Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemkamera

Sony A9 im Test: Bedienung, Bildqualität und Fazit

Inhalt
  1. Sony A9 im Test: Spiegelloser Profisportler
  2. Sony A9 im Test: Bedienung, Bildqualität und Fazit

Die A9 bietet einen mechanischen und einen elektronischen Verschluss. Der mechanische erlaubt Zeiten zwischen 1/8000 und 30 s, der elektronische dehnt die Kurzzeiten bis 1/32 000 s aus und erlaubt das geräuschlose Auslösen. Allerdings steht 1/32 000 s nur in den Belichtungsprogrammen S (Zeitvorwahl) und M (Manuell) bereit, ansonsten ist 1/16 000 s die Grenze. Bei „Verschlusstyp auto“ wählt die Kamera bis 1/8000 s den mechanischen Verschluss, bei​ kürzeren Zeiten den elektronischen. Ist der mechanische Verschluss aktiv, lässt sich das Auslösegeräusch reduzieren, wenn der erste Verschlussvorhang elektronisch gebildet wird (Einstellung im Aufnahmemenü).​

Serienaufnahmen mit 20 JPEGs pro Sekunde schafft die A9 ausschließlich mit dem elektronischen Verschluss. Eine Dunkelpause zwischen den Bildern gibt es nicht; Belichtung und Autofokus berechnet die Kamera laut Hersteller dabei bis zu 60-mal pro Sekunde. Ein mächtiger Pufferspeicher als Bestandteil des Mehrschichtsensors macht etwa 240 Auslösungen im RAW-Modus und 360 JPEGs möglich, bevor der Bilderfluss das erste Mal ins Stocken gerät. Im Test mit einer SD-Karte der UHS-I-Klasse (SanDisk Extreme Pro, 95 MB/s) dauerte das Speichern von 240 RAW-Belichtungen etwas länger als eine Minute, wobei die Kamera nach kurzer Atempause weitere Serienbelichtungen ermöglichte – eine reife Leistung!​ 

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Bedienung & Performance 

Bedienen lässt sich die A9 nach dem Muster der A7-Schwestermodelle. Wie gehabt, findet man rechts oben am Gehäuse die rastende Wählscheibe für Belichtungsprogramme, jetzt mit Positionen für drei Individualspeicher (zwei bei der A7R II). Neu dagegen: das Funktionswahlrad links oben am Gehäuse. Damit stellt man zum einen Betriebsarten wie Einzel- und Serienbild, Selbstauslöser und Bracketing ein, zum anderen verschiedene AF-/MF-Modi.

Ebenfalls neu ist ein „Joystick“ als Richtungsschalter, der nicht nur beim Verschieben von AF-Punkten gute Dienste leistet. Er ergänzt den Sony-typischen Multifunktionswähler mit integrierter OK-Taste und Einstellrad. Dazu gibt es ein weiteres Einstellrad für den Daumen und eines vorne am Griff für den Zeigefinger. Mit einem rastenden Einstellrad korrigiert man die Belichtung im Bereich von ± 3 Blenden (± 5 Blenden sind im Menü einstellbar). 

Über die Fn-Taste gelangt man in das praktische Funktionsmenü. Auf 12 Funktionsfeldern am unteren Bildfeldrand kann man mittels Drehrad direkt Einstellungen verändern oder in ein Untermenü wechseln. Welche Funktionsfelder an welcher Position angezeigt werden, kann der Anwender selbst konfigurieren. Über vier frei belegbare Funktionstasten (C1-4) lässt sich die Bedienung zusätzlich individualisieren. Per „Disp“-Taste erreicht man einen Anzeigemodus, der die gesamte Monitorfläche für Informationen nutzt. Rechts am Bildschirmrand finden sich dann ebenfalls Funktionsfelder, die man über die Fn-Taste erreicht.​

Das umfangreiche Hauptmenü ist durch sechs Karteireiter (Aufnahme A1/A2, Netzwerk, Wiedergabe, Einstellung, Mein Menü) gegliedert und umfasst nicht weniger als 37 Menüseiten mit maximal sechs Einträgen pro Seite – da findet man auch nach Monaten noch Einstellungen, die man zunächst übergangen hat. Neu dabei ist „Mein Menü“, wo man sich Einträge nach persönlichem Gusto zusammenstellen kann.​​

© Weka Media Publishing GmbH

AF-Punkte lassen sich in drei Größen im Bildfeld platzieren (auch per Touch-AF) und mit der Spotbelichtungmessung verknüpfen (links). Der elektronische Verschluss erlaubt geräuschloses Auslösen und Serien mit maximal 20 B/s (rechts).

Bildqualität 

Der rückseitig belichtete, in mehreren Schichten aufgebaute Bildsensor (Exmor RS CMOS) ermöglicht der A9 laut Sony ein rund 20-mal schnelleres Auslesen der Bilddaten bei der A7 II mit von vorne belichtetem CMOS. In den Bildsensor integriert ist als eigene „Schicht“ ein Pufferspeicher für Bildserien. Gleichzeitig soll ein verbesserter Bionz-X-Prozessor für exzellente Bildqualität sorgen. Und was sagt das Labor? 

Bei der Grenzauflösung wird ein Maximalwert von 1924 LP/BH (ISO 100) erreicht; das ist etwas mehr als bei der A7 II (1869 LP/BH), ebenfalls mit einem 24-Megapixel-Sensor. Bis ISO 1600 bleibt die Auflösung um 1800 LP/BH und erreicht immer noch 1703 LP/BH bei ISO 12 800. Auch die Dead-Leaves-Werte liegen auf hohem Niveau (maximal 1367/1328 LP/BH) und fallen erst ab ISO 3200 unter die 1000er-Grenze (945/924 LP/BH). 

Die Dynamik ist mit rund 10 Blenden bis ISO 1600 gut, aber nicht spektakulär, da man von der Konkurrenz in diesem ISO-Bereich auch 11 bis 12 Blenden kennt. Bis ISO 3200 ist das Bildrauschen vernachlässigbar (VN 0,7 bis 1,3), und auch bei ISO 6400 bleibt es unterhalb der VN-2,0-Grenze. Im Vergleich zur A7R II (42 MP) gerät die A9 (24 MP) bei ISO 100/400 aufgrund der geringeren Auflösung ein paar Punkte ins Hintertreffen. 

Ab ISO 800 zieht sie dann aber gleich, und ab ISO 1600 verbucht sie Vorteile – was die High-ISO-Qualitäten der A9 hinreichend belegt. Mit kleineren Sensoren als 36 x 24 mm lässt sich so etwas bis heute nicht hinbekommen: Auch die besten 24-Megapixel-Kameras der APS-C-Klasse – egal, ob Sony A6500, Nikon D500 oder Fujifilm X-T2 – können mit der A9 bei höheren ISO-Einstellungen nicht mithalten.​

© Sony

Über dem Sony-typischen Multifunktionsschalter mit OK-Taste und geriffeltem Einstellrad sitzt ein zweiter Richtungsschalter („Joystick“), der sich nicht nur beim Positionieren von AF-Feldern bewährt.

Fazit

Die A9 ist die professionellste spiegellose Systemkamera auf dem Markt. Die Qualität ihrer Bilder ist auf höchstem Niveau, das Gleiche gilt für Funktionalität, Autofokus und Konnektivität – mit WLAN, Bluetooth und Netzwerkkabelanschluss. Angesichts einer Serienbildleistung von 20 Bildern pro Sekunde dürften auch anspruchsvolle Sportfotografen ins Grübeln kommen und sich die Frage stellen, ob die klassische Spiegelreflexkamera noch immer das Maß der Dinge ist. 

Auf die Schnelle werden SLR-Boliden wie Nikon D5 oder Canon EOS-1DX Mk II aber nicht zur Minderheit, denn von einem bewährten Kamerasystem inklusive kostspieliger Objektive trennt sich ein Profifotograf nur nach reiflicher Überlegung. Mit einem Einstiegspreis von 5300 Euro ist die A9 absolut gesehen teuer, aber für ein Profimodell in dieser Klasse vergleichweise günstig. Wer maximales AF- und Serienbildtempo nicht braucht, kann mit der A7R II gut 2000 Euro sparen und erhält einen 42-Megapixel-Sensor.​

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