Ultra-HD-Fernseher

Sony KD-65X9005A im Test

20.12.2013 von Roland Seibt

Obwohl er schon ein paar Monate auf dem Markt ist, hat Sonys Ultra-HD-TV KD-65X9005A noch ein paar Überraschungen parat. Und bei der 4K-Bildqualität gibt es gar eine Alleinstellung, wie der Test zeigt.

ca. 3:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sony KD-65X9005A
Sony KD-65X9005A
© Sony

Pro

  • sehr elegantes Gerät
  • zukunftweisendes Spitzenbild
  • haufenweise Bildverbesserer

Contra

  • Blickwinkel nicht optimal

Schon vor einigen Monaten haben wir den Ultra-HD-TV Sony KD-65X9005A einem intensiven Test unterzogen. Damals war das Gerät der erste richtige 4K-Fernseher für nur 7.000 Euro und hatte noch ein paar kleine Bugs. Aber er nahm als erster die Norm für Ultra HD (ITU-R.2020) ernst und wollte nicht nur mehr Schärfe, sondern auch deutlich sattere Farben als mit HDTV oder SDTV erlaubt liefern.

Auf der IFA kam dann die Meldung, dass sich die HDMI-Eingänge gar per Firmware aufrüsten lassen, um die 50 und 60 Vollbilder zu ermöglichen, die von Ultra-HD-Ausstrahlungen in ein paar Jahren erwartet werden. Das hieße, Sony würde wieder ein Coup ähnlich wie bei der PlayStation 3 gelingen, die über Jahre eine Bandbreiten-Erhöhung der HDMI-Schnittstelle mitmachte und sogar 3D erlernte.

Zeitlich passend zu unseren neuen Labortests gab es ein Firmware-Update, das die Performance verbessert und tatsächlich einige Bugs des ersten Tests behoben hat. Das große Update auf 4K@60Hz soll aber erst Ende 2013 erfolgen.

Bildergalerie

Sony KD-65X9005A

Galerie

Ultra-HD-TV Sony KD-65X9005A

Die vier mitgelieferten Polfilterbrillen sehen genauso sportlich elegant aus wie der TV-Beau.

Sony KD-65X9005A: Farbraum

Erstaunlich ist, dass der Sony der einzige Fernseher im Testfeld bleibt, der den massiv erweiterten Farbraum der kommenden Norm für Ultra-HD-Fernsehen respektiert. video berichtete bereits mehrmals, dass die sattesten Farben der normalen HD-Welt sich immer noch an den Farbfähigkeiten der Bildröhre orientieren, der 4K-Standard jedoch fast grenzenlos bunte Bilder erlaubt.

Während die aktuell erlaubten Grundfarben Rot, Grün und Blau vergleichsweise recht fahl aussehen, basiert der neue Farbraum auf reinsten Einzelfrequenzen. Das Farbdreieck, das sie erzeugen, deckt einen deutlich größeren Bereich der sichtbaren Farben ab. Und so soll Ultra HD aufgezeichnet und wiedergegeben werden. Das kann einen größeren Gewinn an Bildqualität ausmachen, als nur die Bildschärfe, die jetzt alle als zentrales Argument für 4K heranziehen. Und Sony ist als einziger Kandidat in diesem Testfeld darauf vorbereitet.

Der elegant düstere Sony steht sicher und starr auf einem schön verchromten Fuß.
Der elegant düstere Sony steht sicher und starr auf einem schön verchromten Fuß.
© Sony

Sony KD-65X9005A: Triluminos LEDs

Dies gelingt den Japanern durch den Einsatz von Triluminos-LEDs für die Hintergrundbeleuchtung. Bisher werden hier weiße LEDs genutzt, die eigentlich blau strahlen, doch auch eine gelbe Phosphorschicht zum Leuchten anregen. Sonys neue LEDs leuchten ebenfalls schmalbandig blau, ihnen sind jedoch Nano-Quantenpunkte angelagert, die saubere Rot- und Grüntöne erzeugen. Und wenn das Ausgangsspektrum schon aus so reinen Grundfarben besteht, müssen die Filter auf den einzelnen LCD-Pixeln nicht mehr so präzise sein.

Ultra HD - Die neue Generation des Fernsehens

Auf die hat der TV-Hersteller ja auch keinen Einfluss, nur der Panel-Lieferant. Auf jeden Fall beweisen die exakten Labormessungen unseres 25.000 Euro teuren Spektrometers Konica-Minolta CS-2000, dass der maximale Farbraum des Sony genau in Richtung der 4KSpezifikationen zielt. Dass Sony das mit einem Firmware-Update letztendlich korrekt umsetzen kann und wird, wollen wir hoffen. Damit wäre der Sony zukunftssicherer als die hier getesteten 4K-TVs, die zwar höhere Bildfrequenzen entgegennehmen können, jedoch die Farbigkeit ihres Panels nicht maximieren werden.

Wie bereits im ersten Test erwähnt, ist Sony ein weiterer entscheidender Punkt exzellent gelungen: das Hochskalieren auf Ultra HD. Der Bildprozessor 4K X-Reality Pro analysiert Bildpartien und weist ihnen verschiedene Varianten der Bildverbesserung zu. Es wird intelligent entrauscht, entblockt, verschärft, nachbrilliert, glattgebügelt und mit Zwischenbildern werden Bewegungen geglättet. Das geht jedoch mit mehr Artefakten einher als bei LG und Philips.

Messlabor: Farbraum besitzt dank Triluminos-LEDs viel Potential für Ultra HD. Schärfe und Kontrasteindruck sind toll.
Messlabor: Farbraum besitzt dank Triluminos-LEDs viel Potential für Ultra HD. Schärfe und Kontrasteindruck sind toll.
© Archiv

Sony KD-65X9005A: Medienwiedergabe

Bei der Medienwiedergabe hinkt der Sony allerdings den brandneuen Modellen von LG und Panasonic hinterher. Ihr integrierter Media-Player kann nicht nur höchst auflösende Fotos wiedergeben, sondern sogar schon 4K-Filme abspielen, LG sogar bereits im zukunftsweisenden Codec HEVC. Demgegenüber weisen Fotos beim Sony durch die dunkle Kontrastscheibe eine außerordentliche Brillanz auf. Wer dazu noch semiprofessionell unterwegs ist und im großen Adobe-Farbraum knipst, kommt fast nicht um diesen TV herum. So brillante, farbechte Diashows hat man von einem digitalen Medium noch nicht gesehen.

Download: 4K-Testbilder

Zudem ist der KD-65X9005A ein sehr smarter Fernseher, der nahezu alles bietet, was man sich wünschen kann. Der in Sonys Konzept fehlende Doppel-Tuner ist noch die bitterste Pille, die der Käufer schlucken muss, auf Gestensteuerung und Spracheingabe kann man aber verzichten. Die Kamera für Skype muss man als Zubehör dazukaufen.

Das Sony Entertainment Network bietet viele Apps und Mediatheken bis hin zur Foto-Cloud.
Das Sony Entertainment Network bietet viele Apps und Mediatheken bis hin zur Foto-Cloud.
© Sony

Sony KD-65X9005A: App und NFC

Spaß macht die SideView-App für Tablets, die einen übersichtlichen Programmführer anbietet. Das Sony Entertainment Network bietet Spezialitäten wie eigene Mediatheken und ausgiebige Infos über Filme und das TV-Programm.

Die kleine Zusatzfernbedienung kommuniziert bidirektional über Bluetooth mit dem TV und verbindet ein passendes Handy (getestet mit Sony Xperia Z) nach der NFC-Erkennung über WLAN zum Bildschirm-Spiegeln. Sony kombiniert im KD-65X9005A schärfstes Sehen mit sehr gutem Aussehen.

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