Testbericht

Teil 2: Flash-MP3-Player im Test

Menüführung und Bedienung

Zu den "weichen" Faktoren zählen bei der Bewertung von Geräten - nicht nur von MP3-Playern - Punkte wie die Bedienbarkeit. Diese ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Gewöhnung. Bis auf zählbare Fakten wie Sortier- und Suchmöglichkeiten nach Tag-Einträgen spielt die Bedienbarkeit für die Bewertung kaum eine Rolle. In den Tests weisen wir stattdessen auf Besonderheiten hin, die uns aufgefallen sind. Als Meinungsgeber durften in diesem Fall auch die anderen Redakteure herhalten, die verschiedene (Marken)-Vorlieben haben.Geteilte Meinung rief das Bedienkonzept des iPod Nano hervor. Die Funktionsvielfalt ist bei ihm mit am höchsten und die Suchfunktion beispielhaft. Das Scrollrad wiederum kam nicht so gut an. Während vor allem diejenigen Redakteure, die selbst einen iPod haben, mit der Bedienung per Rad gut zurecht kamen, hatten andere - unter anderem der Autor dieses Artikels - bisweilen Mühe, den genauen Listeneintrag zu treffen und beim Loslassen nicht zu verlieren. Eine Bewertung kann hier nur sehr subjektiv stattfinden, was wir soweit wie möglich zu verhindern versuchen.

© Archiv

Für manche Spielerei, für andere essenziell: Die blitzschnelle Suchfunktion des iPod Nano hilft, sich auch in umfangreichen Musikbeständen schnell zurecht zu finden.

Der iPod Touch kam bei allen gut an - das Multitouch-Display wirkt eben immer noch. Was die Bedienung als MP3-Player angeht, ist der iPod Touch allerdings nicht ganz so gut wie der Nano oder der Zen. Zum einen bietet er keine alphabetische Suchfunktion wie sie Nano und Creatives X-Fi bieten. Zum anderen funktioniert das schnelle Durchblättern über Anfangsbuchstaben bei der Sortierung nach Titeln augerechnet beim Zusammenstellen einer Ad-hoc-Abpsielliste nicht. Bei umfangreichen Musiksammlungen ist das ärgerlich. Gut kam auch die Bedienung des Creative XFi an, die zwar viele Tasten benötigt, die aber konsequent belegt sind.

Auf der Negativ-Seite steht der Q1 von Samsung, dessen Bedienung in Schönheit stirbt. Die mit LEDs versehenen Sensortasten sehen zwar sehr schick aus, sind aber kaum voneinander abgegrenzt. Die meisten Probanden betätigten schon nach mehr oder weniger kurzem Navigieren öfter den Mittelknopf obwohl die Nach-Oben-Taste gewollt war.

Auch der Aufbau des Menüs ist zu großen Teilen Geschmackssache. Einiges darf man sich aber von einem zeitgemäßen Player erwarten: Die Tag-Auswertung sollte umfangreich genug sein, um Titel mindestens nach Titelname, Interpret, Album und Genre auswählen bzw. sortieren zu können. Einige Modelle machen noch von weiteren Tags Gebrauch. Ein witziges Beispiel ist der Walkman von Sony. Er bietet einen Modus, bei dem er eine zufällige Jahreszahl generiert und alle Lieder aus selbigem abspielt. Im Großen und Ganzen nehmen sich die Player nichts, mit Ausnahme des MPIO. Der Koreaner pfeift auf Tags und bietet die Lieder wie anno dazumal in Ordnerstruktur an. Möchte man es nett ausdrücken, könnte man sagen, dass der Player etwas für Puritaner ist, aber selbst die dürften heutzutage Besseres erwarten.

Verarbeitung und Design

Was die Verarbeitung angeht, ist sie abgesehen von offensichtlichen Eigenschaften wie etwa dem verwendeten Material, wackeligen Knöpfen oder (nicht) eingehaltenen Spaltmaßen nur schwer in Noten zu fassen. Die Qualität zeigt sich meist erst nach geraumer Zeit oder bei allzu ruppiger Behandlung. Einen billigen Eindruck, weil aus weißem Plastik und mit etwas wackeligen Tasten, hinterlässt der iRiver. Hier haben die Koreaner im Gegensatz zu früher etwas nachgelassen. So mancher betagte Player wie der H320 wirkt da noch heute robuster. Auch der zweite Hersteller der Halbinsel macht nicht den Eindruck, als sei sein Produkt für die Ewigkeit gemacht. Zumindest würden wir nicht darauf wetten, dass der Wippschalter des Mpio eine längere Benutzung durchhält. Angesichts der schwachen Menüführung könnte er aber die meisten Eingriffe durch den Benutzer erfordern.

Trotz des dünnsten Gehäuses wirkt der iPod Nano dagegen kein bisschen zerbrechlich. Dessen Design - und auch das dürfte für manchen eine Entscheidungsgrundlage sein - kam bei den Kollegen insgesamt am besten an. Neben der Form war für den Ausgang dieser nicht repräsentativen Umfrage auch das Display des Nano ein Kriterium. Vor allem die Darstellungsqualität der Schriften überzeugte. An zweiter und dritter Stelle konnten sich in punkto Aussehen der Samsung Q1 und der iPod Touch platzieren. Auch der Sansa View kam gut an, wobei sich aber alle von der krakeligen Schriftart enttäuscht zeigten. Der X-Fi überzeugte die Fraktion der Zen-Besitzer überdurchschnittlich, landete ansonsten aber trotz großem Display im guten Mittelfeld. Eine Bewertung in Form von Punkten fand wie bei der Menüführung aufgrund der zwangsläufigen Subjektivität nicht statt.

Zubehör und sonstige Funktionen

In diesem Test stand die Eignung als MP3-Player im Vordergrund. Wie gut die Wiedergabe von Video ist, die jeder Player beherrscht, wurde ebenso wenig gewertet wie die Empfangsqualität des Radioteils. Als vorhandenes Zubehör gingen diese Funktionen allerdings mit geringer Gewichtung in die Benotung ein. Auch die mitgelieferte Software wird nicht gesondert bewertet. Der Grund ist einfach: Player, die das Media Transfer Protocol unterstützen, kommen mit dem Windows Media Player zurecht und verfügen damit über eine ausgereifte und mächtige Software, die obendrein frei erhältlich ist.

Eine Ausnahme stellen die iPods dar, die nicht mit dem Media Player zusammenarbeiten, sondern stattdessen das ähnlich umfangreiche iTunes verwenden, das gleichzeitig als Converter für Video- und Bilddateien dient. Auch hier ist es Geschmackssache, welche Anwendung man vorzieht. Wir geben in der Tabelle an, ob und mit welchem der beiden Programme die Prüflinge zusammenarbeiten. Alternativ kommt Winamp in Frage. Die Software ist ebenfalls frei im Internet erhältlich. Regelmäßig aktualisierte Plugins sorgen für die nötige Kompatibilität - mit zeitlicher Verzögerung auch zu den iPods.

Apple iPod Nano im Test - auf Seite 3...

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