Heimkino-Komplettsystem

Sony HT-A9 & SA-SW5 im Test

1.3.2022 von Klaus Laumann

Sony mischt beim Thema 3D-Audio kräftig mit und geht dabei völlig neue Wege. Mit 360 Reality Audio hat man nicht nur ein eigenes objektbasiertes Audioformat in petto, sondern setzt auch auf neue Ansätze bei der Wiedergabe. Das neue Heimkinosystem HT-A9 zeigt im Test, wo die Reise hingehen könnte.

ca. 3:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
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Das Heimkinosystem Sony HT-A9 hat ein sehr ausgewogenes Klangbild und eine extrem gute Performance.
© Sony

Pro

  • flexibles, äußerst leistungsfähiges 3D-Soundsystem
  • hervorragende Klangperformance
  • tolle Räumlichkeit
  • Dolby Atmos, DTS:X
  • Sony 360 Reality Audio

Contra

  • wenig Anschlussmöglichkeiten

Fazit

Das video-Gesamturteil: überragend (485 von 520 Punkten)


93,0%

Als vor ein paar Jahren Dolby Atmos auf die Bühne trat, war vielen gar nicht klar, welche Zäsur dieses neue Audioformat darstellte. Auch heute herrscht oft noch die Meinung vor, dass es vor allem darum geht, Lautsprecher an die Decke zu hängen, um ein paar Höheneffekte zu erzeugen. Tatsächlich steckt hinter Dolby Atmos und dem Konkurrenzformat DTS:X deutlich mehr: Sie markieren den Übergang von der kanalbasierten zur objektbasierten Tonproduktion.

Bei den klassischen Surroundformaten (5.1, 7.1) definiert der Tonmeister die Richtung, aus der ein Soundeffekt kommen soll, indem er ihn einem bestimmten Lautsprecher zuweist. Will man die Soundkulisse genauso hören wie vom Tonmeister kreiert, muss man dessen Soundsystem also möglichst exakt replizieren. Daher gibt es für Surround-Sets relativ strenge Vorgaben für die Aufstellung der Boxen. Bei Dolby Atmos und DTS:X läuft das anders.

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Das Sony-System generiert mit diesen vier leistungsstarken Boxen eine räumlich extrem präzise Schallwiedergabe mit tollen 3D-Effekten.
© Sony

Hier kreiert der Tonmeister für den Soundeffekt ein sogenanntes Audioobjekt, dem er über Metadaten eine Position in der Klangkulisse zuweist. Die Position muss über die Dauer nicht fix sein, ein solches Objekt kann sich in der Klangkulisse auch frei bewegen. Erst das Wiedergabesystem entscheidet, wie es die vorgegebenen Objekte möglichst korrekt darstellt und den vorhandenen Kanälen zuweist. Das funktioniert natürlich umso besser, je mehr und je gleichmäßiger die Lautsprecher verteilt sind, die das System zur Verfügung hat.

Dolby schlägt daher mittlerweile Konfigurationen mit bis zu 11.1.8 symmetrisch platzierten Lautsprechern vor, Top-Prozessoren wie der Trinnov Altitude können sogar bis zu 32 Lautsprecher ansteuern. Aber schon mit einem klassischen Surround-Set, das man mit zwei Decken- oder Aufsatzlautsprechern für Höheneffekte erweitert (5.1.2), lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Sogar über Kopfhörer kann man mittels binauraler Raumsimulation solche objektbasierten Klangkulissen mit überraschend realistischer Räumlichkeit wiedergeben.

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Herz des Systems ist die kompakte Steuereinheit. Die HDMI-Anschlüsse unterstützen aktuelle Videoformate wie 8K, 4K@120 Hz und Dolby Vision.
© Sony

Sony hat das Thema 3D-Audio vor einiger Zeit für sich entdeckt und mit „360 Reality Audio“ sogar ein hauseigenes objektorientiertes Audioformat am Start. Es basiert auf MPEG-H 3D Audio, einem 3D-Audio-Codec der nächsten Generation, der von den Audioexperten am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen entwickelt wurde.

Als Unterhaltungskonzern hat Sony dabei die komplette Wiedergabekette im Blick, bietet ein Produktionswerkzeug für Tonstudios, kooperiert für die Übertragung mit führenden Audio-Streamingportalen wie Tidal, Deezer oder Amazon Music Unlimited und hat auch passende Wiedergabegeräte in petto – neben diversen eigenen Kopfhörern die zwei kabellosen 3D-Lautsprecher SRS-SA3000 und SA5000, die 7.1.2-Kanal-Soundbar HT-A7000 und das neue Heimkinosystem HT-A9.

Dass man sich hier vor allem auf die Musikproduktion konzentriert, liegt sicher auch daran, dass sich Sony der Übermacht von Dolby Atmos im Kinobereich bewusst ist. Man schielt daher eher auf Konzertübertragungen, egal ob live oder aufgezeichnet, bei denen ein 3D-Format die Atmosphäre viel besser transportiert und so ein mitreißend realistisches Hörerlebnis schaffen kann.

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Alle vier Boxen arbeiten mit einem rechteckigen Haupttreiber, einem 19-mm-Hochtöner undeinem Upfiring-Speaker.
© Sony

Der Aufbau des Heimkinosystems Sony HT-A9

Mit dem neuen Heimkinosystem HT-A9 löst sich Sony nun auch aus dem engen Korsett der Vorgaben für kanalbasierte Heimkinoanlagen und nutzt die Vorteile der objektbasierten Audiowiedergabe voll aus. Es besteht aus vier zylinderförmigen Lautsprechern, die um den Hörplatz verteilt werden. Die Boxen sind markiert und sollten vorne rechts, vorne links, hinten rechts und hinten links aufgestellt werden, die Platzierung kann jedoch relativ flexibel erfolgen.

Zwei Mikrofone in jedem Lautsprecher ermöglichen eine detaillierte akustische Vermessung des Systems und der räumlichen Gegebenheiten. Auf dieser Basis erzeugt Sonys HT-A9-System dann zwölf virtuelle, gleichmäßig rundum und über dem Hörplatz verteilte Schallquellen für eine exakte 3D-Wiedergabe der Audioobjekte.

Schräg nach oben ausgerichtete Treiber sind dabei für die Höheneffekte zuständig, um die Surroundkulisse kümmert sich in jeder Box ein frontal ausgerichtetes Zwei-Wege-System, das aus einem breit abstrahlenden Tiefmitteltöner und einer Kalotte für die präzise Wiedergabe der Hochtonanteile besteht. Sowohl die akustischen Leistungsdaten als auch die Klangqualität sind mehr als beeindruckend. Das System hat richtig viel Power und reicht bereits ohne den optional erhältlichen Subwoofer im Bass bis 50 Hz hinab. Die Einrichtung ist denkbar simpel.

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Die Boxen spielen solo bereits bis 50 Hz hinunter, mit dem optionalen Subwoofer gehen noch einmal 10 Hz mehr.
© Sony

Das kleine Steuergerät wird per HDMI an den Fernseher angeschlossen und verbindet sich automatisch drahtlos mit den Lautsprechern. Installation und Steuerung erfolgen wie bei einem Blu-ray-Player per Fernbedienung und On-Screen-Display. Am besten lässt man gleich noch die Einmessautomatik durchlaufen, dann steht einem umwerfenden Hörerlebnis nichts mehr im Weg.

Egal ob Musik in Sonys 360 Reality Audio Format oder Filme mit Dolby Atmos Tonspur – das Heimkinosystem liefert ein sensationelles Klangbild mit viel Substanz, großem Detailreichtum und präzise gesetzten Effekten. Der hauseigene Upmixer namens Immersive Audio Enhancement poliert auf Wunsch auch Stereospuren auf, und diverse Klangprogramme bieten noch viel Spielraum für Feinjustierungen. Klanglich gehört das Heimkinosystem mit zum Besten, was man sich im Wohnzimmer aufstellen kann und ist daher eine tolle Alternative zu Soundbars.

Fazit

Mit seinem neuen Heimkinosystem HT-A9 verlässt Sony ausgetretene Pfade und denkt das Thema 3D-Audio völlig neu. Hier verzettelte man sich nicht mit irgendwelchen DSP-Spielereien, sondern spendierte dem System eine potente akustische Basis als auch eine ausgeklügelte Einmessautomatik, die eine wesentlich flexiblere Aufstellung der Boxen ermöglicht. Das Konzept der objektbasierten Audiowiedergabe wurde hier nicht nur konsequenter adaptiert, als man es bisher gesehen hat, sondern auch noch mit Bravour umgesetzt. Eine echte Innovation!

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