Testbericht

Teil 2: AMDs Dragon-CPU im Test

9.1.2009 von Redaktion pcmagazin und Klaus Länger

ca. 2:10 Min
Testbericht
  1. AMDs Dragon-CPU im Test
  2. Teil 2: AMDs Dragon-CPU im Test

Schnellerer Herzschlag

Der größte Pluspunkt des Phenom II "Deneb" gegenüber seinem Vorgänger "Agena" ist aber die Fähigkeit, höhere Taktfrequenzen zu erreichen. Während AMD den ersten Phenom nur mit Mühe auf maximal 2,6 GHz bringen konnte, bringt diese Taktrate schon das kleinere Modell der Phenom-II-Serie, der X4 920. Der mit offenem Multiplikator arbeitende Phenom II X4 940 steigt mit einer Taktfrequenz von 3,0 GHz in den Ring. Mit einem TDP von 125 Watt arbeiten die neuen Prozessoren zudem sparsamer. Laut AMD ist die maximale Taktrate der 45-Nanometer Prozessoren damit aber noch lange nicht ausgereizt. Für die Rekordmarke von 6 GHz musste die CPU zwar mit Flüssigstickstoff gekühlt werden, aber selbst mit Luftkühlung verspricht AMD Taktraten von bis zu 4 GHz - allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass damit natürlich die Gewährleistung für den Prozessor erlischt.

AMDs Dragon-Prozessor im Test
AMDs CPU-Roadmap: Der Dragon ist der Höhepunkt und gleichzeitig das Ende der AM2-Plattform. Mit kommenden Prozessoren steigt auch AMD komplett auf DDR3-Speicher um.
© Archiv

Das gilt auch, wenn man sich für das Übertakten der AMD-Tools OverDrive und Fusion bedient, die beide passend zum Phenom II in neuen Versionen erschienen sind. Besonders spannend ist dabei Fusion. Das Tool, seinen Namen trug übrigens mal ein Projekt eines AMD-Prozessors mit integrierter Grafikeinheit, greift auf die Einstellungen von CPU, Grafikchip und Mainboard zu und stoppt zudem automatisch Betriebssystemdienste, um einem Spiel mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Optimal funktioniert Fusion natürlich nur, wenn alle Komponenten von AMD kommen, ein gewichtiges Argument für die Dragon-Plattform. Nach dem Start von Fusion im schärfsten Expert-Modus stieg jedenfalls die Punkzahl beim 3DMark Vantage im Performance-Test von 8921 auf 9157 Punkte. Unsere Testplattform, ein Dragon-Rechner von Arlt Computer, war dabei mit dem Phenom X4 940, einer ATI Radeon HD4870 und einem MSI-Board mit AMD-790GX-Chipsatz und 4GByte DDR2-6400-Speicher von OCZ ausgerüstet.

Kleiner Fortschritt

Der von AMD groß herausgestellte Leistungsvorteil der Dragon-Plattform gegenüber der Spider-Plattform geht aber primär auf das Konto der Grafikkarte. Denn bei Spider war die Grafikkomponente noch ein 3800er-Chip, bei Dragon gehört ein 4800er-Chip zur Plattform. Geht es um die reine CPU-Leistung, so kann der Phenom II X4 940 im Cinebench R10 gegenüber einem Phenom 9950 mit 9812 gegenüber 8340 Punkten deutlich zulegen, ist aber von den 12990 Punkten eines Intel Core i7 920 noch weit entfernt. Im Preis liegen die beiden CPUs mit etwa 250 Euro gleichauf. Noch einmal deutlich schneller ist der Intel Core i7 965 mit 15566 Punkten. Allerdings kostet das Intel-Spitzenmodell auch knapp 1000 Euro. In unserem Test-PC liefert der AMD-Prozessor mit 6489 Punkten im PCMark Vantage eine durchaus ansprechende Leistung ab, zu der natürlich auch die ATI Radeon HD4870 mit beiträgt.

AMDs Dragon-Prozessor im Test
Fusion ist nicht nur ein theoretisches Konzept: Stecken mehrere Fusion-Komponenten im Rechner, lassen sie sich über ein gemeinsames Tool konfigurieren.
© Archiv

Auch wenn der neue AMD-Prozessor beim 3D-Rendering an die Intel-Core-i7-CPUs nicht herankommt, die ja nicht nur mit ebenfalls vier Kernen operieren, sondern zusätzlich auch noch Hyperthreading unterstützen, kann AMD mit "Dragon" trotzdem Boden gut machen. Denn die neue Plattform begnügt sich mit günstigem DDR2-Speicher und preiswerten Mainbords mit Sockel AM2+. So bleibt etwas mehr Geld für eine stärkere Grafikkarte übrig, als bei Systemen auf Basis von Intels Core i7.

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AMDs Dragon-Prozessor im Test

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