Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkameras

Autofokus, Ausstattung und Bildqualität

Inhalt
  1. Sigma dp0 Quattro & Sigma dp3 Quattro im Test
  2. Autofokus, Ausstattung und Bildqualität

 

Autofokus

Sigma arbeitet mit neun Autofokus-Feldern und bietet verschiedene Autofokus-Modi. Eins der Felder kann per Kreuzwippe angesteuert und verschobenen werden. Die dp0 hat als einzige die zusätzlich Funktion "Halb gedrückt AF-On Taste", mit der man die AF-Funktion des Auslösers aktivieren und deaktivieren kann. Und nur die dp3 Quattro hat "Gesichtserkennung AF" als Extra. In Sachen Geschwindigkeit liegen beide Modelle nicht ganz vorne, die dp0 ist hier allerdings klar besser: Mit 2,1 s zum Starten und 0,41 s bzw. 0,53 s bei hellem und schummrigem Licht (300 Lux/30 Lux) kann man durchaus leben. Die dp3 kommt beim Start schon auf 3,2 s und hinkt mit 0,53 s und 0,86 s auch beim Scharfstellen deutlich hinterher. Im Serienmodus schießt die dp0 3,7 RAWs oder JPEGs in der Sekunde, die dp3 3,5. Allerdings ist bei beiden schon nach sieben Aufnahmen Schluss.

© Sigma

Beide Objektive haben ein Filtergewinde mit 58 mm Durchmesser. Da sich auch die Bedienelemente auf das Wesentliche beschränken, ist die Kamera intuitiv zu bedienen.

Ausstattung

Die Ausstattung beider Kameras beschränkt sich auf das für die Fotografie Wesentliche. Auf aktuellen Schnickschnack wie Touchscreen oder WLAN muss man verzichten, was wir durchaus entspannt sehen. Schließlich geht es ohne genauso gut. Selbst eine Videofunktion ist dem puristischen Konzept zum Opfer gefallen. Die dp0 Quattro hat eine Brennweite von 14 mm (KB 21 mm) und eine Lichtstärke von 4,0, die dpa Quattro 50mm Brennweite (KB 75 mm) und eine Lichtstärke von 2,8. Beide Optiken haben ein Filtergewinde mit 58mm.

Der Ring am Objektiv für die manuelle Scharfstellung dreht sich butterzart und ist sehr fein einstellbar. Im Aufnahme- und Wiedergabebetrieb unterstützt Sigma den Fotografen mit einer Helligkeitswarnung, einem Histogramm und einer Wasserwaage. Zu den wenigen Special Effects zählen diverse Farbeinstellungen sowie eine Monochrom-Option. Diverse Programme kann man sich kostenlos von der Herstellerseite herunterladen, darunter den RAW-Konverter Sigma Photo Pro 6.3.0 speziell für das Sigma-RAW-Format.

Die Kameras haben keinen integrierten Blitz, man kann jedoch externe Blitzgeräte verwenden. Aber Vorsicht: Nicht alle Fremdblitze lassen sich dort korrekt positionieren, denn die Oberkante des Objektivs verhindert bei manchen Modellen, dass das Blitzgerät bis zum Anschlag in den Blitzschuh gesteckt wird. Sigma bietet zwei eigene Modelle an, die sollten passen. Die Kamera ist gut für die Verwendung mit einem Stativ gerüstet. Das Gewinde sitzt in der optischen Achse des Objektivs und der Schacht für die Speicherkarte an der linken Kameraseite. So muss man die Kamera zur Kartenentnahme nicht vom Stativ nehmen und danach wieder einrichten.

Bildqualität

Grundsätzlich testen wir die Sigma-Modelle im RAW-Modus, da die JPEGs gegenüber den RAW-Bildern deutlich abfallen. Die beiden Sigmas erreichenbei ISO 100 im RAW-Modus homogene Auflösungsergebnisse in einer Größenordnung, die wir sonst nur von 36-Megapixel-Vollformatkameras kennen. Das Rauschen ist im Vergleich zu Vollformatern zwar etwas stärker, aber feine Strukturen werden in einer Detailtreue wiedergegeben, die einen schlicht vom Hocker haut.

© Sigma

Der optional erhältliche View Finder LVF-01 ist eine lichtdichte Lupe mit 2,5-facher Vergrößerung. Damit kann man die Kameras wie Sucherkameras bedienen.

Die Dead-Leaves-cross-Kurve für die niedrigen Kontraste verläuft bei ISO 100 fast deckungsgleich zur Kurve für die hohen Kontraste. Die Messwerte erreichen Resultate von knapp 1500 LP/BH (dp0) und gut 1700 LP/BH (dp3) - beide Ergebnisse sind extrem hoch. Allerdings schießen die Kurven auch deutlich über 1 hinaus, was im Bild als teils überzogener Kontrast ebenfalls sichtbar ist. Hinzu kommen deutliche Artefakte.

Gegenüber den Vorgängermodellen hat Sigma aber die Abstimmung insgesamt sichtbar optimiert, sodass Over- und Undershoot nahe am Idealverlauf liegen. Die JPEGs sind deutlich aufgesteilt, was zu einem sichtbaren Detailverlust führt. Wer die herausragende Bildqualität bei ISO100 nutzen will, kommt am RAW-Format nicht vorbei.

War bei der letzten Foveon-Generation bereits bei ISO 100 Schluss mit guter Qualität, so kann man mittlerweile auch ISO 400 guten Gewissens empfehlen, ISO 800 eher noch für Notfälle. Darüber hinaus näheren sich die dp-Kameras dem Niveau einer einfachen Kompaktkamera. 

Fazit

Zwei Kameras für Minimalisten, die genau wissen, was sie wollen - ohne Sucher, Blitz und Videofunktion. Zwar ist die Kritikliste lang und reicht vom hohen Stromverbauch über das mittelmäßige Tempo bis zur nervenzehrenden, extrem langsamen Bildvorschau. Doch die Bildqualität bei ISO 100 entschädigt für alles. Eine bessere Bildqualität können Sie für einen UVP unter 1000 Euro wohl nirgends finden.

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