Import-SSD

Teamgroup Cardea A440 1TB im Test: Gut gekühlte, schnelle SSD

30.9.2021 von The-Khoa Nguyen

Nach der PS5 bauen wir die Teamgroup Cardea A440 in einen kompatiblen PC. Die Testergebnisse lassen bis auf die hiesige Verfügbarkeit kaum Wünsche offen.

ca. 4:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Die Teamgroup A440 ist flink - sowohl in der PS5 als auch am PC.
Die Teamgroup A440 ist flink - sowohl in der PS5 als auch am PC.
© Teamgroup

Pro

  • (Schreib-)Performance
  • Kühler Betrieb
  • Heatsink und Heatspreader im Lieferumfang
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • Große Heatsink, die inkompatibel mit manchen Mainboards sein kann

Fazit

Import-bedingt zahlen Sie mehr als nötig. Dafür gibt's aber eine der schnellsten SSDs auf dem Markt.


Hervorragend

Die Cardea A440 ist die Top-SSD der T-Force-Gaming-Reihe des taiwanischen Herstellers Teamgroup. Nachdem wir uns für den PS5-Test ein Muster bestellt hatten, ließen wir es uns nicht nehmen, sie auch in einem kompatiblen PC einzubauen und durch ein paar Benchmarks zu schicken.

Die PCI-Express-4.0-SSD kombiniert Microns 96-Layer-TLC-NAND-Chips mit dem pfeilschnellen Phison-E18-Controller, der die Schnittstelle bei schlecht gekühlten SSDs nicht nur sprichwörtlich zum Glühen bringt. Zur Verfügung gestellt wurde uns die 1-TB-Variante, die auf dem Papier eine Leserate von 7.000 und eine Schreibrate von 5.500 MB/s verspricht.

Für die M.2-SSD im klassischen 2280-Format liefert der Hersteller eine vergleichsweise große, zweiteilige Alu-Heatsink mit, die Sie nach dem Auspacken mit einem Wärmeleitpad anbringen können. Streikt das Mainboard konstruktionsbedingt, weil unter der Platine nicht viel Raum vorgesehen ist, steht als Alternative ein Graphen-Heatspreader zur Verfügung, der die Gesamthöhe von 12,9 auf 3,7 mm reduziert, bzw. das unten rund zwei Millimeter abstehende Heatsink-Element einspart: passend für gängige, kompatible Notebooks.

Zwar vom Hersteller als kompatibel zertifiziert, ist die Heatsink minimal zu hoch - mit ein wenig Spannung lässt sich der Deckel dennoch verschrauben (oben). Nach unten hat die Platine zudem etwas Platz. Probleme beim PS5-Umbau machte dies aber nicht
Auf dem unteren Bild haben wir die Dimensionen des Teamgroup-Kühlers festgehalten. Ein unnötig wirkender Hohlraum fordert beim Einbau mehr Raum nach unten.
© pc-magazin.de

Wie wir schon im Test mit der PS5 festgestellt haben, reichen die Ausmaße der Heatsink nach unten sehr weit. Das bereitete der PS5 nur wenige Probleme, an manchen PCs scheidet die Heatsink aber aus. Tatsächlich streikte unser Mainboard MEG X570 Unify von MSI genau deswegen. Das trifft auch andere Mainboards, die zusätzliche Stützen für eine M.2-SSD mitbringen.

Wir haben für den Test der Teamgroup Cardea A440 dann der aktiven Kühlung der Hauptplatine den Vorzug gegeben. Frisch formatiert aus der PS5 gab es bei der Erkennung im BIOS keine Probleme. Nach einer Einrichtung in der Datenträgerverwaltung war die Teamgroup Cardea A440 auch schon einsatzbereit.

Unser Testsystem ist neben besagtem Mainboard u.a. mit einem AMD Ryzen 9 5900x, 2x 16 GB RAM (3600 MHz) von G.Skill und einer Samsung SSD 980 Pro 1TB als Systemplatte ausgestattet. Für die Samsung-SSD wird der gleiche Kühlansatz vom Mainboard genutzt wie bei der Cardea A440.

Im Vergleich zur leeren Teamgroup-SSD war die 980 Pro schon rund zur Hälfte gefüllt, hat aber jeweils erst rund 6 Terabyte Total Host Writes und Reads hinter sich. Es handelt sich bei der folgenden Gegenüberstellung der Teamgroup Cardea A440 und der Samsung SSD 980 Pro demnach nicht um einen echten, genormten Vergleich. Natürlich wurde das System beim Benchmarken nicht zusätzlich belastet. Die ermittelten Daten entsprechend aber weitgehend gängigen Testberichten und erlauben eine Idee, wo sich die Cardea A440 einordnet.

Teamgroup Cardea A440 im Test: Benchmarks

Im sequenziellen Test von CrystalDiskMark erreichte die Cardea A440 in unserem System nicht die volle, angegebene Lesegeschwindigkeit. Zudem scheint es beim Auslesen zufälliger Daten im Vergleich zu Samsung deutliche Verzögerungen zu geben. Dafür spielt die Teamgroup-SSD beim Schreiben auf und erreichte in der Spitze bis zu 5.842,94 MB/s. Die Samsung-SSD war beim Lesen teilweise geringfügig und vor allem beim sequenziellen Auslesen 1 Mebibyte großer Blöcke deutlich schneller, genau wie beim Auslesen zufälliger 4-Kibibyte-Blöcke.

1-Teamgroup-Cardea-A440-DiskMark
Teamgroup Cardea A440 im CrystalDiskMark.
© pc-magazin.de
1-Samsung-SSD-980-Pro-DiskMark
Samsung 980 Pro im CrystalDiskMark.
© pc-magazin.de

Dieses Bild bestätigte sich im ATTO Disk Benchmark, bei dem die Cardea A440 kleine Datenblöcke genau wie Samsung mit anfangs rund 50 MB/s ausgelesen hat, dafür aber bei großen Daten fast an die versprochenen 5.500 MB/s beim Schreiben und beim Lesen knapp über 6.000 MB/s kam. Beim Auslesen war Samsung schneller, die Herstellerangabe von 5.100 MB/s fürs Schreiben wurde aber in beiden Benchmarks im besten Fall um rund 500 MB/s verfehlt.

Teamgroup-Cardea-A440-Atto-Disk-Benchmark
Die Teamgroup Cardea A440 im Atto Disk Benchmark: Bei der Schreibperformance trumpft sie auf.
© pc-magazin.de
Samsung SSD 980 Pro im Atto Disk Benchmark.
Samsung SSD 980 Pro im Atto Disk Benchmark. Als aktiv genutzte Systemplatte las sie dennoch im Maximum schneller als die Cardea A440.
© pc-magazin.de

Eine schwächere Random-Performance bei kleinen Daten würden wir als Gegenargument für einen Betrieb als System-SSD interpretieren. Das sieht PCMark 10 aber anders. Im entsprechenden Test vergibt der Benchmark für Teamgroup 3.155 und für Samsung 2.634 Punkte. Hier kann der Phison-Controller auftrumpfen, der eine durchschnittliche Zugriffszeit von 40 gegenüber 48 Mikrosekunden und eine durchschnittliche Bandbreite von fast 380 gegenüber 318 MB/s ermöglicht.

2-Teamgroup-Cardea-A440-PCMark10-System-Drive-Test
Die Teamgroup Cardea A440 im System-Drive-Test von PCMark10.
© pc-magazin.de

Auch beim Daten-Benchmark in PCMark 10 liegt die Teamgroup-SSD vorne. 4.431 stehen 3.920 Punkten gegenüber. Für die Zugriffszeit wurden 35 Mikrosekunden und für die Bandbreite 655,39 MB/s bei Teamgroup gegenüber 40 Mikrosekunden und 586 MB/s für Samsung ermittelt. Was während der Benchmarks ebenso positiv auffällt, ist die Temperatur. Während der Tests erreichte die Cardea A440 laut HWInfo im Maximum 61 Grad. Bei Samsung wurden in der Spitze 67 Grad bei gleicher Kühlung durch das Mainboard protokolliert.

5-Teamgroup-Cardea-A440-PCMark10-Data-Drive-Test
Die Teamgroup Cardea A440 im Data-Drive-Test von PCMark10.
© pc-magazin.de

Teamgroup Cardea A440: Technische Daten

  • Hersteller: Teamgroup
  • Interface: M.2 2280 PCI-Express 4.0 NVMe 1.4
  • Kapazität:
    • 1TB
    • 2TB
  • TBW:
    • 1TB-Variante: > 700TB
    • 2TB-Variante: > 1.400TB
  • Performance R/W:
    • 1TB-Variante: 7.000 / 5.500 MB/s
    • 2TB-Variante: 7.000 / 6.900 MB/s
  • Performance IOPS:
    • 1TB-Variante: 650K / 700K MB/s
    • 2TB-Variante: 650K / 750K
  • Gewicht:
    • 13g (mit Graphen-Kühler)
    • 46g (mit Aluminium-Heatsink)
  • MTBF: 3.000.000 Stunden
  • OS:
    • ab Windows Vista
    • ab Linux 2.6.33
  • Garantie: 5 Jahre

Teamgroup Cardea A440 im Test: Fazit

SSDs mit Phison-E18-Controller reizen PCI-Express-4.0-Plattformen derzeit bestmöglich aus. High-End-Speicher wie etwa die Seagate Firecuda 530 setzen drauf, oder auch die Sabrent Rocket 4 Plus, die Crucial MP600 Pro und die AORUS 7000s (Weitere im Preisvergleich unten). Bei der WD_Black SN850 und Samsungs 980 Pro sind es eigene Controller. Die günstigsten, entsprechenden 1TB-SSDs beginnen im Sale bei 160 bis 180 Euro. Da liegt die Cardea A440 eigentlich auch. An Importgebühren rechnet aber beispielsweise Amazon rund 40 Euro drauf und die Teamgroup-SSD wäre damit in Regionen von Seagate. Den Marketplace können wir in den meisten Fällen ignorieren. Wer kann, investiert typische Marketplace-Preise dann in die größeren SSD-Varianten. Die legen in der Regel nicht nur beim Speicherplatz, sondern auch bei der Schreibrate zu.

Schwerwiegende Kritik an der Leistung haben wir nach den Tests der Cardea A440 nicht anzumerken. Mit nur rund 700 TB bzw. „Total Bytes Written“ als Angabe zur Lebensdauer ist der Hersteller in guter Gesellschaft: Mit 1TB bieten Samsung und Western Digital sogar nur 600 TBW. Seagate kann hier mit 1.275 TBW punkten. Als Fazit bleibt hier wie im PS5-Test: Wer die Möglichkeit hat, die SSD ohne Mehrkosten zu erhalten, hat wenig Gründe, sie abzulehnen. Ansonsten gibt es ähnlich oder annähernd performende SSDs mit dem E18-Controller, die hier zu attraktiveren Konditionen zu beziehen sind.

In der PS5 ist die Heatsink die empfohlene Kühllösung.

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