Testbericht

Teil 2: Festplatten im Vergleichstest

Inhalt
  1. Festplatten im Vergleichstest
  2. Teil 2: Festplatten im Vergleichstest

In den Spezifikationen gibt Seagate mit 120 MByte/s allerdings nur unwesentlich höhere Datenrate an (im Vergleich zu 115 MByte/s) und auch wir konnten kaum eine Steigerung der Spitzengeschwindigkeit messen. Verglichen mit den 250-GByte/Platter-Modellen ist die Transferrate allerdings messbar größer. Insofern ist es also mitunter ganz nützlich, die Modellbezeichnungen der Festplattenhersteller zu kennen. Denn dann kann man auch im Laden und ohne Testbericht über den Daumen gepeilt beurteilen, welches Modell bei gleicher Umdrehungszahl im Zweifel das schnellere ist.

Festplatten

© Archiv

Chips auf einer Festplattenplatine.

Bleibt die Frage, was man als normaler Anwender mit der Kapazität derzeit anfangen soll. Mit 128 KByte/s codiert, reicht die Kapazität des aktuellen Rekordhalters für mehr als drei Jahre ununterbrochenen MP3-Musikgenuss. Auch mit Fotos dürften nur ganz wenige Enthusiasten die Kapazitätsgrenze erreichen. Filme sind dagegen schon eher geeignet, die enorme Kapazität zu nutzen. Rechnet man in bester PAL-DVD-Qualität großzügige 10 GByte pro Film, wäre immerhin nach 150 Filmen Schluss. Da dürfte das Hauptproblem eher sein, genügend Filme zu finden, die es Wert sind, gespeichert zu werden.

Extremer Preisverfall

Während man früher kaum genug Speicherplatz haben konnte, verhält es sich derzeit also eher andersherum und mancher Käufer fragt sich, ob es unbedingt eine Terabyte-Platte sein muss. Diese zögerliche Einstellung hat in den letzten Jahren zu einem fortwährenden massiven Preisverfall geführt und das nicht nur in Bezug auf den Preis pro Gigabyte, sondern auch, was den absoluten Preis angeht. Wir haben einmal in unseren Heftarchiven gekramt und die Festplattentests rückwirkend bis zum Jahr 2000 ausgewertet.

Überraschend war vor allem, wie es sich mit der Verdoppelung der Kapazität alle anderthalb Jahre verhielt. Das war früher eine Faustformel, die selbst die Hersteller gerne verwendeten (Gordon Moore hatte damit übrigens nichts zu tun). Bis etwa 2003 klappte das ganz gut. So stieg die Kapazität der jeweils aktuellen Spitzenmodelle im Zeitraum 2001 bis 2004 von 80 auf 300 GByte, was immerhin knapp einer Vervierfachung in drei Jahren gleichkommt. Das trifft auch für die durchschnittliche Kapazität der getesteten Platten zu, die im gleichen Zeitraum von 40 auf 164 GByte stieg. Ab da ging es schon etwas langsamer voran. Von 2004 bis 2007 ging die Kapazitätsteigerung auf etwas über das Dreifache zurück (300 auf 1000 GByte), während sie in den letzten drei Jahren bei genau dem Dreifachen lag (500 auf 1500 GByte).

Weniger überraschend, aber umso deutlicher, ist der Preisverfall in Bezug auf die Gigabyte, die man pro Euro bekommt. Musste man 2000 noch etwa fünf Euro für das Gigabyte hinblättern, fiel der Preis mehr oder weniger kontinuierlich auf 9 Cent, die das aktuelle Spitzenmodell auf das Gigabyte umgerechnet heute kostet. Was die absoluten Kosten angeht, konnten die Hersteller dagegen über lange Zeit einen konstanten Preis halten.

Hardware Festplatten: 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten im Test

© Archiv

Im Vergleich zu den Jahren 2003 bis 2006 scheint das Größenwachstum wieder etwas zuzulegen. Eine Verdoppelung der Kapazität alle 18 Monate wird es aber wohl nicht mehr geben.

Bis 2007 musste man für das jeweils größte Laufwerk bei Markteinführung zwischen 300 und etwa 400 Euro berappen. Doch mit üppigen Margen zumindest für Spitzenmodelle ist spätestens seit dem vergangenen Jahr auch Schluss. So kostete die 1,5 TByte große Barracuda schon zur Einführung nur etwas über 160 Euro und lag Ende 2008 mit 135 Euro noch einmal deutlich niedriger. Zwar gibt es sowohl relativ als auch absolut gesehen teurere Festplatten, aber der Trend ist eindeutig und lässt sich nur schwer umkehren.

Fazit

Auch wenn es nicht mehr ganz so rasant zugeht, wie noch vor einigen Jahren, ist der Festplattenmarkt weiter in Bewegung. Als Käufer ist man auf der Gewinnerseite, purzeln gerade in jüngster Zeit die Preise ohne Beispiel. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn die Konkurrenz wird umso härter, je weniger stark ein Markt wächst. Die Plattenhersteller können trotz geringer Margen dennoch optimistisch in die Zukunft blicken. Mit den Festplattenrekordern steht ein gewaltiger Markt gerade erst am Anfang.

Hersteller/Produktreihe Seagate Momentus 7200.3 (Testsieger) Toshiba Samsung Spinpoint MP2 Toshiba Western Digital Scorpio Blue Samsung Spinpoint M6 Seagate Momentus 5400.5 Hitachi Travelstar 5K500 Hitachi Travelstar 5K320 Fujitsu Hornet M160 Fujitsu Hornet J170
Getestetes Modell ST9320421AS MK3254GSY HM251JJ MK4058GSX WD5000BEVT HM500LI ST9320320AS HTS545050KTA300 HTS543232L9A300 MHZ2320BH MHZ2500BT
ca. Preis (gestestetes Modell) 82 Euro k.A. 62 Euro 108 Euro 100 Euro 130 Euro 69 Euro 165 Euro 72 Euro 65 Euro 100 Euro
Info www.seagate.com www.toshiba.de www.samsunghdd.de www.toshiba.de www.wdc.com www.samsunghdd.com www.seagate.com www.hitachigst.com www.hitachigst.com www.fujitsu.de www.fujitsu.de
Gesamtnote (max. 100) 76 74 72 66 65 63 62 62 61 56 54
Technische Merkamale
Kapazität (angegeben) 320 Gbyte 320 Gbyte 250 Gbyte 400 Gbyte 500 Gbyte 500 Gbyte 320 Gbyte 500 Gbyte 320 Gbyte 320 Gbyte 500 Gbyte
Kapazität lt. Datenträgerverw. 298,1 Gbyte 298,1 Gbyte 232,88 Gbyte 372,6 Gbyte 465 Gbyte 465,76 Gbyte 298,09 Gbyte 465,76 Gbyte 298,09 Gbyte 298,09 Gbyte 465,76 Gbyte
Umdrehungen pro Minute 7200 7200 7200 5400 5400 5400 5400 5400 5400 5400 4200
Interface SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s
Cachegröße (Kbyte) 16384 16384 16384 8192 8192 8192 8192 8192 (Obere 951.3 KB für Firmware genutzt) 8192 8192 8192
Gemessene Werte
Mittlere Zugriffszeit (ms) 15,6 15,3 15,5 17,8 16,5 18,1 22,9 18,1 17,8 1,5 18,8
Burst Transfer (Mbyte/s) 200,9 217,6 181,5 227,2 108 139,4 224,5 179 181,6 73,6 123,8
Temperatur oben (°C) 36,8 35,7 36,3 36,7 34,4 39,7 38,3 39,6 41,4 40,3 37,9
Temperatur unten (°C) 39 36,9 40 39,5 38,3 45,3 41,9 43,8 44,5 52,4 41,8
Umbegungstemperatur (°C) 27,2 27,3 27,1 27,1 23,4 28,9 28,9 28,9 28,9 28,9 28,9

Mehr zum Thema

toshiba kira 107, test, review, ultrabook
Ultrabook

82,0%
Das Toshiba Kira 107 punktet im Test. Das fängt beim Metallgehäuse an und hört beim knackscharfen Display noch lange…
HTC Vive Teaser
Virtual-Reality-System

Die VR-Brille HTC Vive verspricht ungeahnte Virtual-Reality-Abenteuer. Doch lohnt sich der hohe Preis? Hier unser Praxis- und Testbericht.
PNY CS900 im Test
Solid-State-Drive

81,0%
Mit der CS900-Serie will PNY Kunden ansprechen, die eine mechanische Festplatte als Systemlaufwerk einsetzen und gerne…
iPason F im Test
Ryzen 3 2200GE und Radeon Vega 8

Der Ipason F ist ein Mini-PC mit Ryzen 3 2200GE und integrierter Radeon Vega 8 Grafik. Im Test zeigt der Rechner, ob er seinen Preis von rund 350 Euro…
Medion Erazer Gehäuse außen
Gaming-PC

86,0%
Hohe Leistung, kleiner Preis: Der Medion Erazer X67116 bietet Gaming-Fans eine günstige Alternative zu teuren…