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Testbericht

Teil 2: Günstig, aber gut: Vier AV-Receiver im Test

Die feinen Differenzen

Nicht nur die Unterschiede in der Handhabung zwischen Onkyo und den anderen erinnern etwas an alte PCs und Apple-Rechner, auch die Möglichkeiten der Lautsprecherabstände: Hier können Tüftler aus ihrem Denon und Pioneer feine Zentimeterschritte herauskitzeln, während der Onkyo sich mit relativ groben 15-cm-Schritten begnügt. Beim Pioneer braucht man allerdings Geduld, denn die Änderungen gehen im Zeitlupentempo vonstatten. Der Marantz ermöglicht Entfernungseingabe in Schritten von drei Zentimetern.

© Archiv

Marantz SR 5003

Auf der Geräterückseite gibt es ebenfalls gewisse Eigenheiten. Zwar sind die Schraubklemmen für die Lautsprecher am Onkyo am besten zugänglich, aber alle haben die gleiche Farbe und sind wegen der Möglichkeit, die Surround-Back-Kanäle zum Bi-Amping - also zum Betrieb von Lautsprechern über zwei Endstufen - zu verwenden, so gekennzeichnet, dass man besser zweimal hinschauen sollte, um nicht die Schutzschaltung der WRAT-Endstufen (Wide Range Amplifier Technology) einem unfreiwilligen Kurzschlusstest zu unterziehen.

Was Marantz sich dabei dachte, die ohnehin schon kontrastschwache Beschriftung der einzelnen Kanäle auch noch direkt unter die Schraubklemmen zu setzen, sodass man sie nur aus der Frosch-Perspektive einigermaßen erkennen kann, bleibt Geheimnis der Entwickler. Wer sich womöglich noch in einer düsteren Ecke mit Verrenkungen auf den Knien wiederfindet, dürfte wie der Autor wenig druckreife Verwünschungen ausstoßen. Immerhin leuchtet die Marantz-Fernbedienung im Dunkeln sehr hell, wenn man eine Taste drückt...

Ausstattungsseitig brennen alle vier Hersteller ein Feuerwerk ab, HD-Decoder gehören inzwischen zum guten Ton und Video-Upscaling auf 1080p auch. Mancher möchte allerdings einfach nur gutes Stereo mit seinem kleinen Heimkino-Boliden goutieren, ein Wunsch, dem der erste Prüfstein im Hörtest Rechnung trägt. Die Entscheidung fiel relativ schwer, denn jeder der vier Entertainer hatte ein gewisses Etwas im Klang.Der Pioneer wirkte frisch und strahlend wie ein sonniger Wintertag. Die Becken blitzten in "Mac the Knife" von Robbie Williams (Capitol) auf. Der Bass besaß etwas mehr Volumen als Präzision, bildete aber einen guten Kontrast zu den kessen Höhen. Die Raumabbildung erschien recht hoch und breit, aber nicht besonders fokussiert. Tonal wirkten Stimmen recht schlank und etwas spitz - eine Tendenz, die sich auch am Onkyo erkennen ließ.

Testprofil

MarantzSR 5003
www.marantz.de
650 Euro

AV-Receiver

Weitere Details

68 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
überragend

Der TX-SR 706 wirkte extrem spritzig und klar. Der Bass besaß Volumen und Präzision, unterstützte damit den "schnellen" Eindruck, den die Performance des Onkyo hinterließ. Temporeich und wendig wie ein Wiesel feuerte er in Williams' "I will talk and Hollywood will listen" jede einzelne Note direkt auf die Zuhörer ab. Plastisch zeichnete der Receiver die Konturen der Instrumente nach.

Gegen diese räumliche Präzision wirkte der Pioneer vergleichsweise diffuser und flächiger. Auch in puncto Attacke konnte sich der ungestüme Onkyo von seinem Rivalen noch etwas absetzen. In diesem Punkt spielte er mit dem Marantz ganz vorne mit. Die Musik hatte einfach Pep mit den beiden. Allerdings blieben bei der forschen Gangart im Falle des Onkyo TX-SR 706 etwas Raffinesse und Eleganz auf der Strecke.

Bildergalerie

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Die fantastischen 4

Wollen mit ihrem Klang begeistern: Die vier Testkandidaten.

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