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Technisat DIGIT S4 Freenet: Der Satellitenreceiver im Test

Neues zum HDTV-Empfang über Satellit: Die Entschlüsselung der Privaten ist nun auch über Freenet möglich. Wir haben Technisats DIGIT S4 Receiver getestet.

Inhalt
  1. Technisat DIGIT S4 Freenet: Der Satellitenreceiver im Test
  2. Technisat DIGIT S4 Freenet im Test: Das Fazit
Technisat Receiver

© Technisat

Technisat Receiver
EUR 86,90

Pro

  • Freenet TV drin
  • scharfes Bild
  • schnelle Bedienung

Contra

  • kein HbbTV / Freenet-Connect
  • keine Apps

Fazit

video Testurteil: gut; Preis/Leistung: sehr gut
75,0%

Da schreiben wir in video fast nur noch über die Zukunft des Fernsehens mit Ultra-HD, HDR und 100Hz, und nun wird es wieder richtig spannend um die fast altmodisch erscheinende HDTV-Ausstrahlung. Auf dem Boden der Tatsachen muss man allerdings erkennen, dass erst ein Bruchteil der Deutschen alle möglichen Sender hochauflösend schaut. Schlimmer noch: TV-Geräte benötigen immer noch analoge Kabeltuner, weil sogar diese ganz üblen Signale vereinzelt noch angeboten werden. Und im Digital-TV könnte man fast den Eindruck gewinnen, die privaten Stationen von RTL und ProSieben verschlechtern die Qualität ihrer SD-Ausstrahlungen immer mehr, um HD interessanter zu machen.

Die Unterschiede ihrer Full-HD-Inhalte zur Niedrigauflösung sind größer als bei den Öffentlich-Rechtlichen. Nun hatte HD-plus seit fast zehn Jahren eine Monopolstellung inne, wenn es darum ging, Privates über Satellit in HD zu verteilen – gegen eine kleine Übertragungsgebühr. 70 Euro im Jahr werden für den Service von mittlerweile 24 Stationen fällig. Zum selben Preis bietet nun auch Freenet eigentlich dieselben Sender an. Technisch gesehen handelt es sich sogar um die identischen Transponder und Datenströme, die eine weitere Entschlüsselung (Conax) erhalten haben. Man kann sein 80 Euro teures CI-Plus-Modul, das bislang für DVB-T2 HD zuständig war, jetzt einfach für seinen Satellitentuner in TV-Gerät oder Settop-Box verwenden. Alternativ gibt es nun von Technisat den ersten Sat-Receiver, der die Freenet-Entschlüsselung fest integriert hat, der DIGIT S4 Freenet-TV.

Technisat Receiver Rückseite

© Technisat

Die Rückseite des Mini-Receivers gibt sich spartanisch, bietet aber das Entscheidende. Die HDMI-Buchse liefert eine hochwertige HD-Schärfe und über USB lässt sich aufnehmen. Der schön empfindliche Tuner nimmt es mit so gut wie allen Sat-Anlagen auf, analoges Video bekommt man über einen Zubehör-Adapter. Die Stromversorgung nutzt ein externes Steckernetzteil, Standby und Hochlaufzeit sind dennoch bestens.

Alles neu

Das kompakte Gerät kommt im stabilen Metallgehäuse mit Steckernetzteil. Für sparsame 110 Euro darf man keinen Luxus erwarten, ist doch allein die integrierte Entschlüsselung 80 Euro wert. So überraschte uns Tester der Technisat an der ein oder anderen Stelle positiv. Anschlussseitig wird der alles entscheidende HDMI-Ausgang von einem elektrischen Digitalausgang für den Ton flankiert. Die AV-Klinke für den analogen Notfall kann nur mit einem Zubehör-Adapter genutzt werden, bringt aber wohl auch qualitativ nichts. Interessanter ist da schon die USB-Buchse. Und richtig: Neben der Wiedergabe von Filmen, Musik und kleinen Fotos kann eine dort angeschlossene Festplatte auch als Aufnahmespeicher für TV-Sendungen genutzt werden. Auf den ersten Blick freuten wir uns riesig über die Netzwerkbuchse, um dann zu erfahren, dass sie allein für Internetradio genutzt wird. Der Technisat besitzt also weder HbbTV oder VoDApps, noch kann er die IPTV-Bonusstationen von Freenet-TV connect oder die angeschlossenen Mediatheken empfangen.


Technisat Hauptmenü

© Technisat

Technisats Hauptmenü vereint die wichtigsten Einstellungen, Funktionen und Systeminformationen.

Der eigentliche Satellitenempfang ist hingegen eine absolute Stärke des Spezialisten Technisat. Der Tuner ist extrem empfangsstark und versteht sich auf DiSEqC-Anlagen genauso wie auf Einkabellösungen und Drehschüsseln. Die Umschaltzeiten sind sehr fix und liegen zwischen einer und zweieinhalb Sekunden, die Aktivierung der Entschlüsselung verlangt wie üblich bis zu zwei zusätzliche Sekunden. Aus dem 0,3 Watt verbrauchenden Standby wacht der Receiver in nur 12 Sekunden auf, da braucht man die Schnellstartfunktion, die 4 Watt benötigt, eigentlich nicht. Die Einrichtung des Gerätes funktioniert einfach und schnell, da Stationslisten redaktionell optimiert eingespielt werden.

​Dieser Technisat-eigene Service nennt sich ISIPRO und kümmert sich automatisch darum, wenn neue Sender aufgeschaltet werden oder sich Frequenzen ändern. Sehr bequem. Natürlich gibt es auch Favoritenlisten, in die man seine Lieblingsstationen eintragen kann. Der Programmführer SFI („SiehFern INFO“) ist eine weitere hauseigene Spezialität. Inhalte sind ausführlicher beschrieben und schauen weiter in die Zukunft, als es die üblichen DVB-Daten tun. Zudem sind sie im Gerät gespeichert und damit stets abrufbar. Weniger erfreulich ist die Darstellung des EPG. Es werden entweder nur die kommenden Sendungen einer Station oder die aktuellen/folgenden Sendungen mehrerer Sender angezeigt. Die Schrift ist dabei so groß, dass die Übersicht kurz gehalten ist. Ein schneller Überblick über das Abendprogramm ist daher nicht ganz so hübsch. Aber das ist halt bei allen Technisat-Produkten so. Positiv fallen die erweiterte Kindersicherung und die optional minimierte, also erleichterte Bedientiefe auf, genauso wie die vergleichsweise luxuriös gestaltete Fernbedienung mit ihren allerdings etwas weichen Tasten. Lobenswert ist auch das gut geschriebene 70-seitige Handbuch. Wem diese Infos nicht reichen, der bekommt im Internet eine PDF-Datei mit umfassenden 214 Seiten.

Technisat Fernbedienung

© Technisat

Sie bietet kaum überschaubar viele Knöpfe, doch hinter jedem steckt ein sinnvolles Feature. Nebenbei ist diese Fernbedienung sogar universell.

Sehr schön gelöst ist auch die Aufnahme- und Timeshiftfunktion. Schließt man eine optionale USB-Festplatte an, kann das laufende Programm angehalten oder aufgenommen werden. Timer sind aus dem Programmführer möglich, inklusive variabler Vor- und Nachlaufzeiten, ja sogar mit Textsuche und Autoprogrammierung. Als „Perfect Recording“ werden die aktuellen Sendungsflags herangezogen, um Start- und Endzeit zu timen – wenn man der Anstalt dahingehend vertraut, diese korrekt zu setzen.

Bei vom Betreiber kopiergeschützten Inhalten kann Technisat auf Wunsch automatisch das SD-Pendant aufzeichnen. Zu unserem Erstaunen klappen jedoch viele HD-Aufnahmen der Privatsender. Ob die Restriktionen kurzfristig gelockert wurden, kann man nicht sagen. Was aufgezeichnet oder beim Abspielen gespult werden darf, liegt voll im Ermessen des Senders. Der Technisat merkt sich die Abspielposition von Aufgezeichnetem und erlaubt das Setzen von Markern. Steckt man die Festplatte in einen PC sind die Aufnahmen sichtbar und kopierbar, solange sie nicht geschützt aufgezeichnet wurden.

Technisat Aufnehmen

© Technisat

Es werden auch private HD-Inhalte aufgezeichnet, die dies erlauben – ohne Archivierungsoption. Im Zweifel wird SD aufgenommen.

Das Wichtigste wie immer zum Schluss: Schon beim Setup bemerkt man Technisats professionelle Einstellung zur besten Bildqualität. Als  HDMI-Format gibt es neben 1080p auch automatisch und nativ. Letzteres manipuliert am wenigsten am Signal, jedoch verwirrte das ständige Umschalten der Auflösungen einige unserer TVs. Mit 1080p (YCC4:4:4, 8 Bit) fuhren wir dann besser, zumal odentlich de-interlaced wurde. Ein Highlight ist die enorme horizontale Schärfe, die perfekt übertragen wird, ohne nachzuwürzen. Die Signale sind insgesamt schön normgerecht und versuchen auch nichts zu beschönigen. Allein eine vertikale Absoftung der Farbkanäle fiel bei unseren Messungen negativ auf. Alles in allem wirkt die Wiedergabe oft natürlicher und angenehmer als die von vielen in TV- Geräten integrierten Sat-Tunern.​

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