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Sony KD-65XF9005 im Test: Android-TV mit hohen Kontrasten

Sony stellt den KD-65XF9005, der durch Lokaldimmen und X1-Extreme-Chip beste Bildqualität liefern soll. Im Test muss sich der Fernseher beweisen.

Sony KD-65XF9005

© Josef Bleier

Android 7: Look und Handling der Hauptmenüs sind durch Google bestimmt. Sony KD-65XF9005 liefert jedoch viele zusätzliche Schmankerl und Einstellungen.

EUR 1.699,00

Pro

  • hoher Kontrast
  • gut abgestimmte Farben
  • Android 7 TV
  • Doppeltuner

Contra

  • Blickwinkel
  • komplexe TV-Bedienung
  • wie üblich kein 3D mehr

Fazit

Testurteil: sehr gut; Preis/Leistung: sehr gut
86,0%

Auf den ersten Blick scheint es, als wolle Sony seine 9000er-Serien etwas konsolidieren. Was die technischen Daten, die Ausstattung und sogar die Messwerte betrifft, erscheint der brandneue KD-65XF9005 recht verwandt zu sein mit dem Vorjahresmodell XE9305 und dessen kleinem Bruder XE9005. 

Der Erste war Sonys teuerste Neuentwicklung 2017 mit der legendären Edge-LED-Revolution "Slim Backlight Drive+" und dem Superchip "X1 Extreme". Die 9000er-Serie hatte letztes Jahr einen kleineren Prozessor und weniger lokales Dimmen, kostete aber auch über 25 Prozent weniger. Jetzt gibt es einen FX90 mit der besten Bildverarbeitung und laut Datenblatt direktem lokalen Dimmen für vermutlich den Preis des alten Kleinen. 

Das bedeutet, zum besseren Preis steht jetzt der besonders hohen Dynamik von DolbyVision nichts mehr im Wege – ja durch mehr zweidimensionale Dimmzonen sollte der Kontrasteindruck nochmals deutlich gewinnen. Wie gut das gelingt, soll unser Test zeigen. 

Sony KD-65XF9005 erster Eindruck

Nach dem Auspacken durften wir aber erst einmal schauen, ob sich bei der Ausstattung oder Bedienung etwas verändert hat zu den bekannten Modellen. Das Gehäuse erinnert durchaus an Verarbeitungsqualität, Design und Abmessungen der 9000er. Der jetzt nicht mehr zentrale Ständer wirkt jedoch deutlich dezenter und eleganter. Die Füße bestechen durch ihr Faltungsdesign und die leichte Champagnernote. 

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Der 9300er war flacher und seine Rückwand inklusive Anschlussfelder geschlossen, um Kabel verstecken zu können. Hier gibt es wieder offene Kabelführungen, die Leitungen lassen sich aber wieder dezent durch die Standfüße nach hinten herausführen. Was Elektronik und Anschlüsse betrifft wurde der XF90 aufgewertet. Der Top-Chip war früher dem teuren Modell vorbehalten, doch nun gibt es Sonys intelligentesten Bildverbesserer schon günstiger. 

Sony KD-65XF9005

© Josef Bleier

Von vorn zeigt der Sony KD-65XF9005 eine saubere Verarbeitung mit hochwertigen Materialien. Er besteht fast nur aus schmalem Rahmen und elegantem Fuß.

Sony KD-65XF9005 Anschlüsse

Was die klassischen Anschlüsse betrifft war immer schon alles gleichförmig im grünen Bereich. Viermal HDMI 2.0 lässt sich auf maximale Pixelfrequenzen einstellen, Die Version 2.1 für 10K und 120Hz wird erst viel, viel später eingeführt werden, vielleicht erst 2019. USB ist dreimal an Bord, einmal als Version 3.0 für eine Festplatte zu Aufnahmezwecken. 

Optischer Digital-In-Ausgang und Kopfhöreranschluss sind Pflicht. Interessanter ist da, was alles über neue Signalwege möglich ist. Im WLANBereich wurde auf "ac" aufgerüstet, was eine schnellere Anbindung verspricht. Bluetooth ist auch im Audiobereich verfügbar. Eine Verbindung zum Smartphone-Bildschirm, Spiegeln à la Miracast wurde schnell und völlig problemlos aufgebaut. 

Dass der TV DLNA-Server nutzt, als Renderer fungiert, ist unterster Standard, jedoch klappte auch die Weiterleitung von Internetstreams als Chromecast. Youtube-Filme werden so mit einem einzigen Klick auf den Schirm übertragen. Das alles ist wohl der sauberen Implementierung des Betriebssystems Android 7 von Google zu verdanken. 

Sie erleichtert das Zusammenspiel mit allen Diensten des Megakonzerns. Eigentlich sollte nun sogar die Einbindung in Google Home, also die Sprachsteuerung über den Google Assistant stattfinden. Das hat in unseren Tests nicht geklappt, und wir warten auf ein Update. 

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Schier endlos erscheinen die Möglichkeiten, wenn man den Playstore durchsucht. Tausende Apps erscheinen greifbar, die wir natürlich nicht alle ausprobieren können. Mit anspruchsvollen Anwendungen wie Kodi oder Plex ergeben sich wieder völlig neue Möglichkeiten des Mediengenusses. Der Vierkern A53-Prozessor mit 2GB Ram und 16GB Rom reagiert nicht unbedingt zackig, hat aber bestimmt noch ein paar Reserven. 

Sony KD-65XF9005 Anschlüsse

© Josef Bleier

Der Sony KD-65XF9005 kann unter anderem mit vier HDMI 2.0 und drei USB-Anschlüssen punkten.

Sony erweitert das Basisangebot von Google um einige wichtige Apps wie dessen Konkurrenz Amazon Video und natürlich das Sony Entertainment Network. Schade übrigens, dass die Sprachsuche nach Filminhalten sich scheinbar auf Google und Youtube beschränkt. Netflix und Amazon wären sicher intertessant gewesen, zumal sich diese Dienste bei HDR-Inhalten hervortun. 

Dolby Vision konnten wir dann auch wieder nicht ausprobieren, einfach weil das für 2017 angekündigte Update der Vorjahresmodelle noch nicht bzw. erst in den USA verfügbar ist. Dieses stieß ja auf herbe Kritik, weil Videoon- Demand-Services dort nun offenbar in Dolby Vision funktionieren, die HDMI-Eingänge jedoch noch nicht. Für den XF90 wird ein Update versprochen, ob das alle Wünsche erfüllen wird, wollen wir jedoch nicht prophezeien. 

Bild und Klang des Sony KD-65XF9005

Spannend und überraschend wurde es dann in Labor und Screeningraum. Hier sollte die Kombination aus besserem Chip und direktem lokalen Dimmen doch neue Horizonte eröffnen. Zuerst sieht die Struktur des LCD-Panels jedoch identisch zum Vorjahr aus. Der exzellente ISO-Kontrast von weit über 1000:1 muss auch nicht mehr großartig verbessert werden. 

Im Labor zeigten sich Farbabstimmung und Grauwertkomposition auch wieder von der allerbesten Seite. Der XF90 ist etwas dunkler als der XE93, jedoch deutlich brillanter als der XE90. Wichtiger ist jedoch die offensichtlich optimierte LED-Hintergrundbeleuchtung, die zehn Prozent reinere Grundfarben ermöglicht. Damit wird noch nicht der Farbraum von QLED erzielt, jedoch etwas aufgeholt. 

Sony KD-65XF9005

© Josef Bleier

Der XF90 ist nicht ultraflach, wirkt durch seine gewölbten Seiten jedoch von vorn und schräg noch deutlich schlanker als hier von der Seite.

Die Blickwinkelproblematik bleibt leider bestehen, ein optimales Bild gibt es nur von vorn oder innerhalb von +/- 10 Grad seitlich. Entscheidend für Kontrast und hohe Dynamik, also fette Schwarzwerte, ist das lokale Dimmen, bei dem Sony in den letzten Jahren tolle Tricks auf Lager hatte. 

Legendär ist die ZD9-Serie mit ihren über 1000 Dimmzonen oder das Slim Backlight Drive als erstes Edge-LED mit 2D-Dimming. Das hier laut Datenblatt vorhandene lokale Dimmen mit Direct-LED beschränkte sich im Test auf erst enttäuschende sechs horizontale und zwei vertikale Dimmzonen, die extrem weich ineinander verlaufen. 

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Die Programmierung ist jedoch so gut, dass man negative Effekte kaum ausmachen kann, harte Schatten und Lichter im Backlight gibt es nicht. Das nativ sehr kontrastreiche Panel muss auch nur leicht optimiert werden, um einen tollen In-Bild-Kontrast von 12000:1 zu erzielen. Zu unserer großen Überraschung scheinen viele Backlight-LEDs jedoch zur Verbesserung der Bewegungswiedergabe eingesetzt zu werden. 

Sony KD-65XF9005 Fernbedienung

© Josef Bleier

Die leichte Fernbedienung ist englisch bedruckt, doch man wird diese Begriffe kennen. Ein Mikrofon hilft bei der Suche nach Inhalten.

Sony KD-65XF9005 nutzt Scanning-Backlight

Scanning-Backlight, also phasenweises Ausschalten von LED-Zeilen, wird genutzt, um die Bewegtbildschärfe drastisch zu erhöhen. Wenn kein Licht am Auge ankommt, denkt sich unser Gehirn dort perfekte artefaktfreie Zwischenbilder aus. Sind die Phasen allerdings zu lang, scheint das Bild zu flimmern. Unsere Highspeedkamera zeigte in ihren 1200 Bildern pro Sekunde tatsächlich in jedem Foto einen anderen Zustand der durchlaufenden Lichtbalken. 

Das ist es wohl, was Sony als "X-Motion Clarity™" bezeichnet. Und in Kombination mit der ausgereiften Bewegungsglättung durch Zwischenbildberechnung erscheinen laufende Objekte tatsächlich ähnlich scharf wie damals auf 200-Hz-Panels – tatsächlich schärfer, als es bis dato mit OLED-TVs möglich ist, die zwar eine ultraschnelle Ansteuerzeit, jedoch keine Schwarzphasen besitzen. Sony zeigt also einen besonders intelligenten Einsatz der LED-Steuerung zwischen Kontrasterhöhung und Bewegungsschärfe.

Die Intelligenz des Prozessors "X1 Extreme" zur lokalen Kontrastoptimierung und Nachschärfung haben wir schon bei den Vorgängern gelobt. Hier wird selbst HDR noch optimiert und Details betont, die sonst kaum wahrnehmbar wären. Allerdings erscheint das Tunerbild im Default-Werksmodus "Standard" kalt und grobschlächtig, mit aufdringlichen Artefakten. 

Man sollte etwas mit den vielen Einstellungen herumspielen, dann wird es äußerst harmonisch. Die Cinema-Setups sind dabei eine exzellente Basis. Klanglich haben wir von den Downfiring-Lautsprecher nicht allzuviel erwartet und wurden nicht enttäuscht. Immerhin wirkt das Klangbild in Mittellagen und Stimmen harmonisch, Bässe und Höhen fehlen aber. 

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Und von Dynamik kann man hier wirklich nicht reden. Obwohl Sony hier schon sehr viel verbessert hat, sollte klar sein, dass neue Medien beim Android-TV-Genuss im Mittelpunkt stehen. Konventionelle Fernsehattribute wie Sendersortierung (die Suche klappt einwandfrei) und -Auswahl sind etwas in den Hintergrund geraten. 

Fazit Die 9er Serien sind bei jedem Hersteller top; hier setzt Sony neueste Technik konsequent um. Es wird am richtigen Ende gespart, sodass besonders viel Smart-TV und scharfe HDRBrillanz zum attraktiven Preis herauskommt.

Technik Extrem: HDR

Quelle: video
Der Testchef und stellvertretende Chefredakteur der video, Roland Seibt, erklärt, was es mit HDR und Dolby Vision auf sich hat.

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