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Soundbar

Sky Soundbox im Test

Der Pay-TV-Anbieter stellt erstmals ein eigenes Sound-System vor. In Zusammenarbeit mit dem französischen HiFi-Hersteller Devialet entstand die kompakte Sky Soundbox, die nicht nur Sky-Inhalten zu kräftigen Klängen verhelfen soll. Ist die Hardware-Premiere geglückt? Hier unser Test.

Sky Soundbox Test

© Sky

Die Sky Soundbox kostet für Sky-Abonnenten 299 Euro, für Nicht-Abonnenten 599 Euro.

Pro

  • Raumklang
  • Sky Q Sound für Sport und Filme

Contra

  • Kein dts-Decoder
  • Platzierung vor TV evtl. schwierig

Fazit

video Magazin Testurteil: gut; Preis/Leistung: sehr gut (300 €) / gut (600 €)

Sky bietet das volle Programm: Filme, Serien, Sport- und Live-Ereignisse sowie selbstverständlich Zugriff auf zahlreiche lineare TV-Sender. Ausgewählte Inhalte sind für Besitzer des Sky Q- oder Sky+ Pro-Receivers sogar in ultrahochauf lösender Qualität abrufbar. Was Content angeht, macht dem Pay-TV-Anbieter so schnell keiner etwas vor, auch wenn man dafür den einen oder anderen Euro investieren muss. Während man sich also in den vergangenen Jahren, was die Hardware betrifft, auf Empfangsgeräte beschränkte, feiert Sky im Sommer 2018 jetzt eine überraschende Produktpremiere. (Okay, wer in den vergangenen Monaten einen Blick nach England geworfen hat, für den kam der Produktlaunch der Soundbox hier in Deutschland nicht ganz so überraschend.) Die Rede ist vom allerersten Sky-Lautsprechersystem seit Bestehen des Unternehmens - der Sky Soundbox.

Kooperation mit Devialet

Für dieses Produkt hat man sich einen prominenten Partner ins Boot geholt: Devialet. Seit knapp zwei Jahren sind die Franzosen nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch. Rein optisch ähnelt die Sky Soundbox den bisherigen Devialet-Speakern ganz und gar nicht. Die anvisierte Zielgruppe dürfte aber auch eine andere sein. Statt auf ein hippes Design oder die Farbe Gold setzt man hier auf eine schlichte, schwarze Box, die sehr gut mit dem Look des zugehörigen Sky(Q)-Receivers harmoniert.

Display gibt es keines, dafür ein sprachliches Feedback beim Umswitchen des Eingangs oder Justieren der Audio-Video-Verzögerung. Dies stellt sich im Test auch als sehr praktisch heraus. Die Lautsprecher-Grills werden durch eine rundum bespannte Stoffabdeckung geschützt und an der Oberfläche stehen vier Tasten zur manuellen Bedienung bereit.

Mit 35 Zentimeter Länge fällt der Lautsprecher zwar in die Kategorie der „Kompakt-Soundbars“, sticht aber durch seine Höhe von 9,5 Zentimeter und ein ordentliches Gewicht von vier Kilogramm heraus. Je nach Beschaffenheit der TV-Wand und des Fernsehgeräts dürfte die Suche nach dem idealen Standort gegebenenfalls länger dauern. Idealerweise hängt der Fernseher wohl an der Wand. Für eine Art Sounddeck-Installation, also mit TV on top, ist das Gerät nämlich nicht ausgelegt. Ein rutschfester Untergrund sorgt für stabilen Halt.

sky soundbox lautsprecher

© Sky

Insgesamt neun Lautsprecher arbeiten im Innern der mit den Abmessungen 37,5 x 9,5 x 21 Zentimetern kompakten Soundbox. Für die Bässe sind sechs Tieftöner verbaut, für Höhen und Mitten kommen drei Breitbandtöner zum Einsatz. Die Box dekodiert Dolby (Digital Plus), bei dts-Tönen streikt sie.

So oder so sollte die Soundbox möglichst freistehend platziert werden. Denn im Innern der Bar werkeln insgesamt neun Lautsprecher, wovon einige auch seitlich abstrahlen. Sie sind im 360 Grad-Design angeordnet. Sechs Woofer sollen für satte Bässe auch ohne externen Subwoofer sorgen, während drei Breitbandtreiber – davon einer nach vorne und zwei seitlich ausgerichtet – für klare Höhen und Mitten sowie eine gute Sprachwiedergabe plädieren. Kurz zusammengefasst: Sky-Design trifft auf Lautsprechertechnik und digitales Signal-Proces-sing aus dem Hause Devialet.

An der Rückseite befinden sich verschiedene Anschlussmöglichkeiten: HDMI In/Out sowie ein optischer Digitaleingang. Die USB-Buchse dient nur für Service-Zwecke. Drahtlos kann übrigens via Bluetooth Musik vom Handy oder Tablet zugespielt werden. Die Soundbox versteht sich dabei auf Version 4.1.

Erster Check: Sky Soundbox

Quelle: video Magazin
Wir haben die Sky Soundbox ausgepackt und angeschlossen. In unserem ersten Check geben wir einen kleinen Überblick über die Funktionen und unsere ersten Eindrücke.

​Erste Schritte

Bevor wir uns der optimierten Installation mit dem Sky Q Receiver widmen, wollen wir noch kurz auf die Einrichtung für Nicht-Sky-Abonnenten eingehen. Für Letztere verdoppelt sich der Preis auf 600 Euro. Die Box wird idealerweise über Toslink mit dem Fernseher verbunden und sämtliche Zuspieler wie Blu-ray-Player oder Konsolen, werden direkt am TV-Gerät angesteckt. Auch die Verbindung eines (UHD-)Zuspielgeräts direkt am HDMI-Eingang der Box ist möglich.

Sky Soundbox Anschluesse

© Sky

Wie bei Sky üblich finden wir farbig markierte Buchsen an der Rückseite der Soundbox, die auch für Laien die Installation vereinfacht. Dank der tiefen Einbuchtung hat man auch bei „voller Besetzung“ keine Schwierigkeiten beim Anschließen. Die USB-Buchse ist Service-Zwecken, also Updates, vorbehalten und dient nicht zum Zuspiel von Dateien.

In den meisten Fällen dürfte die Inbetriebnahme aber wie folgt ablaufen: Wir verbinden Soundbox (HDMI Out) und Fernseher, sowie Soundbox (HDMI In) und Receiver über HDMI. Der Ton wird also direkt in die Soundbar geschickt, die schließlich das Bild weiterleitet. Selbstverständlich funktioniert das auch hier mit Ultra-HD-Inhalten. HDR-Content bietet Sky derzeit noch nicht an. Alle benötigten Kabel, samt Toslink für die optionale Verbindung zum Fernseher, liegen dem Lieferumfang bei, ebenso eine Kurzanleitung.

Sky Q Sound

Zunächst vergewissern wir uns, ob das richtige Audio-Format ausgewählt wurde. Dazu navigieren wir im Menü unter Einstellungen zu „Bild und Ton“ und stellen gegebenenfalls um (von Stereo) auf „Dolby Digita l (Plus)“. Im Anschluss empfiehlt sich außerdem das Anlernen der Receiver-Fernbedienung auf die Soundbox, was auch im Menüpunkt Einstellungen getätigt wird. Dann lässt sich die Lautstärke bequem mitsteuern, und erst bei eventuellen Eingangswechseln zu Bluetooth oder Toslink muss der zweite Geber mit einbezogen werden. Allerdings verändert sich die Lautstärke hier in wesentlich kleineren Stufen als direkt über die Soundbox-Fernbedienung und man muss ein paar Mal öfter drücken.

sky soundbox einrichtung sky q sound

© video Magazin

Aufgepasst: Als Standard ist beim Sky Q Receiver unter Einstellungen -> Bild und Ton das Format „Stereo“ ausgewählt. Für Surround-Sound muss Dolby Digital (Plus) ausgewählt werden. Ansonsten kann die Soundbox ihre Klangqualität nicht richtig ausspielen.

Besonderheit der Soundbox im Zusammenspiel mit dem Sky Receiver ist klar der sogenannte Sky Q Sound. Über Metadaten erkennt das Gerät, welcher Inhalt gespielt wird, und passt die Surround-Effekte oder Intensität einzelner Tonspuren (Sprache, etc.) oder Frequenzen (Bässe) automatisch an. Neben Sky-Content funktioniert das auch mit ausgewählten Inhalten linearer Sender. Das Prinzip kennen wir von anderen Herstellern unter den Begriffen „Adaptive Sound Control“ oder „Smart Mode“. Man spart sich ein lästiges Umswitchen.

Stadion-Atmosphäre

Wir starten mit einem Fußballspiel, da wir uns zum Testzeitraum mitten in der Weltmeisterschaft befinden. In der Tat wirkt der Raum bei aktiviertem Q Sound um einiges größer. Die Stadion-Atmosphäre wird auf diese Weise glaubhaft ins Wohnzimmertransportiert und selbst der Stadionsprecher erhält ein „Live“-Update. 

Ein ähnliches Phänomen erleben wir beim Zuspiel von Filmmaterial unterschiedlichster Art. Mal geht es auf der gesamten Bühne vor uns ordentlich zur Sache, mal kommt es auf die Detailwiedergabe an, wie bei den "Phantastischen Tierwesen". Special Effects besitzen ein gutes Maß an Dramatik. Die Handschrift von Devialet ist insbesondere bei der kräftigen und präzisen Basswiedergabe zu erkennen. Im „Phantom“ sind dafür zwei seitlich angebrachte Subwoofer mit sehr großem Hubraum zuständig. Dieses Prinzip kommt, platz- und budgetbedingt in einer abgespeckten Variante, auch in der Soundbox zum Einsatz. Für eine geschlossene Gehäusekonstruktion dieser kompakten Größe kommt das System wirklich tief hinunter und zeigt sich auch dann noch impulsstark.​

Sky Soundbox Testlabor Messung

© video Magazin

Sky Soundbox im Messlabor: Der Frequenzgang zeigt sich bis auf einen kleinen Einbruch bei ca. 2 kHz vorbildlich. Im Höhen-Bereich kommt es zu kleinen Welligkeiten, die im Praxisbetrieb nicht zu stark auffallen. Das Rundstrahlverhalten geht in Ordnung, Für eine Soundbar äußerst respektable 29 Hz messen wir als unterste Grenzfrequenz (-6 Hz).

Serienjunkies sind sicherlich von der sauberen und natürlichen Sprachwiedergabe angetan, die beim Umswitchen von deaktiviertem zu aktiviertem Q-Sound keine große Veränderung aufweist. Das erfolgt erst bei zugeschaltetem Dialog-Mode. Dieser ist aber nur bedingt, womöglich für Inhalte in Originalsprache (zum besseren Verständnis) zu empfehlen.

sky soundbox dialog modus

© video Magazin

Unabhängig vom Q-Sound lässt sich der Klang-Modus variieren. Zu empfehlen ist aber "Normal". Im Dialog-Mode ertönen die Stimmen unnatürlich laut. Die Nacht-Einstellung schwächt Bässe ab und "Kids" müssen leiser hören. Ein Umswitchen von "Kids" in einen anderen Modus zieht dennoch eine manuelle Volumen-Anhebung mit sich.

Liegt als Originaltonspur nur Zweikanalcontent vor, übernimmt die Soundbox automatisch das Hochrechnen. Über HDMI ist dabei stets die automatische Lautstärkeanpassung aktiviert, die im Praxistest zuverlässig funktioniert und ein oftmaliges Nachjustieren beim Umschalten überflüssig macht. Ausschalten lassen sich beide Funktionen jedoch nicht.

sky soundbox q sound

© video Magazin

Sky Q Sound: Ein Klick auf das ?-Symbol auf der Receiver-Fernbedienung bei angeschlossener Soundbox öffnet das zugehörige Menü. Hier lässt sich der Q Sound aktivieren oder ausstellen. Für Filme und Sportübertragungen wie Live-Fußball bietet die Funktion echten Mehrwert!

Solokünstlerin?

Wie verhält sich die Soundbox beim Zuspiel von Film- und Musikcontent, wenn keine zusätzliche Sky-Hardware zum Einsatz kommt? Zunächst muss man im Player- oder T V-Menü überprüfen, ob PCM als Tonformat ausgewählt wurde. Andernfalls streikt die Box bei dts-Content, da sie ausschließlich Dolby-Signale verarbeiten kann. 

Ist das getan, steht auch jetzt einemunterhaltsamen Filme-Abend nichts mehr im Wege. Zwar können keine speziellen Sound-Modi eingestellt werden, aber auch so vermittelt sie einen sehr räumlichen Klangeindruck und zieht uns mit kräftigen Tönen in ihren Bann.

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Praktischerweise lässt sich via Bluetooth auch Musik vom Handy wiedergeben. Was Auflösungsvermögen und Höhenbrillanz angeht, müssen wir kleine Abstriche machen. Stimmen wirken zu wenig losgelöst von den phyischen Abmessungen des Systems. Wem die Bässe zu dominant ertönen, der kann je nach Quelle womöglich über die entsprechende Equalizer-Funktion kleine Optimierungen vornehmen. Um das stimmige Gesamtklangbild nicht zu verfälschen, sollte man hier aber Vorsicht walten lassen. Wer gerne ab und zu mit der Soundbox auch Musik hören möchte und sich darüber im Klaren ist, (leider) nicht Devialets Phantom vor sich ste-hen zu haben, wird aber keinesfalls enttäuscht sein.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil gut

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: gut

Fazit

Nicht nur für Abonnenten oder jene, die es werden wollen, hat der Pay-TV Anbieter mit der Sky Soundbox​ jetzt ein richtig gutes Lautsprechersystem im Portfolio. Devialet sorgt für kräftigen , räumlichen Klang aus kompaktem Gehäuse, während Sky seinen Kunden einen unschlagbaren Preis, Zusatzfeatures und selbstverständlich die passenden Inhalte bietet. 

[Testsiegel] video Magazin Kauftipp

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

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