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Sky Ticket TV-Stick im Praxistest: Alternative zu Chromecast und Fire-TV?

Sky hat den Sky Ticket TV-Stick vorgestellt. Will es der kleine Helfer wirklich mit Chromecast und Fire-TV aufnehmen oder dient er ganz anderen Zwecken? Wir haben den Unterföhringer Neuzugang ausprobiert und verraten seine Stärken und Schwächen.

Sky Ticket TV-Stick

© sky

Ganz schön was los in Unterföhring dieses Jahr. Zunächst das neue Sky Q, dann die allererste Soundbar aus dem Hause Sky und jetzt kommt auch noch der Sky Ticket TV-Stick, dessen Fähigkeiten wir im Praxistest beleuchten. Man könnte meinen, der Pay TV-Sender hätte im Münchner Osten eine Fabrik gebaut. Dem ist nicht so, denn für die Hardwarekomponenten holt man sich meist Unterstützung dazu. Bei der Soundbar war dies der französische Hersteller Devialet. Beim Stick arbeitet man nun mit Roku zusammen. Die sind in diesem Bereich ja kein ganz ungeschriebenes Blatt. In den USA ist man Marktführer bei Streaming-Sticks. Man darf also reichlich erwarten vom Sky Ticket TV-Stick. Wir wollten es natürlich genau wissen und haben ihn in unserem Labor ausprobiert.

Preislich sieht es auf jeden Fall sehr gut aus. Denn für knapp 30 Euro bekommt man den Stick inkl. drei Monate Entertainment-Paket (sonst 9,99 € mtl.), 2 Monate Cinema-Paket (sonst 14,99 € mtl.) oder einen Monat das SuperSport-Paket (sonst 29,99 € mtl.). Der Stick ist sozusagen geschenkt. Nicht schlecht.

Schnelle Installation

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Stick in einen freien HDMI-Eingang am TV stecken, anschließend über das mitgelieferte USB-Kabel und dem ebenfalls zugehörigen Adapter bzw. einem USB-Eingang am TV mit Strom versorgen. Sobald der Stick leuchtet, weiss man, dass er einsatzbereit ist. Steckt man dann die im Lieferumfang enthaltenen Batterien in die Fernbedienung und wählt am TV den richtigen HDMI-Eingang aus, kann es auch schon losgehen. Der anschließend erscheinende Installationsvorgang wird auch Niemanden vor echte Schwierigkeiten stellen. Sprache wählen, mit dem richtigen Netzwerk verbinden und das anschließende Update über sich ergehen lassen. Der Stick ermittelt sogar die bestmögliche Auflösung des Fernsehers. Grundsätzlich lässt sich diese aber auch manuell einstellen. 

Anschließend kann man sich auch schon mit seiner Kundennummer und der dazugehörigen PIN einloggen. Hierzu braucht man natürlich schon einen vorhandenen Account. Diesen kann man unter www.skyticket.de problemlos erstellen. Akzeptiert man nun noch den Cookie-Hinweis ist man auch schon startbereit. Das Ganze dauert tatsächlich nur wenige Minuten. Hat man den Stick installiert und will ihn das zweite Mal benutzen, muss man sich allerdings durchaus auf Wartezeiten einstellen. Vom Umschalten auf den richtigen HDMI-Input bis zum Erscheinen des Home-Schirms vergingen im Test bis zu 7 Sekunden. Das danach erforderliche Starten der Sky-Ticket-App erforderte im Test sogar knapp 15 Sekunden. Das ist lang, keine Frage. Blieb zu hoffen, dass die Ladezeiten in der App selbst schneller sind. 

Sky Ticket TV-Stick Fernbedienung

© Sky

​Die Fernbedienung ist übersichtlich gehalten. Lediglich die Lautstärkeregler am rechten Rand sind etwas ungewohnt.

Schnell und übersichtlich

Sky hat die Bedienoberfläche auf allen Devices einem Relaunch unterzogen. Das fällt auf. Das Menü ist sauber geordnet und orientiert sich grundsätzlich an den gebuchten Paketen. In unserem Fall konnten wir uns in den Paketen Entertainment, Cinema und Supersport austoben. Navigiert man auf ein Paket, werden rechts die ersten Inhalte angezeigt, springt man in ein Paket, befindet man sich voll und ganz in dessen Welt. Zurück kommt man über die Zurück-Taste oder die Home-Taste der Fernbedienung. Grundsätzlich ist die Reaktionszeit gut. Zwar erscheinen ab und zu kurze Ladescreens, diese sind aber absolut zu verkraften. Auch in den einzelnen Paketen findet man sich grundsätzlich gut zu recht. Links die Menüführung, rechts die Inhalte. Nur über die Kategorien im linken Bereich kann man sich manchmal etwas wundern. Auch die Genres muten teilweise willkürlich an. Klassische Genres wie Action oder Thriller sucht man an vielen Stellen vergeblich. Nach einiger Zeit kamen wir mit den Kategorien aber gut zu recht. Wer sich nicht über die einzelnen Menüpunkte hangeln will, für den bleibt immer noch die Suche. Die macht mit der Fernbedienung zwar nicht wirklich Spaß, fand im Test aber alle gesuchten Inhalte.

Sky Ticket

© Sky

Das Sky Ticket Menü ist übersichtlich angeordnet. Links die Menüpunkte, rechts die Inhalte.

App Store ohne Netflix 

Navigiert man im Home-Bereich nicht auf die vorinstallierte Sky Ticket App, sondern auf „Alle Apps“ kann man weitere Dienste installieren und nutzen. Im Angebot sind wie schon beim Sky Q-Receiver die Mediatheken von ARD und ZDF. Auch arte ist an Bord. Sogar Youtube finden wir, auf das wir beim Sky Q-Receiver zum Testzeitpunkt noch verzichten mussten. Genauso ist auch vimeo mit an Bord. Amazon Prime oder Netflix suchen wir allerdings weiterhin vergeblich. Die Kooperation mit Netflix ist aber weiterhin in der Mache. Wir hoffen, dass es hier bald Neuigkeiten zu vermelden gibt. Im App-Bereich kommt auch die Zusammenarbeit mit Roku zum Vorschein. Denn der Roku Media Player sticht uns ins Auge. Bedeutet das etwa, dass ich mit einem Sky-Gerät auf externe Inhalte zugreifen kann? Tatsächlich erkennt der Media Player unseren DLNA-Server. Nur beim Abspielen mancher Inhalte haperte es noch an der einen oder anderen Stelle. Genaue Angaben über abspielbare Formate konnten wir bis dato nicht finden. Trotzdem handelt es sich hierbei fast um eine Revolution, denn insbesondere Sky-Receiver lassen bis heute so gut wie keine externen Quellen zu. Das freut uns, auch wenn der Roku Media Player sicherlich nicht im Fokus des Sticks steht.

Sky Apps

© WEKA MEDIA PUBLISHING

Der Sky Ticket App Store beinhaltet die Mediatheken von ARD und ZDF sowie Youtube.

Ticket nun für wirklich alle 

Die Frage wer das eigentlich braucht, darf durchaus gestellt werden. Aktuelle TVs der Marken Samsung und LG haben die Sky-Ticket-App ohnehin. Nutzer von Playstation 4, Xbox One oder Apple TV genauso. Und auch ohne diese Geräte funktioniert es, wenn ich die Sky-Ticket-App auf meinem Smartphone habe. Einfach die Chromecast-Funktion in Android-TVs nutzen oder bei anderen auch älteren Geräten einen Google Chromecast in einen freien HDMI-Slot stecken und schon kann es losgehen. 

Das deckt viele Wohnzimmer ab, sicherlich aber nicht alle. Zum Beispiel schauen Nutzer der iOS-App, die auf ihrem Apple TV der ersten Generation auf Airplay verzichten müssen, noch in die Röhre. So bewerten wir den Stick als das, was er ist: eine weitere bequeme Art sich Sky Ticket ins Haus zu holen. Und genau da will Sky vermutlich hin. Denn Ticket-Kunden sind keine Abonnenten. Die können schnell wieder weg sein. Auch die App auf dem Smartphone ist schnell deinstalliert. Wenn man aber erstmal im Wohnzimmer ist, bleibt man hier auch zunächst einmal. Und vielleicht bucht so der eine oder andere ja das ein oder andere Ticket-Paket mehr.

Fazit

Mit dem Sky-Ticket-TV-Stick holt man sich Sky Ticket ins Haus. Punkt. Einfache Installation, ordentliche Menüführung, schnelle Reaktionszeit. Als Bonus gibt es ein paar nützliche Apps obendrein. Seinen Verwendungszweck erfüllt der Stick tadellos und kann uns hierbei vollends überzeugen. Der Sky Ticket TV-Stick ist eine Anschaffung wert, vor allem wenn man bedenkt, dass er quasi geschenkt ist.

Den ausführlichen Test lesen Sie in der video Magazin Ausgabe 12/2018

Sky Ticket TV-Stick Testfazit

© WEKA MEDIA PUBLISHING

Der Sky Ticket TV-Stick erhält nach erfolgtem Praxistest von uns die Note sehr gut.

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