Exklusivspiel

Spider-Man für PS4 im Test: Eines der besten Superhelden-Spiele

Spider-Man durfte schon unzählige Male auf der Leinwand durch das Marvel-Manhattan schwingen. Ein qualitativ ebenbürtiges Spiel fehlte. Bis jetzt! Wir haben das PS4 Exclusive Marvel's Spider-Man im Test.

Spider-Man im Test (PS4-Exclusive)

© Marvel

Spider-Man- und Action-Fans kommen voll auf ihre Kosten
Jetzt kaufen
EUR 36,80

Pro

  • Riesige, toll gestaltete Spielwelt
  • Eingängige Schwungmechanik
  • Grafisch eine Wucht
  • Grandioses Kampfsystem
  • Tolle Story
  • Enormer Sogeffekt
  • Gutes Crafting- und Skilltree-System
  • Viele gut geskriptete Nebenquests
  • Gelungene Vertonung

Contra

  • Am Boden etwas eintöniges Manhattan
  • Bosskämpfe teils etwas zu einfach

Fazit

Spider-Man ist das beste Superhelden-Game seit Batman: Arkham Knight.
Hervorragend

Spider-Man, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Insomniac Games haucht dem sympathischen Superhelden endlich das Leben ein, das er verdient hat. Denn das exklusiv für Playstation 4 erschienene Marvel's Spider-Man ist so viel besser als alle bisherigen Iterationen – und knüpft qualitativ an die hervorragende Batman-Serie von Rocksteady Games an. Unser Testbericht.

Spider-Man spielt, wie schon die Comicvorlage, in einer leicht abgewandelten Form des realen Manhattan. Das bedeutet? Wolkenkratzer wohin das Auge reicht. Die perfekte Stadt, um nach Herzenslust von Gebäude zu Gebäude zu schwingen. Und das tun wir. Denn rennen oder laufen? Das kann jeder. Wir schwingen uns durch die City, rennen vertikal an Wolkenkratzern hoch, springen von Dach zu Dach und landen stets sanft auf beiden Beinen. So eingängig wie sich Peter „Spider-Man“ Parker in der Luft steuern lässt, macht es die gesamte Spielzeit – immerhin rund 25 Stunden – immens viel Spaß. Und eindrucksvoll sieht das auch noch aus, denn Insomniac Games hat Manhattan bis auf Ausnahmen mit ganz viel Liebe zum Detail nachgebildet. Hinzu kommt ein unheimlich gutes Geschwindigkeits- und Freiheitsgefühl, wenn wir hoch über den Straßen tollste Akrobatik vollführen, begleitet von leichtem Motion Blur und passender, dezenter Musikuntermalung.

Spider-Man im Test (PS4-Exclusive)

© Marvel

Die Navigation als Spinnenmensch durch das virtuelle Manhattan ist leichter, als Sie es sich vorstellen.

Dass es am Boden etwas an Details fehlt? Dass manche Straßenzüge nicht ganz so detailreich ausfallen oder die Passanten stets mit derselben Mimik durch Manhatten tingeln? Bein einer grundlegenden Grafikpracht, wie sie Spider-Man schon auf der regulären PS4 auf den Bildschirm zaubert, lässt sich über sowas locker hinwegsehen. Wer einen passenden TV sein eigen nennt, freut sich auch über HDR-Farbtiefe.

Spider-Man im Test: Endlich mal was Neues!

Wie oft haben wir in Kino und TV schon die Entstehungsgeschichte von Spider-Man verfolgt? So langsam dürfte sie jeder kennen. Gut, dass Insomniac Games darauf verzichtet und bereits mit einem „fortgeschrittenen“ Spider-Man daherkommt. Peter Parker arbeitet nicht mehr als Fotograf für den Daily Bugle, sondern ist als Labor-Assistent unterwegs. Auch der stets übel gelaunte J. Jonah Jameson ist längst kein Chefredakteur mehr, sondern unterhält mittlerweile seinen eigenen Anti-Spider-Man Podcast. Über zahlreiche Audio-Schnipsel bekommen wir mit, was der Typ über uns denkt. Und das ist so toll intoniert und geschrieben, dass es eine Freude ist, den kruden Thesen von Jameson zuzuhören. Mary-Jane Watson, kurz MJ, hat sich unterdessen von Peter getrennt und verdingt sich ihre Moneten als Investigativjournalistin und Tante May arbeitet weiterhin bei FEAST, einer Wohltätigkeitsorganisation für Obdachlose.

Den dicken Oberschurken Wilson Fisk befördern wir bereits in der ersten – spektakulären! – Mission hinter Gittern. Das hält die Ganoven aber nicht davon ab, Manhattan unsicher zu machen. Denn während Fisk aus dem Knast heraus seine Schergen kontrolliert, machen sich die mysteriösen „Dämonen“ in Manhattan breit und terrorisieren die Stadt. Unsere Aufgabe ist es natürlich, diese Bedrohung aus dem Weg zu räumen. Darum rankt sich auch die Hauptstory von Spider-Man. Diese Blockbuster-Missionen sind stets bombastisch inszeniert und sorgen mit ihren teils aberwitzigen Momenten für offene Münder.

Spider-Man im Test: Kinoreife Action!

Beispiel gefällig? Wir befreien Geiseln aus der Hand der Dämonen. Dazu haben wir uns bereits durch diverse Abschnitte gekämpft und Handlanger ausgeschaltet. Die letzten retten sich aufs Dach des Wolkrenkratzers und wollen per Helikopter flüchten. Wir hetzen hinterher, versuchen sie zu stoppen, indem wir einen Schiffscontainer per Spinnenseil daran befestigen. Daraufhin stürzt der Heli aber nicht etwa ab, sondern fliegt unkontrolliert zwischen den Hochhäusern hin und her und zerstört dabei alles, was nicht ausweichen kann.

Wir schwingen uns in schwindelerregender Höhe hinterher, weichen Kugeln der Dämonen aus, holen den Heli ein, hüpfen aufs Dach und zerstören die Motoren: Der Heli schmiert ab! Wir wären aber nicht Spider-Man, wenn wir den Absturz nicht dämpfen würden, um die Zivilbevölkerung am Boden zu schützen. Also spinnen wir rund um den Heli ein Netz und lassen ihn mehr oder weniger sanft zu Boden gleiten. Wow! Achja, dass wir ganz nebenbei auch einen riesigen Hochhaus-Kran vor dem Absturz bewahrt haben, das hätten wir fast unterschlagen ...

Spider-Man im Test (PS4-Exclusive)

© Marvel

Spider-Man bietet viele atemberaubende Momente.

Spider-Man im Test: Ein Traum von Kampfsystem

Das alles macht auch deshalb so viel Spaß, weil das Kampfsystem unheimlich gut funktioniert. Dabei hat sich Insomniac – und das ist beileibe kein Kritikpunkt – viel von der Batman-Reihe von Rocksteady abgeschaut. Denn genauso flüssig wie wir den dunklen Ritter steuern konnten, bewegen wir jetzt die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Der Unterschied? Während Batman sich vor allem durch wuchtige Angriffe und eine angenehme Agilität auszeichnete, ist Peter Parker eher der Typ Flummi. Die unheimliche Schnelligkeit der Spinne ist Spaß und Herausforderung zugleich. Denn zwischen Ausweichmanövern und Angriffen liegen oft nur Wimpernschläge. Wir schleudern Gegner in die Luft, spinnen sie ein, wir werfen mit Spinnweb-Granaten um uns, nutzen kleine Elektroschockdrohnen und diverse weitere Gadgets. Mit unseren Spinnennetzwerfern ziehen wir Gegenstände zu uns heran, schleudern sie durch die Luft und auf Gegner. Wir lassen Regale auf Feinde kippen und machen uns die Umgebung stets für kleine Pausen zu Nutze, indem wir uns auf höhergelegene Ebenen katapultieren. Und haben wir mit genügend Moves, Schlägen und Tritten entsprechend „Fokus“ aufgebaut, können wir Finisher ausführen, die besonders schön in Szene gesetzt sind. Welch ein Spaß!

Etwas Kritik muss dann aber doch sein. Denn die Szenerien sind oft etwas eintönig. Das fällt zwar aufgrund der Schnelligkeit der Kämpfe kaum auf, sollte aber dennoch erwähnt werden. Auch die Bosskämpfe, beispielsweise gegen Shocker oder Scorpion unterscheiden sich hinsichtlich der Qualität. In manchen Fights kommt das gesamte Repertoire von Spider-Mans Kampfkunst zum Einsatz, in anderen Kämpfen wiederum nicht. Das ist schade, denn die Möglichkeiten wären da gewesen.

Spider-Man im Test: Ordentlich zu tun!

Spider-Man im Test (PS4-Exclusive)

© Marvel

Das Gameplay geht flüssig von der Hand: Spider-Man nutzt diverse Gadgets, um Bösewichte dingfest zu machen.

Auch abseits der Hauptgeschichte gibt es viel zu tun. Die Map füllt sich nach und nach mit immer mehr Icons. Dahinter verstecken sich kleinere Nebenmissionen, die in anderen Spielen durchaus deplatziert wirken würden. Mit Schrecken mögen sich manche an die berüchtigte „Ubisoft-Formel“ (u.a. in Far Cry) erinnern. In Spider-Man ergeben diese Sammel- und Nebenmissionen aber Sinn, denn Spider-Man war und ist eben ein Held aus der Nachbarschaft. Da ist es doch ganz logisch, dass er beispielsweise seinem Kumpel hilft, seine ausgebüxten Tauben wieder einzufangen – 12 an der Zahl, verteilt über ganz Manhattan. Und Spider-Man tut eben viel Gutes, tut viele Gefallen. So soll er für Harry Osborn, den Sohn des mittlerweile zum Bürgermeister avancierten Norman Osborn, Chef von Oscorp Industries, kleine Wissenschaftsstationen auf den Dächern von New York kontrollieren. Daraus ergeben sich Missionen, in denen wir zum Beispiel für eine bessere Luft in Manhattan sorgen oder einen nahegelegenen See reinigen.

Außerdem sind wir nicht ausschließlich als Spider-Man unterwegs, sondern legen unser Kostüm auch mal ab, um uns Forschungen zu widmen. Daraus ergeben sich dann zum Beispiel neue Fähigkeiten oder Verbesserungen für unseren Anzug. Denn Spider-Man verfügt auch über ein ordentliches Crafting- und Skilltree-System, sodass wir stets Gadgets freischalten, neue Moves erlernen oder unsere Widerstandsfähigkeit verbessern. Auch als MJ sind wir unterwegs und müssen in diversen Stealth-Missionen Erkundungen über die Dämonen anstellen.

So auflockernd diese Passagen auch sind, gerade zum Ende hin sind diese eher seichten und weniger fordernden Momente ein kleiner Stimmungs-Stopper. Denn wenn die eigentliche Story Fahrt aufnimmt, bremsen diese eher ruhigen Missionen den Spielspaß etwas aus. Aber nur etwas, keine Sorge.

Spider-Man im Test: Fazit

Wow, was Insomniac Games hier abliefert, ist großes Kino. Die Inszenierung ist gelungen, die Grafik bis auf ganz wenige Ausnahmen eine Wucht und das Kampfsystem ein Traum. Auch die Atmosphäre passt, denn Peter Parker ist kein stummer Held, sondern kommentiert nahezu ständig, was er tut, ohne nervige Wiederholungen und stets mit einer gewissen Portion Ironie und Sarkasmus. Zusätzlich gibt es für echte Spider-Man-Fans viel zu entdecken. Denn neben einer unglaublich schönen Szenerie – Manhattan im Sonnenuntergang sieht schon sehr schick aus – entdecken wir in der ganzen Spielwelt Rucksäcke mit kleinen Souvenirs. Darunter beispielsweise Kochrezepte von Tante May oder Andenken an Peters gemeinsame Zeit mit MJ. Die Story funktioniert und ist auch deshalb so unterhaltsam, weil sie eben nicht die Origin-Geschichte von Spider-Man wiederholt, sondern viel später einsetzt. Das mag zwar für Spider-Man-Neulinge etwas ungewöhnlich sein, man wird aber dennoch nahezu sofort in die wirklich großartige Atmosphäre gesogen.

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