Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkamera mit 1-Zoll-Sensor

Sony RX100 VI im Test: Mehr Speed, mehr Tele

Die Sony RX100 VI kommt mit 8-fach-Zoom, Blitz, Sucher, 20 MP und 1-Zoll-Sensor. Sony packt in die sechste Generation der RX100 zum Preis von 1.300 Euro ein sehr attraktives Technikbündel. Hier unser Testbericht.

Inhalt
  1. Sony RX100 VI im Test: Mehr Speed, mehr Tele
  2. Sony RX100 VI: 4K-Video, Bildqualität und Test-Fazit
Sony RX100 VI Test

© Sony

Mit der RX100 VI geht Sonys erfolgreiche Edelkompaktkamera in die bereits 6. Generation.

Jetzt kaufen
EUR 1.184,00

Pro

  • Sehr gute Bildqualität für eine Kompaktkamera
  • 8-fach-Zoom
  • Gute Verarbeitung
  • 4K-Video

Contra

  • Hoher Preis
  • Kein Spritzwasserschutz

Fazit

ColorFoto Gesamtpunktzahl: 44,5 Punkte; Kauftipp "Kompakt"

Kompakte mit 1-Zoll-Sensor werden gerade in Deutschland sehr gern als Zweitkamera gekauft. Sony legt nun mit der RX100 VI ​nach mit deutlich mehr Telebrennweite und wechselt vom 3-fach- zum 8-fach- Zoom. In der Preisklasse um 1.300 Euro konkurriert die RX 100 VI dabei mit kompakten Systemkameras ähnlicher Größe.

Objektiv und Sensor

Beschieden sich RX100 IV und RX100 V noch mit Zooms von 24-70 mm, setzt Sony bei der RX100 VI auf das Zeiss Vario-Sonnar T* 2,8-4,5/9-72 mm (24-200 mm KB). Das Plus im Telebereich geht einher mit verringerter Lichtstärke: Aus f/1,8-2,8 wird f/2,8-4,5. Dafür gehört ein Bildstabilisator zur Ausstattung.

Der mehrschichtige („stacked“) Exmor-RS-Sensor mit 20,1 MP und 1 Zoll ist der gleiche wie in der RX100 V. Neu ist der Bionz-X-Bildprozessor mit Front-End-LSI als Coprozessor. Seine Aufgaben sind schnelle Serien mit bis zu 24 B/s, kontinuierliche AF-Nachführung und hohe ISO-Werte – automatisch von 125-12.800 mit wählbarer Ober-/Untergrenze und manuell von ISO 80-25 600.

Die RX100 VI macht 4K-Videos mit voller Pixelauslesung und ohne Pixel-Binning. Dank der extrem schnellen Sensorauslesung beträgt die kürzeste Verschlusszeit 1/32.000 s bei elektronischem Verschluss mit reduziertem Rolling-Shutter-Effekt.

Sony Cyber-shot RX100 VI (Offizielles Produktvideo)

Quelle: Sony
Das offizielle Produktvideo zur Sony RX100 VI erklärt die wichtigsten Features (3:21 min).

Autofokus und Serien

Die Sony RX100 VI nutzt ein „Fast-Hybrid“-AF-System mit 315 Phasen-AF-Punkten, die etwa 65 % des Bildfelds einnehmen. Hinzu kommen 25 größere Kontrast-AF-Felder, die einen ähnlichen Bereich ab decken. Zahlreiche Optionen wie Weit/Zone/Mitte/flexibler Spot erlauben die Anpassung an die Motive. Auch Touchscreen-AF samt Auslösung steht zur V erfügung.

Bei der Auslösezeit gefiel der AF der RX100 VI mit vorbildlichen 0,2 s bei 300 und 30 Lux. Zudem punktet die sichere AF-Nachführung bei der Erfassung und Verfolgung eines bewegten Details im Bildfeld sowie bei der Schärfenachführung.

Neu kommt beim AF der RX100 VI die „High-Density-Tracking-Technologie“ zum Einsatz. Damit sind viele AF-Punkte rund um das erfasste Objekt aktiv, um seine Bewegung noch besser verfolgen zu können. Der AF wird auch der schnellen Serien-bildfunktion von gemessen maximal 23,7 B/s gerecht, egal, ob mit JPEG oder RAW. Damit ist die RX100 VI bei RAW nochmals schneller als die schon nicht langsame RX100 V. 

Sony RX100 VI Seite

© Sony

Die Sony RX100 VI ist kompakt und leicht, bietet aber dennoch Sucher und Blitz.

Für Serien dürften die Belichtungs raten M (10 B/s) oder L (3 B/s) die Einstellung der Wahl sein. In jedem Fall praktisch: Die RX100 VI speichert die Fotos jeder Serie in einem eigenen Bildpaket, was der Übersichtlichkeit zugutekommt. Automatische Belichtungsreihen macht die RX100 VI nicht nur mit unterschiedlicher Helligkeit; sie kann auch drei Bilder in Serien mit Weißabgleichs- oder Dynamikbereichsstufen aufnehmen.

Gehäuse, Display und Sucher

Die RX100 VI kommt im soliden matt-schwarzen Gehäuse glatt und schnörkellos daher; spritzwasserfest ist es aber nicht. Mit Maßen von 107 x 58 x 43 mm und dem Gewicht von 300 g schlüpft die Kamera leicht in kleinere Taschen. Die meisten Bedienelemente fallen klein aus, und die Kamera ist nicht besonders griffig, da ihr eine rutschfeste Gummiarmierung oder eine fingergerechte Ge-häuse ausformung fehlt.

Sony RX100 VI Monitor

© Sony

Der neigbare Monitor der Sony RX100 VI löst mit 307.200 RGB-Pixeln auf.

Die Einschaltzeit ist mit 1,4 s kurz, wenn man den leicht versenkten Mini-Powerknopf gefunden hat. Das Zoom schnurrt fast unhörbar in die Arbeitsstellung. Praktisch ist die Alternative, die RX100 VI mit Ein- bzw. Ausschalten des Suchers gleich mit zu aktivieren oder zu deaktivieren.

Der integrierte elektronische OLED-Sucher wird mit einem Mini-Schalter aktiviert und springt automatisch in die Arbeitsposition oben links auf der Kamera. Das Umschalten zwischen EVF und Monitor erfolgt per Augensensor automatisch. Die Auflösung des OLED-Suchers mit 786.342 RGB-Pixeln und die moderate effektive Vergrößerung von 0,59x sind gegenüber der RX100 IV und der RX100 V unverändert.

Der nach oben um 180° und nach unten um 90° neigbare 3-Zoll-LCD-Monitor der RX100 VI ist als Touchscreen für die Wahl von Fokuspunkt und Auslösung ausgeführt. Allerdings hat Sony die Auflösung gegenüber der RX100 V auf 307.200 RGB-Pixel reduziert. Eine neue Besonderheit ist die Möglichkeit, den berührungsempfindlichen Bereich auf einen wählbaren Teil der Fläche zu beschränken, um ungewolltes Touch-AF-Auslösen zu vermeiden. Beim Versuch, die Touch-Auslösung durch Antippen eines Minisymbols zu deaktivieren, löst man jedoch stattdessen schnell versehentlich aus.

Sowohl für Sucher als auch für Monitor stehen diverse Display-Variationen von umfangreichen bis stark reduzierten Anzeigen zur Wahl. Neben den gewählten Einstellungen zeigt die RX100 VI auch Live-Histogramm, Gitternetz und künstlichen Horizont.

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Bedienung, Einstellungen und Optionen

Die große Funktionsvielfalt der RX100 bedingt entsprechend umfangreiche Menüs. Da ist es nicht immer einfach, schnell den gewünschten Punkt zu finden, egal, ob man mit Reiter-, Listenmenü oder Kachelanzeige startet. Die „Mein-Menü“-Funktion erlaubt, bis zu 30 Favoriten individuell zu bündeln und zu sortieren. Eine weitere Abkürzung bietet die „Fn“-Taste, die den schnellen Zugriff auf zwölf vom Fotografen wählbare, grundlegende Einstelloptionen erlaubt. Das Rändelrad mit zentraler OK-Taste wählt die gewünschten Einstellungen, die per Menü oder einer der vier darum herum gruppierten Funktionstasten aufgerufen werden.

Die „Movie“-Schnellstarttaste ist zu griffgünstig platziert. Um ungewollte Video-Starts zu vermeiden, legen Fotografen sie besser still und aktiveren die gelegentliche Videoaufnahme bei Bedarf oben am Funktionswahl-Drehring. 

Dem sanft laufenden großen Rändelring rund ums Objektiv kann unter dem kryptischen Menüpunkt „BenutzerKey“ ebenfalls eine priorisierte Funktion zuge wiesen werden, zum Beispiel Zoom, Blenden vorwahl, Belichtungskorrektur, Motivprogramm- oder Effekt-Wahl. Beim Drehen am Rad erscheint eine virtuelle Drehscheibe mit dazugehörigen Anzeigen im Sucher- oder Monitorbild. Neben ihren zahlreichen Motivproprammen, Effekten und den üblichen Belichtungsoptionen bietet die RX100 VI Besonderheiten wie HDR-Aufnahme-funktion, Dynamikoptimierung automatisch oder manuell in fünf Stufen und Schwenkpanorama.

Weiterlesen: Nach den technischen Daten widmen wir uns auf der nächsten Seite dem Thema 4K-Video, betrachten die Bildqualität im Testlabor und ziehen unser Test-Fazit.

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