Shooter

Sniper Elite 4 im Test: Hier wird scharf geschossen

15.2.2017 von The-Khoa Nguyen

Mit Sniper Elite 4 kommt ein starkes Stück auf Shooter-Fans zu. Die Entwickler haben aus den vorherigen Teilen gelernt und machen vieles besser. Der Test.

ca. 2:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sniper Elite 4 imTest
Sniper Elite 4 verschlägt Sie an verschiedene ansehnliche Orte.
© Rebellion
EUR 15,99
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Pro

  • Riesige, abwechslungsreiche Level
  • Viele Nebenaufgaben
  • Gute Gegner-KI
  • Keine schwerwiegenden Fehler

Contra

  • Spröde Inszenierung
  • Nicht alle Neuerungen zünden

Fazit

Sniper Elite 4 macht fast alles richtig und vor allem eines: richtig viel Spaß!


Gut

Sniper Elite 4 zeigt im Test, dass die Entwickler aus den vorherigen Teilen gelernt haben. Zwar ist nicht alles super, dafür aber Vieles richtig gut geworden. Aber fangen wir vorne an.

Sniper Elite 4 im Test: Die Story

Fangen wir mit etwas an, das Sniper Elite 4 irgendwie nicht hin bekommt: die Story. Sie setzt 1943 ein. Wir spielen den Scharfschützen, Einzelgänger und Alleskönner Karl Fairburne, der in Italien die Machenschaften der Nazis aufdecken soll. Denn der (fiktive) Nazi-Gernegroß Karl Böhm lässt eine Geheimwaffe entwickeln, die den Deutschen im Kampf gegen die Alliierten helfen soll. Wir sollen natürlich verhindern, dass es soweit kommt. Die Geschichte wird lose durch Grafiken erzählt. Zwischensequenzen? Fehlanzeige. Vor jeder Mission reden wir mit Verbündeten, die uns mit Aufträgen versorgen. Das war es. Charaktere bleiben blass, die Dialoge wirken flach. In Sachen Inszenierung patzt Sniper Elite 4 – leider.

Sniper Elite 4 im Test: Das Gameplay

Denn vor allem beim Gameplay fahren die Entwickler wirklich tolle Geschütze auf. Wir bewegen uns auf zehn riesigen Karten, die es zu erkunden gilt. Sie alle bieten unterschiedliche Terrains (Dorf, Werft, Kloster und viele mehr) und damit bieten sich ebenso unterschiedliche Vorgehensweisen an. Zuerst gilt aber immer: Gegend mit Fernglas absuchen, Gegner, Fahrzeuge, explosive Benzinfässer und sonstige Besonderheiten markieren. Dann erst geht es rund. Und dabei ist taktisches Vorgehen äußerst wichtig. Aus gewisser Entfernung wird ein Schuss erst einmal nicht gehört. Wird aber die Pixelleiche gefunden und wir ballern munter weiter, kommen uns die Gegner auf die Schliche. Dafür können wir Umgebungsgeräusche nutzen. Wenn zum Beispiel Flieger über uns hinweg dröhnen, übertönen diese unseren Schuss. Das wäre dann der richtige Zeitpunkt, den ein oder anderen Nazi aus dem Weg zu räumen.

Sniper Elite 4 imTest
Wir räumen Nazis aus dem Weg. Anders als im Bild gehen wir dabei aber meist subtiler vor.
© Rebellion

Schön, dass die Entwickler auch Feintuning betrieben haben. Wir können jetzt Wände empor klettern, Sprengfallen erstellen oder Ultraschallmunition für leises Ballern nutzen. Außerdem sind immer wieder Lastkräne in den Levels verteilt. Die Last können wir mit einem gezielten Schuss zum Absturz bringen. Und wenn gerade ein paar Nazis drunter stehen, umso besser ...

Hinsichtlich der Langzeitmotivation dürfte Sniper Elite 4 keine Probleme bekommen. Denn die einzelnen Levels sind prall gefüllt mit Missionen. Jede der zehn Hauptmissionen besitzen mindestens drei Nebenziele. Hinzu kommen diverse Herausforderungen und Sammelgegenstände.

Sniper Elite 4 im Test: Weitere Verbesserungen

Vor allem der künstlichen Intelligenz haben die Entwickler gearbeitet. Gut so, denn die Vorgänger waren hier teilweise ein Totalausfall. Jetzt stellen die Schergen selbstständig fest, dass vielleicht ein Kollege fehlt, suchen gezielt – selbst in Verstecken – nach uns, umzingeln uns, rufen Verstärkung herbei oder fordern sogar Luftschläge an. Hin und wieder gibt es zwar ein paar Aussetzer, die haben uns aber im Spielfluss kaum bis gar nicht gestört. Gut gemacht!

Sniper Elite 4 imTest
Sniper Elite 4: Wir haben riesige Areale zur Verfügung, auf denen wir uns austoben dürfen.
© Rebellion

Außerdem kommen Erfahrungspunkte hinzu, die wir für diverse Fähigkeiten einsetzen können. Beispielsweise eine verbesserte Regeneration der Herzfrequenz. Damit lässt sich schneller wieder ganz präzise zielen. Hier ist es schade, dass es nur zwölf Verbesserungen gibt. Und die meisten davon wirken sich kaum spürbar auf das Gameplay aus.

Grafisch macht Sniper Elite 4 eine gute Figur. Zwar ist es kein waschechtes Optik-Highlight, dafür funktioniert die Engine hervorragend für den Einsatz eines Scharfschützen: Die Weitsicht ist atemberaubend, Pop-Ups konnten wir auf der PS4 kaum bis gar nicht ausmachen und vor allem läuft alles prima flüssig. Performance-Probleme? Keine. Framerate-Drops? Auch nicht.

Sniper Elite 4 im Test: Das Fazit

Man könnte an Sniper Elite 4 monieren, dass es für ein Scharfschützen-Spiel teilweise etwas zu actionlastig ist. Man könnte dem Spiel vorwerfen, es sehe ja gar nicht so richtig top aus. Man könnte sich darüber beschweren, dass manche Gameplay-Neuerung nicht so recht zündet. Man könnte sagen, die Inszenierung sei schwach. Oder man könnte einfach nur Spaß haben. Denn das macht Sniper Elite 4. Langzeitmotivation, Abwechslung, taktisches Vorgehen, eine gute KI – das sind die Stärken des Spiels. Und deswegen lässt sich mit Fug und Recht sagen: Sniper Elite 4 ist das derzeit abwechslungsreichste Scharfschützen-Spiel auf dem Markt.

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Quelle: PC Magazin / Bildmaterial der Hersteller
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