitte Dezember auf den Markt. Das ist im Vergleich zur gedruckten Fassung (2796 Euro) recht billig, ziert aber den Bücherschrank weitaus weniger.

© Archiv

In unserem Test war der Brockhaus in zwei Punkten überragend: im Umfang und bei der Suche. Er enthält die meisten Artikel und ist randvoll gepackt mit Bildern, Animationen und Filmen. Hinzu kommen zwei Millionen Bilder der Deutschen Presseagentur (dpa), in denen der Brockhaus-Käufer online stöbern darf. Sie enthalten zwar Wasserzeichen, die sie für eine Weiterverwendung unbrauchbar machen, aber um einen Eindruck einer Person zu bekommen, reicht es.

Die Qualität der Artikel ist ausgezeichnet: Sie verkünden nicht nur Wahrheiten, sondern enthalten auch wissenschaftliche Thesen sowie viele Literaturangaben. Auch waren alle geprüften Artikel hochaktuell. Wir fanden Informationen zu AES, zur digitalen Kunst, zur Globalisierung (Attac fehlte), Tobin- Tax, erneuerbaren Energien, einen eigenen Artikel zum EU-Konvent und zu allen Präsidenten und Kanzlern, die im letzten Jahr in ihr Amt wechselten.

Nur Gerhard Schröder führt im Brockhaus ein Schattendasein. Er hat 2002 die Wahl im Artikel Deutschland zwar gewonnen, nicht aber bei Bundestagswahl, oder Schröder, Gerhard. Da kommt Stoiber, Edmund besser weg. Das Layout ist schlicht, die Texte nackt, Bilder und Medien finden sich in einem Kasten in der linken Spalte. Dort liegt auch das Suchwerkzeug. Der Brockhaus zeigt als Suchergebnis eine Mischung aus Stichwort- und Volltextsuche und gibt wie viele Suchmaschinen im Internet zur Orientierung Relevanzen an. Logische Verknüpfungen bietet das Lexikon ebenso wie die Suche nach ähnlichen Begriffen (Fuzzy-Logik: Gandi findet Gandhi). Die Artikel sind untereinander verlinkt. Zusätzlich kann der Recherchierende auf jedes Wort klicken, um damit eine Suche auszulösen. Wenn er etwas vermisst, legt er einen eigenen Artikel darüber an, der komplett in die Suche integriert ist.

Als einziges Programm zoomt es Bilder in mehreren Stufen. Zusätzlich gibt es einen Atlas, einen dreidimensionalen Menschen, Daten zu den vergangenen Olympiaden und dem Brockhaus von 1906. Der seriöse Brockhaus bietet am meisten Lexikon im Test und ist seine knapp hundert Euro wert.

http://www.brockhaus.de

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