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3D

Sonys neue 3D-Technik

Tiefe Einblicke

Besonders interessant ist Sonys neue 3D-Technik, die wir jetzt zum ersten Mal bewerten durften. Tatsächlich hat Sony uns in einigen Belangen überraschen können, denn die fertige 3D-Technik sieht deutlich besser aus als die der Demogeräte, die uns noch vor wenigen Wochen einen ersten Einblick gewährten.

Verblüfft hat uns der technische Unterschied zu den Lösungen von Samsung und Panasonic. Bisher war es nämlich für alle Tester klar, dass 3D-TV im Dunkeln stattzufinden hat: Zum einen ist der Lichtverlust im 3DModus enorm, zum anderen bringen 3D-Brillen die Raumbeleuchtung in unerträglicher Weise zum Flackern.

Sony hat sich dieser Probleme angenommen und Lösungen gefunden. So wurde auf eine andersartige Polarisation der Brillen gesetzt - mit dem Resultat, dass das Flackern der Raumbeleuchtung nicht mehr stört.

Doch es gibt einen Nebeneffekt: Schon bei leichtem Neigen des Kopfes strahlen die Bilder des einen Auges ins andere ein: 3D-Ghosting entsteht. Dem Lichtverlust begegnen Sonys Ingenieure mit einem 3D-Boost.

Dieser "Nachbrenner" macht den 3D-Part nicht ganz so düster im Vergleich zum 2D-Bild; gut 300 cd (Candela, die Basiseinheit der Lichtstärke) sorgen dafür. Insgesamt erzielt der Sony im 3D-Modus 25 Prozent mehr Lichtstärke als der neue Super-Samsung UE55C9090 (siehe den Test ab Seite 96 in dieser Ausgabe).

Der KDL-46HX805 besitzt also mehr 3D-Kontrast bei deutlich weniger 3D-Fehlern. Und vieles davon ist der perfekt auf den TV abgestimmten Brillentechnik zuzuschreiben. Dies sollte man immer bei der Diskussion über normierte Einheitsbrillen bedenken, die mit jedem 3D-TV funktionieren sollten.

Sonys per Batterie betriebene, 100 Euro teure Brille ist sehr gut verarbeitet und durchdacht. Sie sitzt mit bisher höchstem Tragekomfort nah an den Augen und ist unempfindlich gegen Streulicht. Den so vergrößerten Blickwinkel können jedoch Träger großer Sehhilfebrillen kaum genießen: Hier wird es sehr eng.

Sonys Brille führt zur 3D-Optimierung einen Helligkeitsabgleich durch, der Medienzugang zu selbst geschossenen 3D-Aufnahmen (der Formate MPO, JPS, 3D-AVI und TS) fehlt jedoch noch. Dafür errechnet Sony für jede Bildquelle die dritte Dimension und geht in der Tiefenstaffelung zurückhaltender ans Werk als Samsung (aber mit weniger Fehlentscheidungen bezüglich der Objektentfernung).

Simuliertes 3D sollte niemals mit der wahren Tiefeninformation von 3D-Blu-rays oder 3D-Ausstrahlungen verwechselt werden. Es ist ein nettes Spielzeug mit teilweise verblüffender Wirkung. Bei der HDMI-Steuerung über BRAVIA Sync zeigt sich Sony sehr kommunikativ im Systemverbund, besitzt eine detaillierte Farbraum-Zuweisung an die Bildquellen, klingt durch viel DSP-Glättung recht angenehm, glänzt jedoch nicht mit üppiger Verarbeitungsqualität.

Ebenbürtiger Spielpartner

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© Video Homevision

Im Einstellungsmenü lässt sich festlegen, ob 3D-Blu-rays auch im 3D-Modus wiedergegeben werden sollen. Bislang ohne Auswirkungen ist die Veränderung der Einstellung für die Bildschirmgröße.

Einen angemessenen Kompagnon findet der TV im BDP-S570: Sonys erstem Blu-ray-Player, der ab Werk 3D-Unterstützung mitbringt. Weitere Sony-3DProdukte stehen ebenfalls schon bereit: Das Update für 3D-ready-Player und -Komplettsysteme ist verfügbar. Anders als bei den Fernsehern waren die Ingenieure schon länger gewappnet für 3D und konnten die Technik noch vor der Freischaltung einbauen.

Diese besteht prinzipiell darin, dass ein Bilddatenstrom mehr codiert werden muss. Das verlangt mehr Rechenpower, die Sony bei den neuen Playern auch dafür einsetzt, BD-Java zu beschleunigen und die Start-/Ladezeiten zu verringern. In 13 Sekunden liest der BDP-S570 Blu-rays ein.

Wäre es nicht der erste 3D-Player von Sony, würden die Netzwerk- Eigenschaften hier noch mehr Anerkennung finden. Er besitzt drahtlosen Internet-Zugang über WLAN-n, 1 GByte Speicher für BD-Live-Inhalte und eine IP-Rauschunterdrückung, die aus stark datenreduzierten Online- Videos ein Quäntchen mehr Qualität herausholt.

Damit nicht genug: Er lässt sich mittels iPhone App steuern, ruft Infos zu Filmen und Musik über Gracenote ab und verfügt über ein großes Online-Angebot (etwa DFBHighlights, die FIFA-WM-Kollektion und YouTube). Als DLNA-Client holt er sich zudem verschiedene Medienformate von Netzwerk-Servern. Wie beim TV fehlt jedoch bislang die Wiedergabe von selbst erzeugten 3D-Inhalten: Sie müssen von der Blu-ray kommen.

Den Film "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" lässt der Player durch seine Schärfe und Brillanz extrem plastisch wirken - jedoch nicht ganz so ausgeprägt wie die weitaus teureren 3D-Player von Panasonic und Samsung. Im 2D-Betrieb überzeugt die Blu-ray gleichermaßen. Die Vollbildwandlung von DVDs klappt vorbildlich, ebenso das Skalieren auf Full HD, wobei der Sony-Player nur ausgesprochen selten Artefakte produziert.

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