Wunderschönes Indie-Spiel

Spiritfarer: Farewell Edition im Test - der schönste Abschied

14.12.2021 von Laura Pippig

Spiritfarer ist ein Indie-Spiel, das eine wunderschöne Geschichte mit Aufbau- und Jump&Run-Gameplay verbindet. Wir haben die Farewell Edition mit allen Updates getestet.

ca. 3:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Spiritfarer Stella
In Spiritfarer spielen wir Stella und begleiten Seelen ins Jenseits.
© Thunder Lotus Games

Pro

  • schönes Design
  • berührende Geschichte
  • atmosphärischer Soundtrack
  • motivierendes Spielprinzip
  • jede Menge schöne Ideen

Contra

  • Gameplay etwas simpel
  • kurze Spielzeit
  • etwas zu viel Leerlauf

Fazit

Spiritfarer ist ein wundervoller Zeitvertreib für Zwischendurch, kann aber auch am Stück durch das motivierende Spielprinzip sehr gut unterhalten kann.


Hervorragend

Spiritfarer erschien ursprünglich schon 2020 für die Nintendo Switch, PC, PS4, Xbox One und Stadia. Seitdem war das Entwicklerstudio Thunder Lotus Games aber alles andere als untätig und veröffentlichte mehrere kostenlose Inhalts-Updates für das Spiel. Am 13. Dezember ist nun das finale Kapitel erschienen - Grund genug für uns, die "Farewell Edition" von Spiritfarer genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine Sache vorweg: Dieses Spiel ist zum Verlieben! Denn es ist unglaublich schön und spielt mit unseren Gefühlen. Doch genau das sind die Vorzüge von Spiritfarer, die der Titel perfekt beherrscht.

Spiritfarer
An der Immerpforte beginnt unsere Reise, und hier bringen wir auch unsere Passagiere hin.
© Thunder Lotus Games

In Spiritfarer geht es um den Tod. Ein sehr bedrückendes und heikles Thema, dessen sich der Titel mit jede Menge Feingefühl annimmt. Denn zentral ist hierbei vor allem der Abschied von geliebten Menschen, der oftmals sehr schwer fällt.

Im Spiel wird diese Thematik auf gleich mehreren Ebenen behandelt. Wir spielen das Mädchen Stella, das zusammen mit ihrer Katze den Job des Fährmanns Charon übernimmt. Das bedeutet, dass wir fortan die Seelen Verstorbener ins Jenseits führen sollen, die im Spiel durch Tiergeister dargestellt werden. Hinter dieser Aufgabe steckt aber eine reale Geschichte, die wir erst nach und nach verstehen, je mehr Seelen wir auf ihrer letzten Reise begleiten.

Bevor es soweit ist, treffen wir sie aber erst einmal in ihrer gewohnten Umgebung, führen Gespräche, lernen sie besser kennen. Dabei hat Stella zu jedem Charakter eine besondere Verbindung, der wir auf den Grund gehen. Da wir ihre letzten Tage so angenehm wie möglich gestalten wollen, erfüllen wir die Wünsche der Geister, bauen ein nettes Haus für sie oder bereiten ihr Lieblingsessen zu.

Spiritfarer
Wir nehmen die verlorenen Seelen auf unserem Schiff auf, das wir immer weiter ausbauen können.
© Thunder Lotus Games

Was bedeutet das im spielerischen Kontext? Nun, wir sammeln vor allem Ressourcen. Dazu gehören Holz, verschiedene Erze, Früchte, Gemüse und andere Zutaten, aber auch besondere Gegenstände mit sentimentalem Wert. Das ist denkbar simpel, wird aber in Verbindung mit ein paar "Jump & Run"-Elementen und dem Aufbaupart, bei dem wir unser Schiff selbst gestalten dürfen, sehr nett umgesetzt.

Dass wir nicht von Beginn an jeden Ort und jede Ressource erreichen können, sondern erst einmal neue Fähigkeiten erlangen müssen, indem wir mehr Seelen zur Pforte ins Jenseits bringen, motiviert zunächst. Später entsteht dadurch aber allzu oft ein unangenehmer Leerlauf, in dem wir nur immer wieder dasselbe tun.

Nichtsdestotrotz ist das Spielprinzip wirklich gut gelungen. Die Erkundung der einzelnen Inseln macht Spaß, und auch auf unserem eigenen Schiff können wir uns austoben. Jedes Design wirkt sehr durchdacht und liebevoll, was perfekt zur berührenden Geschichte passt. Insgesamt ist das Spiel einfach wunderschön, vor allem wenn zu den stimmungsvollen Lichtsetzungen noch der tolle Soundtrack hinzukommt.

Spiritfarer
Spiritfarer erschafft Bilder, die einem im Gedächtnis bleiben.
© Thunder Lotus Games

Im Detail gibt es aber noch ein paar Kritikpunkte. Denn auch wenn wir zu vielen Charakteren schnell eine Bindung aufbauen und sie schmerzlich vermissen, sobald sie fort sind, funktioniert das bei anderen nicht so gut. Gerade die Charaktere im späteren Spiel sind manchmal zu flach und manchmal sogar nervig.

Außerdem wirkt die Geschichte von Spiritfarer nie ganz abgeschlossen, was vermutlich auch daran liegt, dass wir selbst die Reihenfolge der Seelen bestimmen und nach dem eigentlichen Spielende immer noch weitermachen dürfen. Dadurch gibt es keinen logischen Aufbau der Geschichten, die wir erleben. Es gab aber dafür immer Platz für neue Charaktere, die das Spiel sinnvoll erweitern.

Durch das letzte große Update kamen mit Jackie und Daria etwa zwei weitere Charaktere hinzu, die zwar wieder toll designed sind, aber nicht ganz so liebenswert wirken wie etwa Gwen oder Atul. Das kann aber Geschmackssache sein. Sicher ist nur, dass jeder Person mindestens ein Charakter im Spiel ans Herz gehen wird. Garantiert.

Spiritfarer: Farewell Edition im Test - Fazit

Spiritfarer ist ein großartiges Indie-Spiel, das aber hier und da auf einige Limitierungen stößt. Das macht aber nichts, denn es erreicht genau das, was es möchte: uns zu berühren, zum Nachdenken anzuregen und lange im Gedächtnis zu bleiben.

Das schaffen nicht viele Spiele, weshalb wir uns mehr Titel wie Spiritfarer wünschen. Auch von größeren Studios, die es sich leisten können, mehr Spielzeit und tiefergehende Gameplay-Mechaniken zu entwickeln. Aber gerade im Indie-Bereich steckt eben sehr viel Potential für kleine Perlen wie Spiritfarer.

Tipp: Sie möchten unsere Spieletests direkt bei Steam lesen? Dann folgen Sie unserer Steam-Kurator-Seite.

Spiritfarer: Farewell Edition - Launch Trailer | PS4

Quelle: Sony / Thunder Lotus Games
Die Farewell Edition von Spiritfarer ist jetzt kostenlos für alle erhältlich, die das Spiel bereits besitzen.
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