65-Zoll-LCD-TV

Sony XR-65X90K im Test

8.7.2022 von Roland Seibt

Sonys X90K-Reihe stellt dank Local Dimming und kontraststarkem LCD-Panel den Einstieg in die TV-Spitzenklasse dar. Was beim Vorgänger noch als Update nachgeschoben wurde, funktioniert jetzt erstklassig: Gaming in 120Hz. Lesen Sie unseren Test hierzu.

ca. 5:10 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sony XR-65X90K im Test
Der Look des X90K ist schön minimalistisch, er steckt jedoch voller innerer Werte.
© Sony / Montage: video

Pro

  • kontraststarkes LCD-Panel
  • exzellente Voreinstellung für natürliche Farben
  • zwei Fernbedienungen
  • Local Dimming
  • Doppeltuner
  • für PS5-Gaming optimiert

Contra

  • spitzer, flacher Klang

Fazit

video-Urteil: sehr gut; video-"Gamingtipp"


89,0%

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die einen großen Unterschied ausmachen. So muss man auch bei Sonys neuem X90 schon ganz genau hinschauen, um Unterschiede zum Vorgänger auszumachen, und diese verstecken sich neben algorithmischen Verbesserungen der Videoverarbeitung, neuen Fernbedienungen und pfiffigen Kamera-Addons in zwei für die Bildqualität essenziellen Eigenschaften: Backlight und HDMI-Chips.

Die Produktpflege gelingt Sony insgesamt gut, einzig der erhöhte Preis sorgt erst einmal etwas für Verwunderung. So gibt es das Auslaufmodell XR-65X90J (hier unser Test) momentan noch im Sony Store heruntergesetzt von 1400 auf 1300 Euro, für den brandneuen X90K werden jedoch stolze 2000 Euro aufgerufen.

Hintergrund könnte eine qualitative Aufwertung des gesamten Portfolios sein. So ist die Topserie X95 mal eben von 1800 auf 3400 Euro angehoben worden, was jedoch deren technischem Highlight „Mini-LED“ geschuldet sein dürfte.

Wenn tatsächlich Tausende winzige LEDs im Backlight ihren Dienst verrichten und äußerst präzise Konturen lokal dimmen, tun sich neue Welten der Bildqualität auf, zudem ist ultraflaches Design möglich. Das rechtfertigt natürlich einen gewaltigen Preissprung.

Und damit die Lücke zum neuen X90K nicht zu groß wird, erhielt dieser nun 60 Zonen für lokales Dimmen. Ein großer Vorteil gegenüber den 24, die wir beim Vorgänger XR-55X90J ausmachen konnten. Die Bildqualität, respektive Schwarzwert und Brillanz, rücken also näher an das höherwertige Vorjahresmodell X95J heran.

Sony XR-65X90K im Test - Screenshot Einstellungen
Gerade für HDR, wo es viele dunkle Details zu bewundern gilt, ist ein Lichtsensor zur Anpassung ans Raumlicht unabdingbar. Sony geht den sinnvollen Schritt, Backlight und Tonemapping getrennt einzustellen.
© video

Wie eingangs erwähnt, wurde auch die Hardware für die HDMI-Eingänge aufgewertet. Wie letztes Jahr sind zwei der vier Buchsen 2.1-tauglich, jetzt unterstützen sie jedoch die volle Bandbreite von 48Gbit/s. Damals war bei 40 Schluss, dafür wurde die Bildkompression DSC integriert.

Die alten Chips wurden auf Anschlag gefahren, und vielleicht gab es deshalb anfangs Probleme bei UHD@120Hz und variabler Bildrate, die erst nach späten Updates gelöst werden konnten. Beim XR-65X90K läuft nun vom Start weg alles rund, und die Auflösung ist auch bei höchsten Bildraten perfekt.

Dabei fällt die Wahl des richtigen Gamingmodus nicht immer leicht, denn nun hat man gleich vier Varianten der EDID-Informationen zur Auswahl, mit denen ein Display über HDMI der Quelle verrät, welche Auflösungen, Bildraten und z. B. HDR-Features genutzt werden dürfen. Variable Bildraten (VRR) bei DolbyVision-Gaming und Local Dimming scheinen zusammen die Technik zu überfordern, Ähnliches kennen wir auch von anderen Herstellern.

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Ist der XR-65X90K von Sony für's Gaming geeignet?

Natürlich stärkt Sony den eigenen Konzern wieder mit produktübergreifenden Kooperationen. Zum einen wäre da das perfekte Zusammenspiel mit der Playstation 5 zu nennen, die über die standardisierten Kommunikationselemente von HDM hinaus geht.

Sony Produkte kennen sich noch besser und stimmen beispielsweise das Mastering von HDR-Games mit den Fähigkeiten des Displays ab. So etwas wäre auch über die Normen der „HGIG“ möglich gewesen, welche wir jedoch selten real angewendet gesehen haben. Da ist Sonys Alleingang wahrscheinlich praktikabler.

Sony XR-65X90K im Test - Screenshot Menü
Android 10 (Google-TV) bietet als Betriebssystem ohne Ende Bonus-Apps. ROM und RAM des X90K schränken die Optionen aber ein.
© video

Die zweite Konzerntochter, die sich für eine Zusammenarbeit anbietet, ist Sony Pictures. Das Filmstudio lizenziert seine Streifen zwar an alle möglichen Streaminganbieter, doch das hauseigene Portal „Bravia Core“, das nur von hochwertigen Sonyfernsehern genutzt werden kann, setzt neue Standards in Streamingqualität.

Einige Topfilme sind mit bis zu 80 Megabit pro Sekunde abrufbar, dazu mit IMAX-Optimierung und DTS-Ton. Bei einigen Filmen waren in unseren Tests sichtbar weniger Artefakte bei allerhöchster Schärfe auszumachen, verglichen mit üblichen Streamingangeboten. Eine Handvoll Top-filme gibt es beim Kauf des Fernsehers gratis, andere lassen sich ein halbes Jahr lang abrufen.

Für die dritte Kooperation mussten Sonys TV-Entwickler nicht ganz so weit ausholen. Den kombinierten AV-Eingang (Miniklinke) kann man alternativ als „S-Center in“ benutzen, um darüber die TV-Lautsprecher im Einklang mit speziellen Soundbars aus dem Hause Sony anzusteuern.

Ebenfalls für diese Soundbars wurde die dritte Stellung der beigelegten Tischfüße konzipiert. Sie lassen sich nicht nur außen und weiter innen ins Gehäuse schieben, sondern besitzen auch eine höherlegende Position, damit Sonys Soundbars sich perfekt unter den Bildschirm integrieren.

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Welches Betriebssystem nutzt der Sony XR-65X90K?

Grundsätzlich basieren Sonys Top-TVs auf Google-TV 10, jedoch hat der Hersteller deutlich mehr Extras programmiert als Billiggeräte, deren Menüs auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Das fängt schon bei der Hardware an, wo sich hier lobenswerterweise ein Doppeltuner findet. Es kann also auch auf eine externe USB-Festplatte aufgenommen werden, was man gerade nicht anschaut.

Besonders interessant ist dabei die Integration von Dekodierung und Komfortfunktionen von HD-plus. Mit ihr ist nämlich beim HD-Empfang von Privatsendern noch mehr erlaubt als über ein klassisches CI-Modul. Ein halbes Jahr lang darf man wie üblich diese Vorzüge kostenlos ausprobieren.

Empfohlener Sehabstand: Sony XR-65X90K

Vollbildansicht
Kategorie Meter
TV: 4,0 m
DVD: 3,5 m
HD: 2,4 m
UHD: 1,4 m

Welche Ausstattung besitzt der XR-65X90K von Sony?

Etwas geknausert hat Sony bei der Bestückung der Quadcore-CPU A73 (1800 MHz) mit Speicher. Es stehen nur 3 GB Ram zur Verfügung und nachdem wir alle unsere Standardapps installiert hatten, war gerade mal ein Gigabyte ROM übrig.

Alle wichtigen Anbieter von Video-on-Demand sind vertreten, darunter auch Apple, sky Ticket und Magenta-TV. Googles Playstore bietet viele Hundert weitere Optionen.

Dabei darf natürlich auch eine Sprachsteuerung nicht fehlen. Neben Googles aktivem Assistenten hört der TV auch auf Siri und Alexa. Die Bedienung aus der Ferne, also immerwährendes Zuhören, kann aktiviert werden. Eine überaus interessante Ergänzung könnte die Steuerung des TVs über Handgesten werden.

Sie soll per Update nachgereicht werden, wenn die angekündigte USB-Kamera „Bravia-Cam“ verfügbar wird. Dann sollen nicht nur Videomessages möglich werden, sondern sich Bild und Ton sogar auf Entfernung und Position der Zuschauer abstimmen.

Optimale Einstellungen: Sony XR-65X90K

Vollbildansicht
Einstellung Wert
Bildmodus: Anwender
Backlight: 100
Lichtsensor: Ein
Kontrast: 95
Helligkeitv: 50
Schärfe: 50
Farbe: 50
Farbtemperatur: Experte
RGB-Gain: 0, -1, -5
RGB-Offset: 0, 0, 0
Gamma: -1

Wie ist die Bildqualität des XR-65X90K von Sony?

Fürs erste setzt Sony auf ein VA-LCD-Panel und rundet dieses durch eine sehr gute, mattierte Vergütung ab, deren 3,5% Reflexionsfaktor kaum auffallen, die aber den sytemisch schwachen Blickwinkel etwas aufwertet. Erstaunlich gut gelungen ist Sony die Abstimmung der 6 × 10 Dimmingzonen und der Einsatz des Lichtsensors für die Tag/Nacht-Optimierung.

Der Kontrasteindruck der in HDR gute 1000 Nits leistenden Kombi ist höher als bei vielen Mitbewerbern, wenngleich diese in der Preisklasse oft deutlich mehr Dimmingcluster anbieten. Vorbildlich ist einmal wieder die Farbabstimmung im Modus „Anwender“, den man folgerichtig auch „Master“ oder ‚„Referenz“ hätte nennen können.

Schon „Kino“ ist leicht nachgefärbt, in „Standard“ zeigen sich die Vorteile des kognitiven XR-Prozessors, der mehr Tiefe, Schärfe, Ruhe und Brillanz ins Bild zaubert, als die Quelle ursprünglich hatte. Manchmal ist das allerdings durchaus wünschenswert.

Wie schneidet der XR-65X90K von Sony im Messlabor ab?

Farbmessung Ultra-HD /HDR BT.2100 12 Bit

Die Spitzlichter des X90K sind 20% brillanter als bei seinem Vorgänger und decken bei über 1000 Nits die Anforderungen der meisten aktuellen Masterings ohne Tonemapping ab. Auch ohne QLED werden 96% DCI-Farbraum erzielt, BT.2020 deutlich besser als beim X90J.

Sony XR-65X90K Messlabor
(links) Farbmessung Ultra-HD /HDR BT.2100 12 Bit (rechts) Farbmessung HDTV Full-HD BT.709 8 Bit
© connect

Farbmessung HDTV Full-HD BT.709 8 Bit

SDR lässt sich für den Tageslichteinsatz auf über 600 Nits hochziehen, und das bei nahezu perfekt abgestimmten Farben und einer fehlerfreien Gammakurve.

Wir nutzen im Labor die Farbmesssoftware Calman Ultimate von Portrait Displays, siehe www.portrait.com

Fazit

Dank seines kontrastreichen Panels, exzellent abgestimmtem Local Dimming und großem Farbvolumen besticht der X90K mit äußerst brillanten Bildern. Der Gamingspezialist ist auf Qualität getrimmt und leistet sich keine Schwachstellen.

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