Digitale Fotografie - Test & Praxis
Testbericht

Sony NEX-3, NEX-5

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© sony

Sony setzt bei seinen spiegellosen Systemkameras wie Olympus auf ein "Kompaktkamera-Design".

Four-Thirds-Sensoren wird man in einer Sony jedoch vergeblich suchen, stattdessen kommen die eigenen CMOS-Sensoren im APS-C-Format zum Einsatz; der gleiche 14-Megapixel-Sensor steckt beispielsweise auch in Sonys Spiegelreflexkameras Alpha 450/550. Derzeit besteht das NEX-Sortiment aus NEX-3 und NEX-5. Sie unterscheiden sich optisch und durch ihre Videofunktion. Die NEX-3 ist aus Polycarbonat gefertigt und etwas breiter als das 10 g leichtere Magnesiumgehäuse der NEX-5, das dank des ergonomischeren Handgriffs besser in der Hand liegt.

Außerdem nimmt die wahlweise rote, schwarze oder silberfarbene NEX-3 Filme nur mit 1280 x 720 Pixeln auf, die schwarze oder silberne NEX-5 unterstützt Full-HD (1920 x 1080 Pixel). Das dazugehörige Bajonett nennt Sony E-Mount, wobei das "E" für "Eighteen" und damit für das Auflagemaß von 18 mm steht. Zum spärlichen Objektivsortiment gehört unter anderem das Standardzoom E 3,5-5,6/18-55 OSS, mit dem die NEX-3 im Set rund 500, die NEX-5 rund 650 Euro kostet. Für ein Set-Objektiv wirkt das 18-55 mm auffallend gut und besser verarbeitet als die Kit-Objektive des Samsung-NX-Systems.

Sony  NEX-3

© Sony NEX-3

Ob NEX-5 (oben) oder NEX-3 - die Sonys gefallen mit ihrem klaren Design, für die nächste NEX haben wir uns bei Sony allerdings ein paar zusätzliche Tasten mit Direktzugriffen gewünscht.

Der in Teleposition ausgefahrene Tubus hat bei Sony kaum Seitenspiel, Zoom- und Fokussierring laufen geschmeidig, das Anschlussgewinde besteht aus solidem Metall. Einen größeren Brennweitenbereich bietet das E 3,5-6,3/ 18-200 OSS, das wie das Standardzoom einen Bildstabilisator mitbringt. Nicht so das dritte E-Objektiv, das Pancake 2,8/16 mm. Außerdem gibt es einen Ultraweitwinkel-Vorsatz VCL-ECU1 für rund 160 Euro und einen Fisheye-Konverter VCL-ECF1 für 180 Euro. Mittels Adapter (rund 200 Euro) lassen sich auch die meisten der für die Sony-SLRs verfügbaren Objektive anschließen (A-Bajonett). Auf den Autofokus muss man dann allerdings verzichten, alle Formen der Belichtungsautomatik sollen aber weiterhin verwendbar sein.

AusstattungNEX-3 und NEX-5 haben wie E-P1 und NX100 weder einen integrierten elektronischen Sucher noch einen eingebauten Blitz. Im Gegensatz zu Olympus und Samsung legt Sony aber einen kleinen externen Blitz bei, der sich über den speziellen Zubehöranschluss oberhalb des Objektivs adaptieren, mit einer Rändelschraube fixieren und durch Hochklappen aktivieren lässt. Allerdings ist er mit Leitzahl 6 relativ schwach - schade, zumal man die optionalen Blitzgeräte der Alpha-SLRs nicht an NEX-Kameras einsetzen kann.

Während Samsung für die NX100 einen optionalen elektronischen Aufstecksucher anbietet, gibt es bei Sony bisher lediglich den optischen Sucher SV-1 (150 Euro), der nur zum 16-mm-Pancake passt. Umso wichtiger, dass Sony beim Monitor keine Abstriche macht. Er lässt sich bei beiden NEX-Modellen über ein Scharnier an seiner Oberkante aus dem Gehäuse klappen und nach oben und unten schwenken. Das 3-Zoll-TFT löst mit 307200 Pixeln hoch auf und zeigt eine ordentliche, stimmige Vorschau. Der Kontrastautofokus arbeitet mit 25 Feldern. Manuell kann der Fotograf 187 Punkte im Bild zur gezielten Fokussierung anwählen. Im hellen Tageslicht (3000 Lux) betrug die Auslöseverzögerung inklusive Autofokus 0,4 (NEX-3) bzw. 0,52 s (NEX-5). Bei schwachem Umgebungslicht (30 Lux) brauchten die Sonys jedoch deutlich länger: 0,8 (NEX-3) bzw. 0,93 s (NEX-5), allenfalls Durchschnitt.

Sony  NEX-3

© Sony

Sony

Spitzenreiter sind sie dagegen, wenn es um schnelle Bildserien geht. Beide Sonys können bis zu 6,8 B/s verarbeiten (maximal 17 Bilder pro Serie). Das Tempo kommt ihnen auch im HDR-Modus zugute, in dem NEX-3 und NEX-5 in schneller Abfolge 3 Einzelaufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungswerten erstellen, um sie zu einem Bild mit höherer Dynamik zu kombinieren. Die NEX-5 ist zudem eine der wenigen Systemkameras, die Full-HD-Videos mit 1920 x 1080 Pixeln und 24 B/s aufnehmen und dabei die Schärfe kontinuierlich und bei ausreichendem Licht ohne störendes Pumpen nachführen können.

Vom Mikromotor des Autofokus-Antriebs ist selbst über das kamerainterne Mikrofon kaum etwas zu hören. Wer höhere Ansprüche an die Tonqualität stellt, kann ein Stereomikrofon (ECM-SST1, ca. 150 Euro) über den Zubehöranschluss anbringen. Belichtet wird automatisch, aber auch während des Drehs kann der Fotograf per Belichtungskorrektur die Helligkeit beeinflussen. Die NEX-5 speichert Filme als MTS-Datei (AVCHD). Die NEX-3, die wegen der geringeren Videoauflösung von maximal 1280x720 Pixeln ein wenig im Schatten der NEX-5 steht, legt die Clips als AVI (MPEG-4) ab. Beide haben einen separaten Videoauslöser unmittelbar über der Auflagefläche für den rechten Daumen.

HandhabungDas zentrale Bedienelement ist ein Drehrad, das auch als Vier-Richtungs-Wippe für den Schnellzugriff auf Blitz, Bildfolgemodus (Serien, Fernbedienung ect.) und Belichtungskorrektur eingesetzt werden kann. Alle weiteren Einstellungen erfolgen im Menü oder bleiben der Automatik überlassen.

Dieses minimalistische Bedienkonzept sollte den Einsteigern und Umsteigern aus der Riege der Kompaktkamerafotografen einen leichten Umstieg ermöglichen. Will ein Fotograf jedoch mal eben eine Aufnahmefunktion wie die Empfindlichkeit manuell steuern, fehlt der Direktzugriff. Stattdessen muss er sich durch das Menü hangeln. Nachdem dieses Konzept von vielen deutlich kritisiert wurde, hat Sony schnell reagiert und über ein Firmware-Update Abhilfe geschaffen. Nun ermöglicht das Drehrad einen Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen.

BildqualitätSchon die Spiegelreflexkamera Alpha 450 holt aus dem gleichen 14-Megapixel-CMOS eine beachtliche Bildqualität heraus. Trotzdem können die kompakteren NEX-3 und NEX-5 im Vergleich zu der SLR noch zulegen. Insbesondere bei höheren Empfindlichkeiten ab ISO 800 punkten sie auch in diesem Testfeld und holen Platz 2 hinter der Panasonic GH2.

Sogar bei ISO 1600 drücken sie das Bildrauschen auf ein bemerkenswert moderates Niveau von 1,2 (NEX-3) bzw. 1,1 VN (NEX-5), halten die Grenzauflösung auf deutlich über 1200 LP/BH und stellen einen guten Objektkontrast von 9,0 (NEX-3) bzw. 8,7 Blenden (NEX-5) dar. Beim Texturverlust zeigen die Sonys mit Werten zwischen 0,4 und 0,5 (ISO 200 bis 800) bzw. 0,9 (ISO 1600) gute bis durchschnittliche Leistungen. 

Hier finden Sie die ColorFoto-Tests der NEX-Kameras:

Sony NEX-3

Sony NEX-5

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