Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkameras

Sigma dp0 Quattro & Sigma dp3 Quattro im Test

Mit dp0 und dp3 erweitert Sigma seine dp-Reihe um ein Super-Weitwinkel- und ein Telemodell. Kernstück ist - wie bei allen Kameras von Sigma - der Foveon-Sensor mit drei Schichten für Rot, Grün und Blau. Wie schlagen sich die Kompaktkameras im Test?

Inhalt
  1. Sigma dp0 Quattro & Sigma dp3 Quattro im Test
  2. Autofokus, Ausstattung und Bildqualität

© Sigma

Sigma dp3 Quattro

Das Konzept der Sigma dp-Quattro-Reihe darf man als ungewöhnlich bezeichnen: Vier Kameras mit fest eingebauten Festbrennweiten zwischen 21 und 75 mm (KB). Die Gehäuseform aller vier Kameras ist identisch, lediglich die Objektive unterscheiden sich. Der Hersteller empfiehlt im Produktflyer: "Am besten rüstet man sich mit allen Vieren und wählt jeweils die, die gerade für die perfekte Aufnahme benötigt wird". Bei einem UVP von rund 1000 Euro pro Modell ein nicht gerade günstiges, aber faszinierendes Unterfangen.

© Sigma

Die Brennweite des Superweitwinkels der dp0 entspricht rund 21 mm (bezogen auf KB). Das macht die Kamera attraktiv für weite Landschaften und beengte Verhältnisse.

Zum Test treten hier die dp0 Quattro mit 4,0/14 mm (KB 21 mm) Weitwinkel und die dp3 Quattro mit 2,8/50 mm (KB 75mm) Tele an. Das Set wird vervollständigt durch die Modelle dp1 Quattro (Test) und dp2 Quattro (Test). Herzstück der dp-Kameras ist der Foveon-Sensor mit 29,4 Megapixeln Auflösung in drei Schichten. Mit 23,5 x 15,7 mm hat er APS-C-Format, arbeitet jedoch anders als herkömmliche Sensoren. In der obersten Schicht liegen 19,6 Millionen blaue Bildpunkte, darunter 4,9 Millionen grüne und ganz unten 4,9 Millionen rote. Dabei macht sich der Sensor zunuzte, dass rotes Licht tiefer eindringt als grünes oder blaues. RAW-Aufnahmen speichert die Kamera mit 5424 x 3616 Pixeln (der Auflösung der obersten Schicht), JPEGs mit maximal 7680 x 5120 Pixeln, also 39 Megapixeln.

Gehäuse

Allen Modellen gemein ist das solide, stark futuristisch anmutende Gehäuse aus hochwertiger Magnesiumlegierung, 162 mm breit und 67 mm hoch. Die"Tiefe" variiert, je nach Objektivversion: Bei der dp0 beträgt sie 126mm und bei der dp3 102 mm. Die dp0 bringt 566 g auf die Waage, die dp3 wiegt 526g. So eben in die Jackentasche passt keine von beiden. Die gesamte rechte Kameraseite ist griffähnlich ausgestülpt, wobei die Form des angedeuteten Griffs zumindest für größere Männerhände etwas unglücklich ausgefallen ist. Ecken, Kanten und Mulden sind nicht perfekt geformt, einerseits: Der Griff liegt fast 100 mm rechts von der optischen Achse der gewichtigen Objektive - die dadurch entstehende Hebelwirkung ist beim einhändigen Fotografieren nicht zu unterschätzen. Die Kamera "kippt" nach links. 

Andererseits: Man kann die Sigma an ihrem Griff sehr bequem über Stunden durch eine Stadt tragen und dabei den Dauem bequem unter dem nach hinten stehenden Griff einhaken. Die Bedienelemente sitzen an der rechten Kameraseite. An der Oberseite thronen zwei Tasten - eine für Ein/Aus, die zweite für Modusvorwahl - sowie zwei Einstellräder, die für unterschiedliche Eingaben verwendet werden. Die Ras-tung ist etwas weich und kann schon mal unbeabsichtigt verstellt werden. Weitere fünf Tasten und ein Vier-Wege-Taster befinden sich an der Kamerarückseite, alle sind übersichtlich angeordnet und deutlich gekennzeichnet. Die Kamera ist insgesamt solide verarbeitet, etwas lieblos wirkt allein die schlabbrige Kartenschachtabdeckung. Ordentlich gefedert und gut schließend dagegen der Deckel für das Akkufach.

© Sigma

Die Abdeckung von USB- und Kartenslot ist etwas schlabbrig ausgefallen.

Display

Das Display misst in der Diagonalen drei Zoll und hat ca. 307.000 RGB-Bildpunkte. Farben und Schärfe sind in Ordnung, auch bei extremen Betrachtungswinkeln ändern sich Helligkeit und Farbe kaum. Die Displayhelligkeit ist in sechs Stufen einstellbar, die Abstufungen sind allerdings zu klein, um in kritischen Aufnahmesituationen hilfreich zu sein.

Beim optional erhältlichen View Finder LVF-01 handelt es sich um eine lichtdichte 2,5-fache Lupe, die mittels Adapter am Display befestigt wird. Sie passt an alle Modelle, die dann ähnlich einer Sucherkamera verwendet werden können. Einen optischen Sucher (VF-51) gibt es für die dp3 (und für die hier nicht getesteten Versionen dp1 und dp2). Der Sucher wird in den Blitzschuh gesteckt. Allerdings ist jeder Sucher nur für eine Brennweite, sprich einen Kameratyp zu verwenden.

Bedienung

Mit der Mode-Taste kann man die Modi M, S, A, P, C1, C2 und C3 wählen. Neben Manuelle Einstellung, Zeit-, Blenden- und Programmautomatik erlauben die drei C-Einstellungen (C für Customer) das Speichern von individuellen Parametern. So kann man für häufige Aufnahmesituationen komplette Einstellvarianten speichern. Das Hauptmenü wird auf Tastendruck direkt angezeigt. Es ist unterteilt in drei farblich gekennzeichnete Blöcke. Der blaue Bereich für Aufnahmeeinstellungen, der rote Bereich für Wiedergabeeinstellungen und der gelbe Bereich für weitere Grundeinstellungen. Solange die Kamera eingeschaltet ist, merkt sie sich die zuletzt bearbeitete Menüposition. Nach dem Aus- und erneuten Einschalten startet die Auswahl wieder am ersten Menüpunkt.

© Sigma

Der optional erhältlich Sucher ist gut - passt aber leider nur für eine Brennweite.

Das Menü ist insgesamt einfach und gut zu überblicken, und es besteht keine Gefahr, sich in den Tiefen zu verirren. Wenn man nicht jedesmall das gesamte Menü durchblättern mag, sollte man die Quick-Set-(QS)-Taste nutzen: Mit der entsprechenden Belegung kann man oft verwendete Kameraeinstellungen wie Weißabgleich oder ISO-Wert schnell mit den Einstellrädern an der Kameraoberseite verändern. Grundsätzlich arbeiten beide Kameras sehr langsam, wer etwa die Bildschärfe auf dem Monitor prüfen möchte, muss einige Sekunden warten, bis die Datei gespeichert ist. Erst dann kann man hineinzoomen.

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