Unser Fazit

Steelrising im Test: Eine Revolution der Soulslikes?

21.9.2022 von Laura Pippig

Steelrising ist ein neues Spiel von Spiders, die zuvor Greedfall entwickelt haben. Dieses Mal wagen sie sich an ein Souls-Like mit Steampunk-Setting.

ca. 6:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Steelrising
In Steelrising steuern wir Aegis, eine (fast) lebendige Maschine.
© Nacon/Big Ben Interactive
EUR 49,99
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Pro

  • schönes Setting
  • spannende Hauptstory
  • motivierendes Gameplay
  • abwechslungsreiches Gegner Design
  • viele gelungene Waffen, Gadgets und Hilfsmittel
  • einsteigerfreundliche Mechaniken

Contra

  • kleinere technische Probleme
  • Backtracking in Nebenmissionen
  • nur englische Sprachausgabe (mit Untertiteln)

Fazit

Steelrising ist vielleicht nicht das beste Souls-Like, das man spielen kann. Doch es erschafft eine wunderbar dichte Atmosphäre mit dem Design der Spielwelt, den Gameplay-Möglichkeiten und der gelungenen Story. Daher ist es eine besondere Empfehlung für Genre-Fans und solche, die es noch werden wollen.


Hervorragend

Hand aufs Herz: wer von uns hat wirklich Spaß an Soulslike-Games? Also all den Spielen, die nach dem riesigen Erfolg der "Dark Souls"-Reihe plötzlich überall aus dem Boden schossen. In erster Linie haben diese vor allem eine Gemeinsamkeit, und zwar das bockschwere Gameplay.

Das kann teilweise richtig motivieren, zu persönlichen Höchstleistungen aufzukommen. Doch nicht alle Soulslikes machen Spaß, nur weil sie sich der typischen Mechaniken eines Dark Souls oder Elden Ring bedienen. Es gehört auch noch eine gute Portion Eigeninnovation dazu.

Genau hier kommt Steelrising ins Spiel. Der neue Titel von Spiders, der Entwickler hinter dem RPG-Geheimtipp "Greedfall", ist im September erschienen. Und Steelrising ist ein Soulslike wie es im Buche steht, zumindest auf den ersten Blick.

Tatsächlich macht das Spiel aber einiges anders, und vieles davon auch richtig. Daher haben wir in unserem Test zur PC-Version genauer unter die Lupe genommen, was das Spiel so besonders macht und warum auch hier ein echter Geheimtipp schlummert.

Steelrising - Launch Trailer

Quelle: Nacon/Bigben Interactive
Steelrising erschien am 8. September 2022 für PC, PS5 und Xbox Series.

Steelrising im Test: Wie ist die Story?

Steelrising entführt uns erst einmal in ein herrlich unverbrauchtes Setting. Das Spielgeschehen findet nämlich zur Zeit der Französischen Revolution statt. Das kennen wir zwar bereits aus Assassin's Creed Unity oder ausgewählten Strategiespielen. Doch Steelrising bietet eine alternative Realität, in der König Ludwig XVI. mit einer Armee aus gefährlichen Maschinen das Blatt zu seinen Gunsten wenden möchte.

Unsere Spielfigur ist selbst eines dieser Maschinenwesen, doch im Gegensatz zu den Horden an metallischen Monstern scheint Aegis einen eigenen Charakter zu besitzen. Sie kann nicht nur sprechen, sondern auch eigene Entscheidungen treffen und mit ihren einzigartigen Fähigkeiten als Kämpferin versuchen, Frankreich vor seinem machthungrigen König zu retten.

Im Laufe der Story treffen wir dann nicht nur auf besagten König sowie die damalige Königin, Marie Antoinette, sondern auch auf weitere historische Charaktere wie den Marquis de Lafayette oder Robespierre. Diese müssen wir aus der Gefangenschaft in einer Art Zwischenwelt befreien, indem wir besonders starke Bosse besiegen, und lernen so immer mehr über die mysteriösen Geschehnisse in Paris.

Das ist auch der Hauptschauplatz von Steelrising. Die zerrüttete Hauptstadt ist dabei in mehrere Gebiete unterteilt, die es zu erkunden gilt. Auf den Straßen finden sich jedoch keine Menschen mehr, sondern nur noch Leichenberge und die verantwortlichen Maschinen. Dadurch wirkt alles wirklich dramatisch und bedrohlich, genau wie es in einem Spiel wie Steelrising sein sollte.

Steelrising - TGA 2021: The Angel of Death Trailer | PS5

Quelle: Playstation / Sony
Ein kurzer Trailer zu Steelrising mit beeindruckendem Art Style.

Insgesamt schafft es Steelrising recht gut, eine spannende Story rund um Aegis und ihre Verbündeten zu erzählen. Neben der Hauptstory gesellen sich auch einige Nebenmissionen hinzu, in denen wir mehr über unsere eigene Vergangenheit und die üblen Machenschaften des Königs erfahren.

Zwar wurde die Hauptgeschichte durch diese Abstecher in andere Nebenhandlungen etwas hinausgezögert, doch für die generelle Erzähldichte sind sie durchaus wichtig. Außerdem erwarten uns unterschiedliche Enden in Steelrising, je nachdem, wie viel wir im Laufe des Spiels entdecken und in Erfahrung bringen konnten.

Besonders gut hat uns vor allem Aegis gefallen. Denn als Hauptcharakter ist sie zwar durch ihr maschinenhaftes Wesen nicht sonderlich ausdrucksstark, doch gerade durch ihre naive und doch selbstbestimmte Art können wir die Story von Steelrising auf eine Art und Weise erfahren, die in sich absolut stimmig ist.

Steelrising
Im Spiel entdecken wir sowohl düstere Orte als auch prunkvolle Schlösser und Gärten.
© Nacon/Bigben Interactive

Steelrising im Test: Was kann das Gameplay?

In Steelrising gibt es die typischen Gameplay-Elemente, die fast jedes Soulslike bietet. Da wäre zum einen die Spielwelt, deren Gebiete in sich verschachtelt sind und erst einmal durch das Freischalten von Geheimwegen aufgedeckt werden müssen. Am Wegesrand begegnen uns dann immer wieder kleine Geheimnisse, Gegenstände und auch Rücksetzpunkte, an denen Aegis wiederbelebt werden kann.

Bei jedem Tod verliert unser Charakter allerdings Anima-Punkte, die für das Aufleveln von Werten, Waffen und unserem begrenzt verwendbaren Heiltrank verwendet werden. Wir können sie zurückerlangen, indem wir an den Ort unseres Ablebens zurückkehren und sie aufsammeln, bevor wir erneut sterben.

Zudem verfügt Aegis über unterschiedliche Waffen, die von filigranen Fächern und Klauenwaffen über Messer, Dolche und Knüppel bis hin zu schweren Zweihandwaffen reichen. Schusswaffen gibt es auch, allerdings nur mit begrenzt Munition. Mit diesen sowie einigen Bomben und Tränken ausgerüstet schlägt Aegis sich durch das von Maschinen überrannte Paris und wird dabei immer stärker.

Das ist auch bitter nötig, denn Steelrising ist kein leichtes Spiel. Auch wenn es nicht ganz so anspruchsvoll wie etwa Dark Souls ist, kann man hier nicht nur stumpf draufhauen und muss sich an dem einen oder anderen Gegner durchaus die Zähne ausbeißen. Da hilft nur, die Angriffsmuster der Feinde genau zu beobachten, daraus zu lernen und entsprechend zu reagieren.

Steelrising
In den Kämpfen bekommen wir es teilweise mit riesigen Maschinen zu tun - noch größer als hier im Bild.
© Nacon/Bigben Interactive

An dieser Stelle sollte angemerkt werden, dass wir das Gegnerdesign in Steelrising einfach fantastisch finden. Die Maschinenwesen sehen allesamt bedrohlich aus und bieten viele Details - wenn man denn Zeit hat, sich das Ding genauer anzusehen, was einen gerade umbringen möchte. Unterschiedliche Elementareffekte tun ihr übriges, um sowohl den Gegnern als auch Aegis Angriffen die nötige Wucht zu verleihen.

Stichwort Wucht: Bei einigen Strategien, die wir uns im Laufe des Spiels angeeignet haben, fühlten wir uns fast so, als würden wir cheaten. Denn mit der Zeit entdeckt man die eine oder andere wirklich befriedigende Art, auch größere Feinde auszuschalten. Beispielsweise, indem man sie mit Elementareffekten, für die sie besonders anfällig sind, für einige Sekunden schachmatt setzt.

Doch genau dann, wenn wir uns gerade zu sicher fühlten, kam aber meistens schon der nächste Gegnertyp um die Ecke, der wieder etwas anders funktioniert. Erfreulich war auch, dass Gegner nicht immer nur nach einem Schema angreifen, sondern relativ viel variieren können. Dadurch blieb Steelrising immer spannend in den Kämpfen, wurde aber nie unfair.

Auch wenn man wenig Erfahrung mit Soulslikes hat, kann man mit Steelrising also durchaus etwas anfangen. Uns wurde das Spiel auf dem normalen Schwierigkeitsgrad jedenfalls nie zu schwer. Optional gibt es sogar besondere Hilfestellungen, die wir in den Spieloptionen aktivieren können, um das Spiel einfacher zu machen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

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Das ist insofern revolutionär, da die Soulslike bekanntermaßen eher exklusive Genrevertreter unter den Action-Spielen sind. Das bedeutet, dass bisher nur Kenner wirklich Spaß daran hatten und für Neueinsteiger oft eine große Hürde vor dem Spielspaß stand. Steelrising bietet aber jedem die Möglichkeit, seine eigene Herausforderung zu wählen.

Ansonsten sind die Soulslike-Elemente allesamt gut umgesetzt, und das Kampf-Gameplay spielt sich jederzeit wunderbar und flüssig ab. Steelrising traut sich aber auch, eigene Kniffe einzubauen, wie etwa ein System, mit dem wir schnell Aegis Ausdauer wiederherstellen können. Die besonderen Waffen mit ihren jeweils eigenen Spezialfähigkeiten, wie etwa Konter-Angriffen oder Elementar-Attacken, tun ihr Übriges, um uns jederzeit bei der Stange zu halten.

Hinzu kommen noch ein paar Metroidvania-Elemente, also besondere Gadgets wie etwa ein Greifhaken, die Aegis sowohl im Kampf als auch zur Freischaltung neuer Orte in der Spielwelt einsetzen kann. Einziges Manko hierbei ist, dass diese etwas zu oft dazu führen, dass wir in alte Gebiete zurückkehren müssen, Nebenmissionen abklappern und dann wieder zurücklaufen müssen. Das ist aber zu verschmerzen, da es nur die Nebengeschichten betrifft.

Steelrising
Mit dem Greifhaken schwingt sich Aegis an höher gelegene Orte.
© Nacon/Bigben Interactive

Steelrising im Test: Kann die Technik mithalten?

Zuletzt wäre dann noch zu klären, ob Steelrising auch technisch in einer Liga mit anderen Genre-Vertretern mitspielt. In Sachen Spielwelt haben wir da optisch nichts auszusetzen, denn die verschiedenen Gebiete sind mit ihren verwinkelten Gassen, unheimlichen Lichtstimmungen und auch einigen schönen Ecken genau das, was wir uns vom Spiel gewünscht haben. Nur die sporadisch platzierten unsichtbaren Wände können etwas irritieren.

Sowohl Aegis und ihre Ausrüstung als auch ihre mechanischen Gegner sind allesamt mit viel Liebe zum Detail designed. Auch beim Sounddesign kommt jederzeit der Steampunk-Vibe zur Geltung, wenn Gegner vor ihren Angriffen vor sich hin rattern, dampfen und schließlich laut klackernd in sich zusammen stürzen.

Lediglich bei den menschlichen Charakteren bleibt Steelrising hinter den Erwartungen zurück. Deren Gesichter wirken in der Regel viel lebloser als das von Aegis, obwohl sie ja die Maschine ist und somit die bessere Ausrede hätte. Vertont sind die Gespräche zwar gut, wenn auch nur in Englisch, doch hin und wieder kommt mal eine sehr merkwürdige Aussprache französischer Personen- oder Ortsnamen hinzu.

Daneben ist die Framerate im Spiel nicht ganz so stabil, doch auf unserem System konnten wir keine wirklichen Einschränkungen beim Spielgefühl dadurch erleben. Kleinere Bugs gibt es auch, doch meist zeigte nur unser Kompass in die falsche Richtung - Die Entwickler werden hier in Form von Patches sicherlich noch nachbessern. Insgesamt ist Steelrising also für ein Double-A-Spiel wirklich gut gelungen, auch in technischer Hinsicht.

Steelrising im Test: Unser Fazit

Steelrising ist eines der wenigen Spiele, das in letzter Zeit erschienen ist und es wirklich geschafft hat, uns bis zum Schluss an den Bildschirm zu fesseln. Das motivierende Gameplay, das fantastische Setting und die Story tragen alle dazu bei, dass sich sehr schnell ein gutes Spielgefühl einstellt und wir immer weiter vorankommen wollen.

Bei der Entscheidung, das Gameplay optional zu vereinfachen und somit Neulingen die Möglichkeit zu geben, auch einmal ein Soulslike zu erleben, könnten sich die Geister scheiden. Doch wir finden es lobenswert, dass die Entwickler diesen Schritt gegangen sind, um das Genre etwas mehr zu öffnen.

Ansonsten beweist Steelrising, dass man keine riesigen Entwicklerstudios und viel Geld braucht, um ein feines Spiel abzuliefern. Am Ende wird es zwar vermutlich immer noch ein Geheimtipp bleiben, doch eine Empfehlung möchten wir in dem Fall erst recht für ein so gelungenes Spiel aussprechen.

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