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Testbericht

Teil 2: Kompaktboxen im Vergleichstest

Inhalt
  1. Kompaktboxen im Vergleichstest
  2. Teil 2: Kompaktboxen im Vergleichstest

In Form und Größe gleichen sie fast den Mordaunt Short MS 902 i. In Sachen Bestückung und Philosophie unterscheiden sich beide nachhaltig. So schwört Nubert auf eine Gewebekalotte in den Höhen und einen Polypropylen-Konus im Bass. Besonders praktisch und nutzerfreundlich ist die Möglichkeit, den Frequenzgang in den Höhen über einen Kippschalter zu beeinf lussen. So können die 311er auf ihren Standort, respektive den Raum oder auch den persönlichen Geschmack hin optimiert werden. In einem eher großzügig möblierten Umfeld, es dämpft hohe Töne besonders, empfiehlt sich die Schalterposition "brillant". Sie verleiht obersten Frequenzen eine Prise mehr Energie.

© Archiv

Mordaunt Short MS 902 i

Auf den Hörtest durften sich die Probanden freuen, denn im wahren Leben werden sie kaum an so ultrafeinen wie wattstrotzenden Verstärkern wie den Referenzen Krell EVO 222 und EVO 402 nuckeln. Wichtig, denn gerade kleine Boxen lechzen nach viel Energie (Kasten Wissen). Sie mit wattschwachen Amps zu kombinieren, endet oft in einer unglücklichen Liason. Allerdings lauschte die Jury den Boxen zur Urteilsfindung auch über den klangstarken und erheblich preiswerteren NAD C 325 BEE (HomeVision-Printausgabe 3/07, 450 Euro). Besonders mit den Image 12 von Audio Pro ging der NAD eine gelungene Liason ein. Leuchtende Klangfarben, strukturierte Mitten und trockene, wenngleich nicht tiefe Bässe prägten diese Verbindung. Letztlich kitzelten die Krells mehr Details hervor, offenbarten aber auch schneller die Grenzen im Vergleich zu den Ankermodellen.

Wertungskasten

Mordaunt ShortMS 902 i
www.mordauntshort.de
250 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

45 Prozent

Fazit:Etwas zurückhaltende aber sehr charmante Boxen im zeitlos schönen Gewand.

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
gut

Die nuBoxen 310 offerierten weiter gefächerte, intensivere Klangfarben, modellierten Interpreten körperhafter und bauten auf ein sattes Bassfundament, wo eben eher Dürre herrschte. Es waren schlicht die erwachseneren Lautsprecher. Dabei darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass die Audio Pros gerade das halbe Volumen der nuBoxen in die klangliche Waagschale werfen.

Die Mordaunt Shorts dagegen bringen in Gewicht und Klang ein bis zwei Pfund mehr mit. Ihre Bässe sind unaufdringlich, angenehm sauber und fügen sich harmonisch an den Grundtonbereich. Stimmen reproduzieren die MS 902 i mit Körper und Anmut. Überhaupt pflegen die Modelle eine feine, schon vornehm distanzierte Spielweise, die ihnen mit kleinen Besetzungen und klassischer Musik besondere Pluspunkte einbrachte. Lediglich mehr Offenheit und Glanz in den oberen Mitten hätte sich die Jury gewünscht. Die Präsenzsenke im Frequenzverlauf mag hierfür ein Indiz sein. Auch im Wirkungsgrad sind die MS 902 i zurückhaltend. Um voll zur Geltung zu kommen, sollte der ansteuernde Verstärker kräftig sein.

© Archiv

Nubert nuBox 311

Die Heco Victa 300 spielen dagegen vom Start weg agil und erstaunlich dynamisch, ja rockten gar deftig los, wenn gefordert. Dabei leisteten sie sich kaum Schnitzer. Details pellten sie sauber aus dem musikalischen Kontext ohne je ungebührlich hell oder gar nervig zu tönen. Ihre Raumabbildung geriet großzügig und vorbildlich stabil. Schallereignisse hüpften nicht hin und her, sondern fanden ihren angestammten Platz. Auch in die Tiefe staffelten die Boxen weit und nahmen es darin selbst mit den 310ern von Nubert auf. Auch in den Disziplinen Basspotenz und Pegelfestigkeit herrschte nahezu Augenhöhe. In einem Punkt aber mussten sich die quirligfrechen Heco geschlagen geben. Trotz der beeindruckenden Raumtiefe erschienen einzelne Schallereignisse mehr oder minder zweidimensional, Stimmen fehlte Volumen - nicht Größe. Hier streuten die Nubert tüchtig Salz in die Wunden und modellierten Interpreten mit Brust und Fleisch körperhaft nach. Keine Schande für die Hecos, immerhin die mit Abstand preiswertesten Kandidaten im Testfeld.

Wertungskasten

NubertnuBox 311
www.nubert.de
280 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

50 Prozent

Fazit:In dieser Klasse ein echtes Auflösungswunder mit pfiffigen Detaillösungen.

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
überragend

So endete der Test im Duell Nubert gegen Nubert, was nicht einer gewissen Brisanz entbehrte. Denn die nu-Boxen 311 klangen nicht wie man es erwartet hätte. Familienbande waren zwar erkennbar, doch gab sich der jüngere Sproß im Vergleich ungestümer - im positivsten Sinn. Wo die 310er in Klangfarben badeten, distinguiert und vollmundig zugleich, musizierten, tönten die Neuen wahrlich wie frisch vom Früchtestand. Knackiger, im Bass elementarer und konturierter, in Grundton und Mitten schärfer fokussiert. Nicht ganz so erdig und samtig wie die 310er, die damit ihren Charme-Preis behalten. Ehrlicher klingen die Neuen, mit denen Nubert einmal mehr einen Preis/ Punkterekord aufstellt.

Profitipp: Kleine Box -kleiner Bass? Das ist tatsächlich die Regel. Je näher Sie jedoch die Lautsprecher an eine Wand stellen oder gar in eine Ecke, betont das tiefe Frequenzen breitbandig. Nachteil: Oft klingt es an einer Wand detailarm und dicklich. Unser Tipp: einfach mal ausprobieren.

Stärken und Schächen

Klangqualität: In Natürlichkeit und Auflösung liegen die Nubert an der Spitze. Für Mordaunt Short gab es Punktabzug wegen der leichten Informationsdefizite in den oberen Mitten. Im Bass können die Audio Pro nicht mit den anderen Kandidaten mithalten.

Ausstattung: Hier führen die Nubert das Feld nicht zuletzt dank der praktischen Raumanpassung an, die acht Punkte extra bringt.

Verarbeitung: Mit ihrem schicken, aber ebenso fein verarbeiteten Lackkleid erzielen die Audio Pro den Spitzenwert im Testfeld. Etwas abgeschlagen die Heco, die zum Preis aber immer noch top gefertigt sind.

Fazit:

Markenboxen so günstig aber auch so gut wie nie. Wenn das keine Botschaft ist. Wer kleine und preiswerte Lautsprecher sucht, findet obendrein unter den Kandidaten die richtigen für seinen Anspruch. Wer besonders kompakte Speaker sucht, die gut klingen und sich von der Masse abheben, sollte zu den Audio Pro Image 12 greifen. Wer sanfte, gediegene Klänge schätzt, kommt um ein tete a tete mit den Mordaunt Short MS 902 i kaum herum. Die Heco Victa 300 sind die eigentliche Überraschung im Testfeld. Neutral, dynamisch und im Bass schon fast erwachsen, kosten sie gerade 200 Euro im Paar. Übertroffen werden sie nur noch von den Nubert nuBoxen 311, die besonders in der Natürlichkeit der Klangfarben noch ein ordentliches Brikett drauflegen.

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